Drohgebärde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Drohgebärde · Nominativ Plural: Drohgebärden
WorttrennungDroh-ge-bär-de
WortzerlegungdrohenGebärde
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

Verhaltensforschung charakteristische Haltung, Gebärde, die (bei Menschen und Tieren) einem Angriff vorausgeht und die den Angreifer abschrecken soll
Beispiele:
Wenn beispielsweise ein Schimpanse seine Zähne zeigt, mag das wie ein freundliches Lachen aussehen – doch in Wahrheit ist das eine Drohgebärde. Der Affe signalisiert seinem Gegenüber, dass er zum Angriff bereit ist. [Spiegel, 08.09.2008 (online)]
Etwa fünf Rechtsextreme bedrängten den Grünen-Chef persönlich. Sie bauten sich mit Drohgebärden vor Özdemir auf, brüllten ihm ins Ohr und versperrten ihm mit ausgebreiteten Händen den Weg. [Die Welt, 07.10.2015]
Durch die Drohgebärde loten die Tiere [Leguane] ihre Chancen und Risiken in einem Revierstreit aus und verzichten danach oft freiwillig auf den eigentlichen Kampf. [Die Zeit, 29.06.2006, Nr. 27]
[…] ihre Drohgebärden können zwar verwilderte Hunde und Hyänen abschrecken, schwerlich aber einen Löwen. Vor einem derart überlegenen Gegner muß auch ein ausgewachsener Gepard auf der Hut sein. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.1995]
Ameisen knuffen und schubsen, betasten und belecken einander, sie betrommeln ihre Leiber, stolzieren in Drohgebärde wie auf Stelzen oder nehmen andere Ameisen huckepack. [Der Spiegel, 24.09.1990, Nr. 39]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine bloße, leere Drohgebärde; eine massive, martialische Drohgebärde
in Präpositionalgruppe/-objekt: sich in Drohgebärden üben; mit einer Drohgebärde [auf etw.] reagieren; etw. für eine Drohgebärde halten
in vergleichender Wort-/Nominalgruppe: etw. als Drohgebärde werten, verstehen
übertragen meist aggressive Handlung, die das Gegenüber, den Adressaten einschüchtern oder von einer bestimmten Handlung abbringen sollQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Als Abschreckungsmittel gegen russische Drohgebärden schicken die USA ihre modernsten Kampfflugzeuge nach Europa. [Die Zeit, 25.08.2015 (online)]
Ein blauer Brief [der Schule an die Eltern eines Schülers] ist unerquicklich. Faulenzer zum Lernen antreiben wird die pädagogische Drohgebärde allerdings nur, wenn auf das Säbelrasseln irgendwann Taten folgen. [Die Welt, 02.03.2006]
Über Sanktionen gegen Regierungen, die über ihre Verhältnisse leben, konnten sie [Finanzminister der EG] sich nicht einigen. Ob Drohgebärden wie die Einstellung von Zahlungen aus dem EG-Haushalt notwendig sind oder ob ein Überwachungsverfahren ohne direkten Zwang reicht, ist umstritten. [Die Zeit, 14.09.1990, Nr. 38]
In der Psychologie der Drohgebärde liegt auch ein kommunikatives Element, dem anderen nämlich eigene Stärke zu signalisieren und so die Absicht, den drohenden Konflikt noch zu beherrschen. [Weiler, Rudolf: Internationale Ethik: eine Einführung, zweiter Band, Berlin: Duncker & Humblot 1986, S. 57]
Amerikas Krisenmanager Kissinger, dessen Drohgebärden mit der 7. US-Flotte während des Krieges gegen Pakistan Frau Gandhi schlicht ignorierte, meinte, hin und her gerissen zwischen Ärger und Anerkennung, die Dame sei gewiß aus Eisen. [Der Spiegel, 28.03.1977, Nr. 14]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: eine militärische, verbale Drohgebärde

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ankündigung Geste Mischung Nato Ritual Trotz Vorfeld Warnung atomar belassen bloß chinesisch derartig hilflos imperial leer martialisch massiv militärisch nordkoreanisch rhetorisch rituell solch unterlassen verbal werten wild üben überflüssig üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Drohgebärde‹.

Zitationshilfe
„Drohgebärde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Drohgebärde>, abgerufen am 22.05.2019.

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