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Duft, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Duft(e)s · Nominativ Plural: Düfte
Aussprache
Wortbildung mit ›Duft‹ als Erstglied: ↗Duftbesen · ↗Duftbruch · ↗Duftdrüse · ↗Duftgebilde · ↗Dufthauch · ↗Duftkerze · ↗Duftkissen · ↗Duftmarke · ↗Duftnote · ↗Duftorgan · ↗Duftprobe · ↗Duftschleier · ↗Duftskala · ↗Duftstoff · ↗Duftwasser · ↗Duftwolke · ↗duftgeschwängert · ↗duftreich · ↗duftschwer · ↗düftereich · ↗düfteschwer
 ·  mit ›Duft‹ als Letztglied: ↗Balsamduft · ↗Blumenduft · ↗Blütenduft · ↗Bratenduft · ↗Fliederduft · ↗Moderduft · ↗Morgenduft · ↗Parfumduft · ↗Parfümduft · ↗Rosenduft · ↗Veilchenduft · ↗Zigarettenduft
 ·  mit ›Duft‹ als Grundform: ↗duften
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
(zarter) angenehmer Geruch
Beispiele:
ein feiner, köstlicher, zarter, süßer, erregender, betäubender, berauschender Duft
ein merkwürdiger, würziger, aromatischer Duft
die Blume strömt einen lieblichen Duft aus, verbreitet einen starken Duft
gehoben die Blüten hauchen ihren Duft aus, atmen balsamische Düfte
einen Duft (gierig) einsaugen, wittern
ein Duft verfliegt
das Parfüm hat seinen Duft verloren
gehoben die Luft, Atmosphäre war mit (leisen) Düften geschwängert, getränkt
der Duft des Haares, Körpers
der Duft von Obst, Braten, Kaffee, Wein, Brot
ein leiser Duft nach Veilchen und frischer Wäsche erfüllte das Zimmer [Th. MannBuddenbrooks1,88]
spöttisch unangenehmer Geruch
Beispiele:
der Duft des Käses
Wenn einmal die Geschichte ihre Grüfte öffnet, kann der Despotismus noch immer an dem Duft unsrer Leichen ersticken [BüchnerDantonIV]
2.
gehoben, übertragen eigenartiger Reiz, besondere Atmosphäre
Beispiele:
der romantische, poetische Duft seiner Verse
der süße Duft ihrer Stimme
der Duft der gelehrten Bücher ... umschwebte und isolierte ihn [FedererPapst224]
3.
dichterisch feiner, nebelartiger Dunst
Beispiele:
Ich seh', wie ein Engel im rosigen Duft / Sich tröstend zur Seite mir stellet [BeethovenFidelioII 1]
still lagen die fernen Dörfer im Duft [RaabeHungerpastorI 1,379]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Duft · duften · düften · verduften · duftig
Duft m. ‘angenehmer, feiner Geruch’, ahd. thuft ‘Duft, Hitze’ (um 1000), auch ‘Frost’ (eigentlich ‘gefrorener Dunst’), mhd. tuft ‘Dunst, Nebel, Tau, Reif’ stellen sich wohl mit anord. dupt, duft n. (dupti m.) ‘Staub’, schwed. doft ‘Mehlstaub, Duft’ und den außergerm. Verwandten griech. tȳ́phein (τύφειν) ‘Rauch, Dampf, Qualm machen’, tȳ́phos (τῦφος) ‘Rauch, Dampf, Qualm, Dünkel, Art Fieber’ (s. ↗Typhus) zu ie. *dheubh-, *dhūbh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt’ (s. auch ↗taub, ↗toben), Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf, daher auch ‘dampfen, ausdünsten, riechen’. Zur gleichen Wurzel gehören aind. dhūmáḥ ‘Rauch’, griech. thȳmós (θυμός) ‘Geist, Mut, Zorn, Gemütswallung, Leidenschaft’, thȳmiā́n (θυμιᾶν) ‘in Rauch aufgehen lassen, rauchen’, lat. fūmus ‘Rauch, Dampf, Qualm’, aslaw. ∂ymъ ‘Rauch, Dampf, Dunst’, russ. dym (дым) ‘Rauch’; s. auch ↗Dunst, ↗Düne. Weniger wahrscheinlich ist Verwandtschaft mit ↗Dampf (s. d.). Danach wäre Duft als Verbalabstraktum zu mhd. dimpfen ‘dampfen, rauchen’ hervorgegangen aus *dumft, *dunft und in seiner Entwicklung einer Reihe mhd. frühnhd. sowie nd. Formen mit Nasalverlust (wie Vernuft neben Vernunft) vergleichbar. Die Bedeutung ‘Wohlgeruch’ entwickelt sich erst im 18. Jh., zunächst für die ‘feine Ausdünstung’ wohlriechender Pflanzen. Aber noch im 19. Jh. ist Duft in der alten Bedeutung ‘(feiner) Dunst’ gebräuchlich, sie gilt bis heute im Obd. duften, älter auch düften Vb. ‘Wohlgeruch verbreiten’ (im Gegensatz zu ↗stinken, s. d.), mhd. tüften, tuften ‘Dunst, Nebel von sich geben, dampfen, dünsten’, seit dem 17. Jh. in heutiger Bedeutung. verduften Vb. ‘sich in Duft auflösen, Duft verlieren’ (18. Jh.), in scherzhafter Übertragung ‘ohne Aufsehen verschwinden’ (19. Jh.). duftig Adj. ‘dunstig’ (15. Jh.), ‘Wohlgeruch verbreitend’, übertragen ‘leicht, zart’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aroma · ↗Wohlgeruch  ●  ↗Bouquet (von Parfum)  veraltet · ↗Bukett (von Parfum)  veraltet · Duft  Hauptform · ↗Odeur  franz.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Duft · ↗Duftwolke
Synonymgruppe
Aroma · ↗Ausdünstung · Duft · ↗Geruch
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Geruchssinn · Geruchswahrnehmung · Riechwahrnehmung · Wahrnehmung von Gerüchen · olfaktorische Wahrnehmung · olfaktorischer Sinn
Synonymgruppe
Duft · ↗Duftstoff · ↗Duftwasser · ↗Parfum  ●  ↗Parfüm  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aroma · ↗Blume · ↗Bukett · Duft (von Wein)  ●  ↗Bouquet  franz. · ↗Aromatik  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aroma Blume Blüte Gewürz Glühwein Heu Kosmetik Lavendel Mandel Parfüm Rose Räucherstäbchen Weihrauch Zimt ausströmen betäubend betörend einatmen einsaugen kreieren riechen schnuppern süß süßlich umwehen verführerisch verströmen wehen würzig zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Duft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mangel hat an den Rändern den Duft von Fülle durch Teilen.
Die Welt, 24.12.2003
Beim zweiten Mal ist der Duft schon schwächer geworden, wahrscheinlich hat er sich demnächst ganz verflüchtigt.
Der Tagesspiegel, 27.02.2001
Nach ein paar Minuten begann der verlockende Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee den Wagen zu durchziehen.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 254
Der Duft seiner Tochter klebt an mir, so verräterisch deutlich wie Blut.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 298
Der warm innige Ton des fremden Briefes war wie ein Duft auf ihren Wegen.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5474
Zitationshilfe
„Duft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Duft>, abgerufen am 25.08.2019.

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