Dusel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dusels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungDu-sel
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich unverdientes Glück
Beispiele:
ich habe heute Dusel gehabt
ich hatte in der Prüfung einen großen, mächtigen, unheimlichen Dusel
so ein Dusel!
etwas Dusel gehört immer dazu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dusel · duseln · duselig · Duselei · dusselig · dußlig · Dussel
Dusel m. ‘Schwindel, Rausch, Glück’. Nd. Dusel ‘Schwindel, Halbschlaf, leichter Rausch, Betäubung’ (vgl. mnd. dǖsinge ‘Betäubung’, dǖsich ‘betäubt, schwindlig’) kommt im 16. Jh. ins Hd. Es ist etymologisch verwandt mit ↗dösig (s. d.). Die Bedeutung ‘unverdientes Glück’ entwickelt sich im 19. Jh. (vielleicht in Anlehnung an den volkstümlich abgewandelten Bibelspruch „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ oder im Gedanken an den vermeintlichen Schutzengel der Betrunkenen, Berauschten, die im Dusel sind?). duseln Vb. ‘verwirrt sein, schlafen’ (16. Jh.); verwandt sind mnl. dūselen, duyselen ‘schwindlig sein, taumeln’, nl. duizelen ‘schwindlig sein, schwindeln’, anord. dūsa ‘ausruhen, sich still verhalten’ und ↗dösen (s. d.). duselig Adj. ‘verwirrt, betäubt, schlaftrunken’ (18. Jh.), älter düselicht (17. Jh.). Duselei f. ‘Träumerei, Gedankenlosigkeit’ (19. Jh.). In der Umgangssprache findet sich Sinnvergröberung mit affektischer Kürzung des Stammvokals in dusselig, dußlig Adj. ‘verwirrt, dumm, dämlich’ (17. Jh.), Dussel m. ‘Dummkopf’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Glück  Hauptform · Dusel  ugs. · ↗Fortune  geh., franz. · ↗Fortüne  geh. · Glick  ugs., bair. · Masel  ugs. · Masen  ugs., österr. · ↗Massel  ugs., jiddisch · ↗Meise  ugs., österr. · ↗Schwein  ugs.
Assoziationen
  • (das) Glück auf seiner Seite haben · (das) Glück ist auf jemandes Seite · Glück haben  ●  Schwein haben  sprichwörtlich · (das) Glück ist jemandem hold  geh. · Fortuna lächelt (jemandem)  geh. · Fortuna meint es gut mit  geh., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dusel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir haben so viele Chancen vergeben und hatten dann noch viel Dusel.
Die Welt, 04.10.2002
Es war genug, mehr Dusel, als die Bayern bis dahin hatten, darf man in der Champions League nicht einfordern.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.1999
Dass der Sieg diesmal weniger glanzvoll ausfiel und ein wenig Dusel im Spiel war, konnte er locker verschmerzen.
Die Zeit, 12.12.2010 (online)
Aber Deutschland hat so oft Dusel gehabt, Anzeige irgendwann ist das aufgebraucht.
Der Tagesspiegel, 18.06.2000
Nein, es war weder Dusel, noch Glück, noch Zufall, es war die Auswirkung des ausgezeichneten Eindrucks, den jener gemacht hat.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22738
Zitationshilfe
„Dusel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dusel#1>, abgerufen am 24.08.2019.

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Dusel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dusels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungDu-sel
Wortbildung mit ›Dusel‹ als Erstglied: ↗duselig · ↗duslig
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich Dämmerzustand, leichte Betäubung
Beispiel:
Der Mensch ging im Dämmerzustand heraus ... Er lebt ständig im Dusel: voll von Staatsmorphium [TucholskyDeutschland21]
landschaftlich, salopp leichter Rausch
Beispiele:
er ist oft im Dusel (= leicht betrunken)
Was anfangs nur Ulk schien, wurde im Dusel Ernst [BredelSöhne255]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dusel · duseln · duselig · Duselei · dusselig · dußlig · Dussel
Dusel m. ‘Schwindel, Rausch, Glück’. Nd. Dusel ‘Schwindel, Halbschlaf, leichter Rausch, Betäubung’ (vgl. mnd. dǖsinge ‘Betäubung’, dǖsich ‘betäubt, schwindlig’) kommt im 16. Jh. ins Hd. Es ist etymologisch verwandt mit ↗dösig (s. d.). Die Bedeutung ‘unverdientes Glück’ entwickelt sich im 19. Jh. (vielleicht in Anlehnung an den volkstümlich abgewandelten Bibelspruch „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ oder im Gedanken an den vermeintlichen Schutzengel der Betrunkenen, Berauschten, die im Dusel sind?). duseln Vb. ‘verwirrt sein, schlafen’ (16. Jh.); verwandt sind mnl. dūselen, duyselen ‘schwindlig sein, taumeln’, nl. duizelen ‘schwindlig sein, schwindeln’, anord. dūsa ‘ausruhen, sich still verhalten’ und ↗dösen (s. d.). duselig Adj. ‘verwirrt, betäubt, schlaftrunken’ (18. Jh.), älter düselicht (17. Jh.). Duselei f. ‘Träumerei, Gedankenlosigkeit’ (19. Jh.). In der Umgangssprache findet sich Sinnvergröberung mit affektischer Kürzung des Stammvokals in dusselig, dußlig Adj. ‘verwirrt, dumm, dämlich’ (17. Jh.), Dussel m. ‘Dummkopf’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Glück  Hauptform · Dusel  ugs. · ↗Fortune  geh., franz. · ↗Fortüne  geh. · Glick  ugs., bair. · Masel  ugs. · Masen  ugs., österr. · ↗Massel  ugs., jiddisch · ↗Meise  ugs., österr. · ↗Schwein  ugs.
Assoziationen
  • (das) Glück auf seiner Seite haben · (das) Glück ist auf jemandes Seite · Glück haben  ●  Schwein haben  sprichwörtlich · (das) Glück ist jemandem hold  geh. · Fortuna lächelt (jemandem)  geh. · Fortuna meint es gut mit  geh., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Glück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dusel‹.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als sie in die kleine Stube traten, lag Hanspeter mit offenen Augen, aus seinem Dusel ermuntert, und hielt die Hand der Lisbeth fest.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 127
Zitationshilfe
„Dusel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dusel#2>, abgerufen am 24.08.2019.

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