Diwan, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Diwans · Nominativ Plural: Diwane
Nebenform österreichisch Diwan · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Diwans · Nominativ Plural: Diwans
Aussprache
WorttrennungDi-wan (computergeneriert)
HerkunftPersisch
Wortbildung mit ›Diwan‹ als Erstglied: ↗Diwandecke · ↗Diwankissen
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend niedriges, gepolstertes Ruhebett
Beispiele:
ein roter, weicher Diwan
auf einem Diwan sitzen, liegen
ausgestreckt auf dem Diwan
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diwan m. ‘niedriges Ruhebett’. Pers. dīwān ‘Gedichtsammlung, Kanzlei zur Abfassung von Dokumenten, Regierungsversammlung, -sitzung, Sitzungsraum’ bzw. daraus entlehntes türk. diwán ist mehrfach ins Dt. eingegangen. Durch Reisebeschreibungen gelangt türk. diwán in der Bedeutung ‘Empfangssaal, eingefaßt von großen Sitzkissen’ in die roman. Sprachen; daher frz. divan ‘Empfangszimmer vornehmer Türken’, dessen Möblierung vorwiegend aus lehnenlosen Sofas besteht, dann (seit der Mitte des 18. Jhs.) diese Polstermöbel selbst. Ins Dt. kommt Diwan in der Bedeutung ‘Polstermöbel’ wohl durch frz. Vermittlung um 1800. Bereits seit dem 17. Jh. bezeichnet Diwan entsprechend seiner Verwendung im Türk. (und wohl unmittelbar von da entlehnt) den ‘türkischen Staatsrat’ sowie den Raum, das Gebäude, wo dieser tagt. Im Sinne von ‘Gedichtsammlung’ wird Diwan vor allem durch Goethe bekannt, der mit dem Titel Westoestlicher Divan (1819), nach der Gedichtsammlung des persischen Dichters Hafis (14. Jh.) benannt, direkt auf pers. dīwān (s. oben) zurückgeht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Couch · Diwan · ↗Kanapee · ↗Liege · ↗Ruhemöbel  ●  ↗Sofa  Hauptform · ↗Chaiselongue  geh., veraltend, franz. · ↗Ottomane  geh., historisch · Récamière  geh. · Triclinium (Antike)  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bett Ecke Gedicht Note Sessel Stuhl Teppich bezogen breit lagern niedrig ost-westlich ruhen räkeln sitzen west-östlich westöstlich östlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diwan‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine venezianische Schönheit ruht auf einem Diwan auf dunkler Seide, die Beine liegen auf cremefarbenem Satin.
Süddeutsche Zeitung, 22.08.1995
Tatsächlich hat er schon die ganze Zeit über einen Diwan vor Augen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 51
Darunter lag ihre schwarz gekleidete Gestalt lang ausgestreckt auf dem niedrigen Diwan.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2860
Sie versperrte ihm den Weg zu seinem Zimmer, so beschloß er hinüberzugehen zur Bibliothek, sich dort auf den Diwan zu legen.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 346
Man führt den Diwan an den Mund und küßt ihn ehrerbietig.
Die Welt, 10.12.2005
Zitationshilfe
„Diwan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Diwan>, abgerufen am 24.08.2019.

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