Dichter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dichters · Nominativ Plural: Dichter
Aussprache
WorttrennungDich-ter (computergeneriert)
Wortzerlegungdichten2-er
Wortbildung mit ›Dichter‹ als Erstglied: ↗Dichterbiografie · ↗Dichterbiographie · ↗Dichterfantasie · ↗Dichterfürst · ↗Dichtergabe · ↗Dichtergeist · ↗Dichtergenie · ↗Dichterin · ↗Dichterkomponist · ↗Dichterkreis · ↗Dichterlesung · ↗Dichterling · ↗Dichternatur · ↗Dichterpersönlichkeit · ↗Dichterphantasie · ↗Dichterruhm · ↗Dichterschule · ↗Dichtersprache · ↗Dichtertreffen · ↗Dichtertum · ↗Dichterwort · ↗dichterisch
 ·  mit ›Dichter‹ als Letztglied: ↗Arbeiterdichter · ↗Auchdichter · ↗Balladendichter · ↗Barockdichter · ↗Bauerndichter · ↗Bühnendichter · ↗Dialektdichter · ↗Dramendichter · ↗Ependichter · ↗Feld-Wald-und-Wiesen-Dichter · ↗Freiheitsdichter · ↗Gelegenheitsdichter · ↗Heimatdichter · ↗Laiendichter · ↗Lieblingsdichter · ↗Liederdichter · ↗Modedichter · ↗Märchendichter · ↗Nationaldichter · ↗Tendenzdichter · ↗Textdichter · ↗Theaterdichter · ↗Tondichter · ↗Tragödiendichter · ↗Wald-und-Wiesen-Dichter · ↗Zeitdichter
eWDG, 1967

Bedeutung

mit starker Empfindungsfähigkeit, Erlebnisfähigkeit und Ausdrucksfähigkeit begabter Schöpfer eines sprachlichen Kunstwerkes
Beispiele:
Goethe ist der Dichter des ›Faust‹, von ›Hermann und Dorothea‹
die Dichter des Naturalismus
Shakespeare gehört zu den größten Dichtern der Weltliteratur
das Genie des Dichters
ein lyrischer, epischer, dramatischer, realistischer, zeitgenössischer, moderner, bekannter, volkstümlicher, erfolgreicher, echter, revolutionärer, genialer, unsterblicher Dichter
der Dichter reimt, besingt die Natur, enthüllt uns die Tiefen der menschlichen Seele
ein Dichter werden
zum Dichter bestimmt sein
einen Dichter verstehen, nachempfinden, zitieren
sprichwörtlich wer den Dichter will verstehen, muss in Dichters Lande gehen
So fühl ich denn ... was den Dichter macht: ein volles, ganz von einer Empfindung volles Herz! [GoetheGötzII 5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dichten2 · Dichter · Dichtung2 · Gedicht
dichten2 Vb. ‘literarische Werke, Verse verfassen, erfinden’. Ahd. tihtōn ‘sprachlich gestalten, abfassen’ (9. Jh.; daneben auch Formen mit inlautendem -ct-, dem lat. Lautstand entsprechend), mhd. tihten ‘schreiben, schriftlich abfassen, erfinden, schaffen, erlügen’, mnd. mnl. nl. dichten, aengl. dihtan ‘einrichten, verfügen, anordnen, befehlen, verfassen, schreiben, veranlassen’, anord. schwed. dikta gelten allgemein als Entlehnungen von lat. dictāre ‘vorsagen, verfassen’ (s. ↗diktieren). Der nhd. d-Anlaut beruht auf der binnendeutschen Konsonantenschwächung. Fraglich ist, ob die westgerm. Verben möglicherweise erst sekundär unter den Einfluß von lat. dictāre geraten, in Wirklichkeit aber germ. Ursprungs sind. Unter Berufung auf die Bedeutungsbreite der genannten Verben erwägt man Zusammenhang mit stark flektierendem mhd. tīchen ‘schaffen, treiben, ins Werk setzen’ (auch von Gesang und Tanz), ‘die Stimme erschallen lassen’ und will dieses (sehr unsicher) auf eine Variante ie. *dheig̑- der unter ↗Teig (s. d.) genannten Wurzel ie. *dheig̑h- ‘kneten’ zurückführen. Dichter m. ‘Verfasser von Versen, literarischen Werken’, mhd. tihtære ‘Verfasser, Erdichter’. Im Nhd. bleibt Dichter selten und setzt sich erst seit dem 18. Jh. gegen das im 15. bis 17. Jh. üblichere ↗Poet (s. d.) durch, das im 18. Jh. einen abschätzigen Sinn erhält. Dichter bezeichnet heute vorwiegend den Verfasser von Lyrik gegenüber dem allgemeineren ↗Schriftsteller (s. d.). Dichtung2 f. ‘literarisches Kunstwerk’ (15. Jh.). Gedicht f. ‘lyrische Dichtung (in Versen)’, mhd. getiht(e) ‘schriftliche Aufzeichnung, Erdichtung, Kunstwerk’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedichteschreiber · ↗Lyriker · ↗Musensohn · ↗Poet · Reimeschmied (leicht iron.) · ↗Spielmann · ↗Versemacher · Versschreiber  ●  ↗Barde  fig. · Dichter  Hauptform · ↗Dichterling  abwertend · ↗Minnesänger  fig. · ↗Verseschmied  ironisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Autor · Dichter · ↗Literat · ↗Schreiber · ↗Schriftsteller · ↗Verfasser  ●  Mann der Feder  männl. · ↗Konzipient  geh., veraltet, lat. · ↗Schmock  derb, veraltet, selten · ↗Skribent  geh., selten, abwertend, lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Club Denker Dichter Dramatiker Geburtstag Gedicht Gelehrte Komponist Maler Musiker Philosoph Schriftsteller Sänger Todestag Vers Werk bedeutend berühmt besingen englisch geboren jung lebend romantisch russisch römisch tot verstorben Übersetzer österreichisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dichter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie stets steht am Eingang ein alter Dichter mit einem überraschend aktuellen Text.
Die Zeit, 05.07.1996, Nr. 28
Was von der Literatur vergangener Jahrhunderte geblieben ist, sind Analysen der Dichter, Welt betreffend.
konkret, 1990
Er selbst zeigte sich ebenfalls als ein Dichter von beachtlichem Format.
Frankel, Hans H.: China bis 960. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2539
Der Dichter hatte vier Stücke zu liefern, und diese mußte er mit einem einzigen Chor einüben.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3840
Es kam ihnen nicht darauf an, den Film durch den Dichter zu fördern.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 102
Zitationshilfe
„Dichter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dichter>, abgerufen am 24.05.2019.

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