Dramaturg, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dramaturgen · Nominativ Plural: Dramaturgen
Aussprache
WorttrennungDra-ma-turg (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

künstlerischer Berater an einer Bühne, der die Stücke für den Spielplan auswählt und bearbeitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drama · dramatisch · dramatisieren · Dramaturgie · Dramaturg
Drama n. ‘Schauspiel’, dann auch ‘erregendes, trauriges Geschehen’. Neben die älteren Bezeichnungen Schauspiel, Spektakel tritt im 16. Jh. entlehntes spätlat. drāma, griech. drā́ma (δρᾶμα) ‘künstlerisch behandeltes, auf der Bühne dargestelltes Spiel’, eigentlich ‘Tat, Handlung’, Ableitung von griech. drā́n (δρᾶν) ‘machen, tun’. Die Entlehnung folgt bis ins 18. Jh. noch griech.-lat. Flexion (Plur. Dramata). Erst mit der theoretischen Einteilung der Dichtung in Lyrik, Epik und Dramatik (18. Jh.) gewinnt der Ausdruck allgemeine Verbreitung. dramatisch Adj. ‘in der Art eines Drames’ (17. Jh.); vgl. gleichbed. griech. drāmatikós (δραματικός); dann allgemein ‘erregend, mitreißend’, dramatisieren Vb. ‘einen Stoff als Bühnenstück gestalten, übertreiben’ (18. Jh.). Dramaturgie f. ‘Wissenschaft von der Kunst des Dramas und des Theaters, Schauspielkunde’ (Lessing 1767), griech. drāmatūrgía (δραματουργία) ‘dramatische Darstellung’. Dazu im 18. Jh. Dramaturg m. ‘Begutachter und Bearbeiter von Bühnenstücken’, in Anlehnung an griech. drāmatūrgós (δραματουργός) ‘Dramenverfasser’; zum zweiten Kompositionsglied s. ↗Chirurg.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Burgtheater Bühnenbildner Choreographin Dramatiker Drehbuchautor Düffel Hausautor Hoftheater Intendant Kammerspiel Lektor Librettist Nationaltheater Oberspielleiter Ostermeier Regieassistent Regisseur Regisseurin Schaubühne Schauspieler Schauspielhaus Spielleiter Staatstheater Stückeschreiber Theaterautor Theaterkritiker Theaterleiter Theaterwissenschaftler Volksbühne Übersetzer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dramaturg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sind kein Schauspieler, kein Dramaturg, erst recht kein Manager.
Der Tagesspiegel, 13.01.2000
Statt dessen denkt sich der Forscher wie ein Dramaturg eine bestimmte Szene aus.
Die Zeit, 07.08.1995, Nr. 32
Ich wäre ein schlechter Dramaturg gewesen, hätte ich diesen günstigen Umstand unausgenützt gelassen.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1281
Hans Neuert war ein erfolgreicher Dramaturg, ein gefeierter und beliebter Künstler.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26418
Ab 1925 war er als Schauspieler, Spielleiter und Dramaturg tätig.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - G. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 16399
Zitationshilfe
„Dramaturg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dramaturg>, abgerufen am 26.06.2019.

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