Doktrin, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Doktrin · Nominativ Plural: Doktrinen
Aussprache
WorttrennungDok-trin (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Doktrin‹ als Letztglied: ↗Militärdoktrin · ↗Staatsdoktrin
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
als absolut gültig erklärte Lehrmeinung
Beispiele:
eine weltanschauliche Doktrin
eine Doktrin aufstellen, verteidigen
2.
politischer Grundsatz
Beispiel:
die Unterschiede ihrer [der Mächte] Doktrinen und Interessen entscheiden nicht: sondern einzig ... die Macht [H. MannZeitalter373]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Doktrin · doktrinär
Doktrin f. ‘Lehre, Lehrsatz, (starre) Lehrmeinung’, Anfang 16. Jh. aus lat. doctrīna ‘Unterricht, Unterweisung, Gelehrsamkeit, Kenntnisse’ (zu lat. docēre, doctum ‘lehren, unterrichten’) entlehnt. doktrinär Adj. ‘auf einer Doktrin beruhend, sich auf eine Doktrin berufend, engstirnig, fanatisch’; das von frz. doctrine abgeleitete Adj. frz. doctrinaire entwickelt sich in der Restaurationszeit zum politischen Schlagwort und gelangt im 19. Jh. ins Dt. Substantiviertes Doktrinär m. (seit etwa 1830) bezeichnet jmdn., ‘der Urteilsfähigkeit vermissen läßt, der durch einseitiges Studium die Beziehung zur Wirklichkeit verloren hat’, später jmdn., ‘der starr und fanatisch eine Doktrin vertritt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Doktrin · ↗Grundsatz
Synonymgruppe
Doktrin · ↗Glaubenssatz · ↗Lehre · ↗Lehrmeinung  ●  ↗Dogma  auch figurativ · (ein) Evangelium (für jemanden)  ugs., fig.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkehr Abschreckung Dogma Doktrin Ersteinsatz Erstschlag Ideologie Informationssicherheit Marxismus Nichteinmischung Präventivkrieg Präventivschlag Realismus Vergeltung außenpolitisch benannt bolschewistisch gaullistisch herrschend kommunistisch kubistisch leninistisch marxistisch marxistisch-leninistisch marxsch neoliberal stalinistisch strategisch vorherrschend überholt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Doktrin‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die Doktrin, dass nur Sparen nützt, hilft nicht weiter.
Der Tagesspiegel, 03.08.2001
Fast niemand glaubte mehr so recht an die Doktrin der »unsichtbaren Hand«.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 616
Ihre Doktrin war bisher immer mit der Politik der Regierung identisch.
Die Zeit, 21.06.1974, Nr. 26
In beiden Fällen diente Terror dazu, eine Doktrin zu verwirklichen, nicht sie zu propagieren.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 629
Sein Stil ist schwierig zu beschreiben, da er auf keine Doktrin eingeschworen ist.
Letailleur, Paule: Capdevielle. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 9668
Zitationshilfe
„Doktrin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Doktrin>, abgerufen am 20.05.2019.

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