Deutschland

GrammatikEigenname
WorttrennungDeutsch-land
WortzerlegungdeutschLand
Wortbildung mit ›Deutschland‹ als Erstglied: ↗Deutschlandfrage · ↗Deutschlandkarte · ↗Deutschlandlied · ↗Deutschlandpolitik · ↗Deutschlandproblem · ↗Deutschlandsender · ↗Deutschlandtournee
 ·  mit ›Deutschland‹ als Letztglied: ↗Gesamtdeutschland · ↗Großdeutschland · ↗Hitlerdeutschland · ↗Mitteldeutschland · ↗Nachkriegsdeutschland · ↗Nazideutschland · ↗Norddeutschland · ↗Ostdeutschland · ↗Süddeutschland · ↗Westdeutschland
eWDG, 1967

Bedeutung

Ländername
Beispiele:
in Deutschland leben
ein demokratisches, einheitliches Deutschland
die Demokratisierung Deutschlands
DDR die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
DDR die Nationale Front des demokratischen Deutschland
die Bundesrepublik Deutschland
Deutschland. Ein Wintermärchen [HeineWintermärchenTitel]
bildlich
Beispiel:
das Grüne Herz Deutschlands (= Thüringen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

deutsch · verdeutschen · Deutschland
deutsch Adj. ahd. thiutisk (um 1000), mhd. diutisch, diutsch, tiutsch, tiusch, (md.) dūdesch, dūtsch, dūsch, nhd. (häufig bis ins 16./17. Jh., gelegentlich noch 2. Hälfte 18. sowie 19. Jh.) teutsch, asächs. thiudisc, mnd. dǖdesch, mnl. (holl.) duutsc (woraus engl. Dutch ‘holländisch’), nl. duits, fläm. dietsc; zu aengl. þēodisc, got. þiudiskō sowie zu den skandinav. Formen s. unten. In latinisierter Form erscheint das westgerm. Adjektiv bereits zur Zeit Karls des Großen (seit 786) als mlat. theodiscus ‘zum (eigenen) Volk gehörig’; zuerst auf sprachliche Verhältnisse bezogen, meint es den Gebrauch der germ. Volkssprache im Gegensatz zu Lat. und den roman. Sprachen, bezeichnet daher (im frühesten Beleg) auch das Aengl., dann das Frk. und wird später auch auf politische Verhältnisse angewandt. Neben theodiscus erscheint seit etwa 880 als Reflex der ahd. Form (s. oben) auch mlat. diutiscus, tiutiscus. Die den germ. Formen und ihren Latinisierungen zugrundeliegenden Bildungen gehören als Zugehörigkeitsadjektive auf -isk- zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ahd. thiota, thiot (8. Jh.), mhd. diet (erhalten in Eigennamen wie Dietrich, Dietwald), asächs. thiod(a), mnl. diet, aengl. þēod, anord. þjōð, got. þiuda (s. auch ↗deuten). Verwandt mit germ. *þeuðō sind air. tūath ‘Volk, Stamm, Land’, lit. tautà ‘Volk, Nation, Land’. Diese Substantive gehören wie ↗tausend (s. d.) zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’, bezeichnen ursprünglich also die ‘große (kraftvolle, mächtige) Menge’. Die westgerm. Adjektivbildung ist vielleicht als Äquivalent für lat. vulgāris ‘allgemein, alltäglich, allbekannt’ (zu lat. vulgus ‘große Menge, Volk’) entstanden. Einmal belegtes got. þiudiskō Adv. ‘heidnisch’ ist unabhängig davon Übersetzung von griech. ethnikṓs (ἐθνικῶς), zu éthnos (ἔθνος) ‘Volk’, Plur. (biblisch) auch ‘Heiden’ (s. ↗ethnisch und ↗Heide m.). Entsprechend übersetzt aengl. þēodisc ‘heidnisch’ lat. gentīlis (s. ↗Gentilgesellschaft) in der kirchenlat. Bedeutung ‘heidnisch’ (zu lat. gentēs Plur., kirchenlat. ‘Heiden’). Offen bleibt die Frage, wieweit das substantivierte Adjektiv aengl. þēodisc n. ‘einheimische Sprache, Einzelsprache’ eine selbständige Bildung ist oder unter dem Einfluß des Kontinentalwestgerm. steht. Ein solcher ist zumindest in semantischer Hinsicht für die skandinav. Bildungen anord. þȳðverskr, þȳzkr, norw. schwed. dän. tysk ‘deutsch’ vorauszusetzen. Mlat. theodiscus wird Mitte des 11. Jhs. durch das konkurrierende mlat. teutonicus verdrängt (umgedeutet aus lat. Teutonicus ‘dem Stamm der Teutonen angehörend, germanisch’; der Name der Teutonen