Donnerkeil, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungDon-ner-keil
WortzerlegungDonnerKeil
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
keilförmige Versteinerung eines Skelettteils ausgestorbener Tintenfischarten
Beispiel:
das Meer spült Donnerkeile an den Strand
2.
salopp Fluch
Beispiel:
Ja, aber zum Donnerkeil ... sind Sie denn verrückt? [LönsMümmelmann4,75]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Donner · donnern · aufdonnern · verdonnern · Donnerbüchse · Donnerkeil · Donnerwetter · Dunnerlittchen
Donner m. dem Blitz folgendes krachendes Geräusch bei Gewitter, gleichzeitig Name des germanischen Gottes des Gewitters und der Fruchtbarkeit, Donar, vgl. anord. Þōrr, älter Þunarr, asächs. Thunar. Ahd. thonar (9. Jh.), mhd. doner, donre, dunre, mnd. dōner, donner, donre, donder, mnl. donder, donre, nl. donder, aengl. þunor, engl. thunder, norw. torden stellen sich mit aengl. þunian ‘donnern, brüllen, krachen’, mnd. dȫnen ‘tönen, lärmen’, mhd. dunen, dünen ‘dröhnen, donnern’ zur Wurzel ie. *(s)ten(ə)- ‘donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen’; zur selben Wurzel gehört ↗stöhnen (s. d.). Außergerm. Verwandte sind lat. tonāre ‘donnern’, aind. stánati, stanáyati ‘donnert’, tányati ‘erschallt, ertönt, tost, rauscht’, tanyatúḥ ‘Donnern, Tosen’, pers. tondar ‘Donner’. donnern Vb. ‘krachen’ (bei Gewitter), ahd. thonarōn (8. Jh.), mhd. donren, dunren, mnd. dōneren, donnern, aengl. þunrian, engl. to thunder, nl. donderen, Bildungen zum Substantiv. aufdonnern Vb. ‘auffällig (und geschmacklos) zurechtmachen’ im Hinblick auf den durchschlagenden Effekt (18. Jh.); kaum zu ital. donna, nd. Dunna, hd. Donna ‘Dame’ gebildet, wie vielfach angenommen. Ähnlich wohl verdonnern Vb. ‘effektvoll, d. h. kurz und schroff verurteilen bzw. gegen den Willen des Betroffenen mit etw. beauftragen’ (19. Jh.). Donnerbüchse f. ‘Gewehr’, zuvor ‘Kanone’ (15. Jh.). Donnerkeil m. ‘Blitzstrahl’ (16. Jh.); auch versteinertes Schalenteil ausgestorbener Kopffüßer, ‘Belemnit’, nach volkstümlicher Vorstellung durch Blitz auf die Erde herabgeschleudert. Donnerwetter n. ‘Wetter mit Blitz und Donner’ (15. Jh., in Fluch und Verwünschung, 17. Jh.), auch ‘Krach, heftige Vorwürfe’ (17. Jh.). Abgeschwächt Donner-, Dunnerlittchen Interjektion nordd. Ausruf des Erstaunens (19. Jh.), eigentlich Lichtchen, vgl. ostpreuß. Lichting ‘Blitz’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

schleudern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Donnerkeil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie hätte er als Schweizer Bürger "Donnerkeile gegen Hitler schleudern" sollen?
Süddeutsche Zeitung, 16.09.1999
Der Erzieher als Gott arbeitet unweigerlich mit Donnerkeil und Rohrstock.
Die Zeit, 09.04.1993, Nr. 15
Leichter und eleganter ist sein Dirigieren geworden, weniger Hantieren mit dem Donnerkeil als feines Schattieren am Orchesterklangbild.
Der Tagesspiegel, 16.07.2004
Unter seinen Attributen hat man die Doppelaxt als Symbol des Donnerkeiles wiederfinden wollen, vielleicht aber zu Unrecht.
Edsman, C.-M.: Gewitter. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 16179
Im Inneren dieses Donnerkeils entdeckten die Fraunhofer-Forscher einen spiralig gewundenen Kanal.
Die Welt, 17.12.2003
Zitationshilfe
„Donnerkeil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Donnerkeil>, abgerufen am 17.09.2019.

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