Dublette, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dublette · Nominativ Plural: Dubletten
Nebenform (besonders) österreichisch, (besonders) schweizerisch Doublette · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Doublette · Nominativ Plural: Doubletten
Aussprache
WorttrennungDu-blet-te · Dub-let-te · Dou-blet-te · Doub-let-te
HerkunftFranzösisch
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
doppelt vorhandenes Stück (in einer Sammlung o. Ä.)
Beispiele:
Die zahlreichen Dubletten, die sich nun in der neuen Sammlung [der Österreichischen Nationalbibliothek] fanden, wurden verkauft und der Erlös für den Erwerb moderner Kunst verwendet. [Die Zeit, 20.09.2007, Nr. 39]
Leider findet sich in seinem Buch, das veröffentlichte und unveröffentlichte Aufsätze vereint, eine allzu grosse Zahl von Doubletten. [Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2016]
Denn trotz des Internets und seinen völlig neuen Möglichkeiten existieren die gedruckten Ausgaben der Fachzeitschriften weiterhin – als die analogen Originale zu den digitalisierten Doubletten. [Der Standard, 06.05.2008]
übertragen Nur etwa fünf Prozent aller Geschäftsideen sind wirklich innovativ, also noch nicht am Markt präsent, so daß die Gespräche mit Marktteilnehmern schnell Dubletten erkennen lassen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2004]
Dublette (franz. doublette »Doppelstück«), ein in einer Sammlung zum zweitenmal vorhandener, dem ersten prakt. gleicher Gegenstand der vervielfältigenden Künste, z. B. druckgraph. Blätter oder Bücher, Münzen, auch Porzellan […], evtl. auch Bronzeskulpturen. [o. A.: Lexikon der Kunst - D. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7156]
[…] die Chromosomensätze eineiiger Zwillinge sind identisch, es sind echte Dubletten. [Die Zeit, 10.01.1969, Nr. 02]
2.
Edelstein(imitation) aus zwei durch Übereinanderpressen zusammengesetzten verschiedenen Teilen
Beispiel:
Bei einer Dublette handelt es sich um eine dünne Scheibe Opal, die auf einen schwarzen Grund, entweder auf einen billigen Halbedelstein oder auf einfaches Glas, geleimt ist. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.1998]
3.
Boxen zwei unmittelbar aufeinander folgende Schläge mit derselben Hand
Beispiele:
Der 22 Jahre alte Nigerianer aus Lagos erwarb sich als Amateur den Kampfnamen »Bang Bang«, weil er seine Gegner bevorzugt mit Dubletten zu Boden schlägt. [Die Welt, 17.09.2005]
Mit einer prächtigen Doublette wurde Geserick bereits in der ersten Runde k. o. geschlagen. [Neues Deutschland, 02.11.1957]
Halbmittelgewicht: Angel Doitschew (Bulgarien) – Viktor Agejew (UdSSR). Doitschew: 24 Jahre. Angestellter, Normalausleger. Technisch gut, harte Rechte, schlägt auch Dubletten. [Berliner Zeitung, 29.05.1965]
4.
Ballspiel, veraltend, (noch) schweizerisch zwei (kurz aufeinander folgende) Tore in einem SpielQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Nach einer Doublette von Raphaël Nuzzolo führte das Heimteam nach 20 Minuten mit 2:0. [Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2017]
Dem Senegalesen gelang innerhalb von zwei Minuten (16./18.) eine Doublette für die Reds. [Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2017]
Zunächst hatte Poindl einen nach vorn abgewehrten Buder-Schuß zur 1:0-Führung eingedrückt, und dann brachte […] eine Doublette zu Beginn des zweiten Drittels die rasche Entscheidung. [Berliner Zeitung, 28.12.1967]
5.
Jägersprache das Erlegen von zwei Stück Wild mit zwei rasch aufeinander folgenden Schüssen aus einem Gewehr
Beispiel:
Innerhalb von zehn Minuten brachte er mit einer Dublette – zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Schüssen – und einem Einzelschuß drei Wildschweine zur Strecke. [Berliner Zeitung, 13.08.1972]
6.
selten, Druckwesen schlechter, unscharfer, durch doppelten Rand des Schriftbildes gekennzeichneter Druck
Beispiel:
Bevor die Seiten vom CvD [Chef vom Dienst] -Tisch in die Druckerei wechseln, muss schließlich ein Augenblick Zeit sein, Fehler aufzuspüren, Bilder zu kontrollieren und Dubletten zu finden. [Berliner Zeitung, 20.05.2005]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dublette f. ‘doppeltes, in zwei Exemplaren vorhandenes Stück’ (besonders in Sammlungen), älter auch ‘gleiche Augenzahl zweier Würfel’ (Mitte 18. Jh.), fachsprachlich ‘Edelsteinimitation’ (1. Hälfte 18. Jh.); wohl Umbildung (nach Mustern wie ↗Etikette, s. d., Stiefelette) von früher bezeugtem Dublett n. ‘Edelsteinimitation’ (15. Jh.), entlehnt aus gleichbed. afrz. doblet, frz. doublet m. (auch afrz. ‘Unterkleid, Unterbett’, frz. ‘gleiche Augenzahl, Pasch’, im Sinne von ‘Doppelexemplar’ erst Ende 19. Jh. nachweisbar); zur weiteren Herkunft s. ↗doppelt. Der Wandel von Dublett zu heute üblichem Dublette kann durch vorausgehende formale Entsprechungen wie span. doblete ‘Edelsteinimitation, gefütterter Stoff’, engl. (älter) doblettes, dublettes Plur. ‘falsche Steine, Würfe mit gleicher Augenzahl’ (neben engl. doublet) bzw. semantisch abweichendes frz. doublette ‘Doppelregister der Orgel’ begünstigt sein.

Thesaurus

Synonymgruppe
Doppelstück · Dublette  ●  ↗Zwilling (einer Sache)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

aussortieren vermeiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dublette‹.

Zitationshilfe
„Dublette“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dublette>, abgerufen am 16.09.2019.

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