Dreck, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dreck(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Dreck‹ als Erstglied: ↗Dreckarbeit · ↗Dreckbude · ↗Dreckbürste · ↗Dreckding · ↗Dreckeimer · ↗Dreckfink · ↗Dreckfleck · ↗Dreckfraß · ↗Dreckhaufen · ↗Dreckkerl · ↗Drecklappen · ↗Drecklatschen · ↗Dreckloch · ↗Dreckmatz · ↗Drecknest · ↗Dreckpfote · ↗Drecksack · ↗Drecksarbeit · ↗Drecksau · ↗Drecksbude · ↗Dreckschleuder · ↗Dreckschwein · ↗Drecksding · ↗Dreckskerl · ↗Dreckskragen · ↗Drecksleben · ↗Drecksloch · ↗Drecksnest · ↗Dreckspatz · ↗Dreckspritzer · ↗Drecksstück · ↗Dreckstück · ↗Dreckswetter · ↗Dreckszeug · ↗Drecktier · ↗Dreckwetter · ↗Dreckzeug
 ·  mit ›Dreck‹ als Letztglied: ↗Bärendreck · ↗Fliegendreck · ↗Heidendreck · ↗Hundedreck · ↗Katzendreck · ↗Mäusedreck · ↗Scheißdreck · ↗Vogeldreck
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Schmutz
Beispiele:
diese Arbeit macht viel Dreck
dort liegt viel Dreck
den Dreck zusammenfegen, auffegen, beseitigen, wegwischen
in den Dreck fallen
mit einem Fahrzeug im Dreck steckenbleiben, versinken
durch großen, tiefen Dreck gehen müssen
etw. aus dem Dreck ziehen
jmdn. aus dem Dreck aufheben
jmd. kommt sich vor, wird behandelt wie der letzte Dreck
die Kartoffeln sind ein einziger Dreck
das Tier liegt in seinem eigenen Dreck (= Kot)
Du Spottgeburt von Dreck und Feuer [GoetheFaustI 3536]
salopp, übertragen
Beispiele:
jmdn., etw. mit Dreck bewerfen, besudeln (= jmdn. verleumden)
etw., jmdn. in den Dreck ziehen, in den Dreck treten (= etw., jmdn. verunglimpfen, schlechtmachen)
Dreck am Stecken haben (= in moralischer Hinsicht nicht ganz einwandfrei dastehen)
aus dem größten, gröbsten Dreck heraus sein (= die größten Schwierigkeiten überwunden haben)
jmdm. aus dem Dreck helfen
die Karre aus dem Dreck ziehen (= eine verfahrene Sache in Ordnung bringen)
jmd. sitzt bis an den Hals, bis über die Ohren im Dreck (= jmd. steckt in Schwierigkeiten, jmdm. geht es schlecht)
den alten Dreck wieder aufrühren (= Unliebsames in Erinnerung bringen)
2.
salopp Kram, Plunder
Beispiele:
kümmere du dich nur um deinen eigenen Dreck!
ich mache mir meinen Dreck allein
ich habe genug von dem Dreck
mir hängt der Dreck zum Halse raus
Das Gut ist für ihn ein Dreck [BrechtPuntila11]
jeder Dreckjedes bisschen
Beispiele:
jmd. regt sich bei jedem Dreck auf, ärgert sich über jeden Dreck
ich muss mich um jeden Dreck selbst kümmern
jmd. steckt seine Nase in jeden Dreck, stößt sich an jedem Dreck
3.
salopp, derb einen Dreckgar nichts
Beispiele:
das geht dich einen Dreck an
davon verstehst du einen Dreck
ich mache mir einen Dreck draus
du hast uns einen Dreck zu befehlen
jmdm. nicht einen Dreck anhaben können
sich einen Dreck um jmdn. scheren
Du liebst die Kinder auch und kümmerst dich einen Dreck um sie [BöllWort182]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dreck · dreckig · Dreckfink
Dreck m. ‘Schmutz, wertloses Zeug’, ahd. -threc (in mūsthrec ‘Mäusekot’, Hs. 12. Jh.), mhd. drec (Genitiv dreckes) ‘Schmutz, Unrat, Kot’, mnd. drek, mnl. drec, nl. drek ‘Exkremente, Fäulnis’, afries. threkk, anord. þrekkr ‘Dreck, Schmutz’, schwed. träck ‘Kot’ zeigen (mindestens in den flektierten Formen) die in Wörtern für geringgeschätzte, verabscheute Dinge öfter zu beobachtende affektische Gemination (germ. *þrekka-), vgl. daneben aengl. þreax ‘Fäulnis, Abfall, Kehricht’. Die germ. Formen verbinden sich mit griech. stergános (στεργάνος) ‘Mist, Auswurf von Menschen und Tieren, Schmutz’ sowie lat. stercus ‘Kot, Dünger, Mist’, lit. ter̃šti ‘schmutzen, schmutzig machen’ und führen mit diesen auf die Erweiterungen ie. *(s)terg-, *(s)treg- bzw. *(s)terk̑- der Wurzel ie. *(s)ter- ‘unreine Flüssigkeit, Mist; besudeln, verwesen’. Die alte Bedeutung ‘Exkremente, Kot’ lebt noch in Komposita wie Mäusedreck (s. oben), Teufelsdreck (16. Jh.), während Scheißdreck wohl eher als Steigerung von Dreck im Sinne von ‘wertloses Zeug, Nichtigkeit’ anzusehen ist. dreckig Adj. (16. Jh.), älter dreckicht (15. Jh.) ‘schmutzig’. Dreckfink m. ‘Schmutzkerl’ (Dreckfincke Goethe, 18. Jh.), heute meist von Kindern.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abfall · Dreck · ↗Müll · ↗Schmutz · ↗Unflat · ↗Unrat  ●  ↗Siff  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baulärm Dreck Fingernagel Gestank Karre Karren Kot Krach Lärm Matsch Müll Ruß Schlamm Schmutz Schweiß Spottgeburt Staub Stecken Unrat beschmeißen bewerfen feucht scheren schmeißen spritzen suhlen wegmachen wegräumen wälzen wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dreck‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für die bin ich doch selbst weiter nichts als Dreck.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 115
Es liegt nun an Ihnen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Der Tagesspiegel, 09.03.2001
Vorzugsweise serviert er das Essen oder macht den Dreck des weißen Mannes weg.
konkret, 1995
Ich glaube nicht, daß es möglich ist, ernstliche Änderungen zu erreichen, ohne irgendwie mit im Dreck zu stecken.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 83
An ihren Dreck, den sie macht, läßt sie mich jedenfalls gerne ran.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 251
Zitationshilfe
„Dreck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dreck>, abgerufen am 18.06.2019.

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