Drolerie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Drolerie · Nominativ Plural: Drolerien
Aussprache
WorttrennungDro-le-rie
Herkunftaus gleichbedeutend drôleriefrz
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutungen

1.
gehoben Äußerung oder Verhaltensweise, die auf den Betrachter lustig oder komisch wirkt
  besonders in der darstellenden Kunst
Beispiele:
Millionen haben sich […] an Doris Dörries gockeligen »Männern« ergötzt, an Loriots altväterischen Drolerien in »Pappa ante portas« oder an Helmut Dietls eleganter Fälscher-Satire »Schtonk«. [Der Spiegel, 03.05.1993, Nr. 18]
Ein paar Tage später in Kairo. Wir sitzen beim Abendessen im »Mena House Oberoi«, einem […] der 200 splendidesten Hotels der Welt[…]. Im benachbarten Saal […] Tanzmusik, kabarettistische Drolerien und natürlich Bauchtänze. [Die Zeit, 20.03.1987, Nr. 13]
Die Zivilisationskritik[…] scheint [in der Inszenierung] genauso wenig auf wie […] das zutiefst Verstörende, Albtraumhafte in Shakespeares Stück. Statt dessen: Drolerien und altbackene 0-8-15-Komik […]. [Süddeutsche Zeitung, 09.01.2007]
Die große, schwere Klassik ist noch nicht ihr Feld. Beide [Schauspielerinnen] sind zu stark auf Komik, Drolerie und äußere Mittel aus. [Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11]
Drei Darsteller trugen das Stück: mit plastischer Selbstverständlichkeit Hans W. Hamacher […] – mit angenehmster Gescheitheit Alfred Cogho[…] – Christine Laszar, die hier […] mit lässiger Drolerie und der belustigenden Unmittelbarkeit ihrer Reaktionen den Typ ihrer Rolle genau anschaulich machte. [Berliner Zeitung, 10.02.1959]
2.
Kunstwissenschaft Darstellung von Menschen, Tieren oder Fabelwesen in komischer, derber, skurriler oder grotesker Weise
  besonders in der bildenden Kunst oder in der Buchmalerei
Beispiele:
Wer das reiche Schnitzwerk des Chorgestühls genau anschaut, findet lauter lustige Figürchen, so genannte Drolerien. [Die Zeit, 09.03.2006, Nr. 11]
Wenn man in der Buchmalerei die Randglossen des 14. Jahrhunderts ansieht, findet man alle Formen Disneys vorgeprägt: Mäuse, die Katzen jagen, Mischwesen aus Hunden und Menschen, die sich als Drolerien durch Ranken bewegen. [Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001]
Für Sohn Maximilian I., der ihm 1508 auf den Kaiserthron folgte, ließ er [Friedrich III.] hingegen pädagogisch ausgefuchste Lehrbücher anfertigen: »Drolerien«, heitere Zeichnungen am Rand, sollten den jungen Prinzen zum Blick hinein verleiten. [Der Standard, 20.11.2015]
58 ganzseitige Miniaturen, davon 24 Kalenderillustrationen […] sowie 200 Randverzierungen […] enthält das Buch; die Drolerien sind einzigartige Typen der spätmittelalterlichen Ornamentik[…]: beispielsweise […] lautenspielende Bären, skurrile Menageriekombinationen von Hähnen, Heuschrecken, Nashörnern, Drachen. [Neue Zürcher Zeitung, 06.01.1994]
Übrigens wurde um diese Zeit […] die Lübecker Marienkirche inwendig ausgemalt. […] So entstanden die Drolerien der Fabelfenster. Sie zeigen Esel und Huhn, wobei der Esel Nadel und Faden führt[…]. Wir sehen Krebse gegeneinander Schach spielen. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 444]

Thesaurus

Synonymgruppe
Eulenspiegelei · ↗Nonsens · ↗Schildbürgerstreich · ↗Spaß · ↗Ulk · lustiger Streich  ●  ↗Schabernack  Hauptform · ↗Schnurre  veraltet · Spass  österr. · ↗Clownerie  geh. · Drolerie  geh. · Döneken (Rhein., Plural Dönekes)  ugs. · ↗Eselei  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Flachs  ugs. · ↗Hanswurstiade  ugs. · ↗Jokus  ugs. · ↗Jux  ugs. · ↗Posse  geh. · ↗Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schnurrpfeiferei  geh., veraltet · ↗Schote  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Drolerie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Drolerie>, abgerufen am 21.05.2019.

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