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Donner, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Donners · Nominativ Plural: Donner
Aussprache
WorttrennungDon-ner
Wortbildung mit ›Donner‹ als Erstglied: ↗Donnerbalken · ↗Donnerblitz · ↗Donnerbö · ↗Donnerböe · ↗Donnerbüchse · ↗Donnerkeil · ↗Donnerkiel · ↗Donnerklang · ↗Donnerlittchen · ↗Donnerlüttchen · ↗Donnermaschine · ↗Donnerrohr · ↗Donnerschlag · ↗Donnerstimme · ↗Donnervogel · ↗Donnerwetter · ↗Dunnerlittchen · ↗donnerartig
eWDG, 1967

Bedeutung

dem Blitz folgendes rollendes, krachendes Geräusch
Beispiele:
ein starker, schwacher, langanhaltender, entfernter, dumpfer, grollender, dröhnender Donner
der Donner rollt, kracht
umgangssprachlich der Donner rumpelt
der Hall, das Rollen des Donners verklingt in der Ferne
umgangssprachlich er stand da, fuhr zusammen wie vom Donner gerührt, getroffen
Die Donner rissen kaum ab und dröhnten ineinander [RennKrieg ohne Schlacht57]
salopp Ausruf des Erstaunens; Verwünschung
Beispiele:
Donner und Blitz!
Donner und Doria!
Donner und Teufel!
da soll doch der Donner dreinschlagen!
dass dich der Donner erschlage!
bildlich
Beispiele:
der Donner der Kanonen, Geschütze
der Donner der Lokomotiven, des Pferdegetrappels, Beifalls
die Fenster klirren vom Donner der Freudenschüsse [WaggerlJahr77]
ein fein anschwellender Donner stieg aus den Kesselpauken empor [Kellerm.Tunnel19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Donner · donnern · aufdonnern · verdonnern · Donnerbüchse · Donnerkeil · Donnerwetter · Dunnerlittchen
Donner m. dem Blitz folgendes krachendes Geräusch bei Gewitter, gleichzeitig Name des germanischen Gottes des Gewitters und der Fruchtbarkeit, Donar, vgl. anord. Þōrr, älter Þunarr, asächs. Thunar. Ahd. thonar (9. Jh.), mhd. doner, donre, dunre, mnd. dōner, donner, donre, donder, mnl. donder, donre, nl. donder, aengl. þunor, engl. thunder, norw. torden stellen sich mit aengl. þunian ‘donnern, brüllen, krachen’, mnd. dȫnen ‘tönen, lärmen’, mhd. dunen, dünen ‘dröhnen, donnern’ zur Wurzel ie. *(s)ten(ə)- ‘donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen’; zur selben Wurzel gehört ↗stöhnen (s. d.). Außergerm. Verwandte sind lat. tonāre ‘donnern’, aind. stánati, stanáyati ‘donnert’, tányati ‘erschallt, ertönt, tost, rauscht’, tanyatúḥ ‘Donnern, Tosen’, pers. tondar ‘Donner’. donnern Vb. ‘krachen’ (bei Gewitter), ahd. thonarōn (8. Jh.), mhd. donren, dunren, mnd. dōneren, donnern, aengl. þunrian, engl. to thunder, nl. donderen, Bildungen zum Substantiv. aufdonnern Vb. ‘auffällig (und geschmacklos) zurechtmachen’ im Hinblick auf den durchschlagenden Effekt (18. Jh.); kaum zu ital. donna, nd. Dunna, hd. Donna ‘Dame’ gebildet, wie vielfach angenommen. Ähnlich wohl verdonnern Vb. ‘effektvoll, d. h. kurz und schroff verurteilen bzw. gegen den Willen des Betroffenen mit etw. beauftragen’ (19. Jh.). Donnerbüchse f. ‘Gewehr’, zuvor ‘Kanone’ (15. Jh.). Donnerkeil m. ‘Blitzstrahl’ (16. Jh.); auch versteinertes Schalenteil ausgestorbener Kopffüßer, ‘Belemnit’, nach volkstümlicher Vorstellung durch Blitz auf die Erde herabgeschleudert. Donnerwetter n. ‘Wetter mit Blitz und Donner’ (15. Jh., in Fluch und Verwünschung, 17. Jh.), auch ‘Krach, heftige Vorwürfe’ (17. Jh.). Abgeschwächt Donner-, Dunnerlittchen Interjektion nordd. Ausruf des Erstaunens (19. Jh.), eigentlich Lichtchen, vgl. ostpreuß. Lichting ‘Blitz’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brausen · Donner · Dröhnen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blitz Brandung Doria Geschütz Gewitter Grollen Hagel Hagelschlag Kanone Krachen Platzregen Regen Regenguß Regensturm Rollen Sturmböe Unwetter Weltgeschichte Wetterleuchten Wolkenbruch dumpf entladen grollen grollend hallen krachen krachend ohrenbetäubend rollend verhallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Donner‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das gemeine Volk kennt zwei Arten menschlichen Lärms, so laut wie der Donner.
Süddeutsche Zeitung, 08.11.1995
Der Donner, der nun den Platz erschütterte, war wirklich einmalig.
Biller, Maxim: Brille, Lara und die Glocken von St. Ursula. In: ders., Wenn ich einmal reich und tot bin, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1990, S. 201
Wie sie noch schielen - wie sie sich als Deutsche fühlen - aber zum Donner, die Deutschen wollen euch nicht!
Tucholsky, Kurt: An Arnold Zweig, 15.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16646
Ein heftiger Blitz zerriss die Nacht, Donner ließ die Scheiben erzittern.
C't, 2000, Nr. 21
Der Donner dröhnte und die Blitze drangen sogar durch Malkas geschlossene Lider.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 70
Zitationshilfe
„Donner“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Donner>, abgerufen am 20.06.2019.

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