gehört gleichfalls zur hier behandelten Wortgruppe, weist in seiner antiken Lautform lat. Teutonī, Teutonēs aber auf kelt. Umgestaltung). Anfang des 10. Jhs. werden sowohl mlat. theodiscus wie mlat. teutonicus auf die sprachlichen und politischen Verhältnisse des Ostfrankenreiches (und damit auf das mittelalterliche deutsche Reich) eingeschränkt. Die Wendung mit jmdm. deutsch (‘offen, unmißverständlich’) reden ist seit der 2. Hälfte des 15. Jhs. bezeugt. verdeutschen Vb. ‘ins Deutsche übertragen’, früher verteutschen (15. Jh.); älter ist noch im 17. Jh. vorkommendes deutschen, teutschen, mhd. diutschen, tiutschen ‘auf deutsch sagen, erklären’. Deutschland, aus Fügungen wie mhd. in Diutischemi lande (Annolied, um 1085) entstanden, im Mhd. vereinzelt schon in Diutisk lant (Kaiserchronik, um 1150), spätmhd. Tiutschland; Zusammenschreibung setzt sich endgültig erst im 16. Jh. durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Germania  ●  Deutschland  Hauptform · Land der Richter und Henker  sarkastisch · Teutonia  lat. · Teutschland  veraltet · ↗Kartoffelland  ugs., ironisch · Land der Dichter und Denker  ugs. · Piefkei  ugs., österr. · Schland  ugs., Verballhornung · Tschland  ugs., Verballhornung · deutsche Lande  fachspr., Jargon, werbesprachlich · grosser Kanton  ugs., schweiz.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
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  • Bundesrepublik  ●  ↗BRD  Abkürzung · Bundesrepublik Deutschland  offiziell · Deutschland  Hauptform · ↗Westdeutschland  veraltet · Bunzreplik  ugs., Verballhornung
  • Altes Reich · ↗Altreich · Deutsches Reich · Deutschland · Erstes Reich · Heiliges Römisches Reich · Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation · römisch-deutsches Reich  ●  HRR  Abkürzung · Sacrum Imperium Romanum  lat. · Sacrum Romanum Imperium  lat.
  • Erstes Reich · Heiliges Römisches Reich · römisch-deutsches Reich
  • Deutsches Reich
Assoziationen
  • DB · Deutsche Bahn · Die Bahn
  • Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl · ↗Montanunion  ●  EGKS  Abkürzung
  • Schuman-Erklärung · Schuman-Plan
  • Deutsche Frage · ↗Deutschlandfrage
  • Deutsche  ●  Germanen  historisch · Teutonen  ironisch · Kartoffeln  ugs., scherzhaft · Krauts  ugs., engl.
  • deutscher Sprachraum · deutsches Sprachgebiet
  • deutsch · ↗germanisch · ↗teutonisch
Geschichte, Politik
Synonymgruppe
Altes Reich · ↗Altreich · Deutsches Reich · Deutschland · Erstes Reich · Heiliges Römisches Reich · Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation · römisch-deutsches Reich  ●  HRR  Abkürzung · Sacrum Imperium Romanum  lat. · Sacrum Romanum Imperium  lat.
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  • Land · ↗Nation · ↗Nationalstaat · ↗Staat
  • Germania  ●  Deutschland  Hauptform · Land der Richter und Henker  sarkastisch · Teutonia  lat. · Teutschland  veraltet · ↗Kartoffelland  ugs., ironisch · Land der Dichter und Denker  ugs. · Piefkei  ugs., österr. · Schland  ugs., Verballhornung · Tschland  ugs., Verballhornung · deutsche Lande  fachspr., Jargon, werbesprachlich · grosser Kanton  ugs., schweiz.
  • Kaiserreich · ↗Kaisertum  ●  ↗Empire  franz., engl. · ↗Imperium  lat.
  • Deutsches Reich
Unterbegriffe
  • Königreich Italien · Reichsitalien
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  • Fürstentum Ansbach · Markgraftum Brandenburg-Ansbach
Assoziationen
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  • Reichsinsignien · ↗Reichskleinodien · Reichsschatz
  • Dolchstoßlegende · Dolchstoßlüge
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  • Wetterauer Grafenverein · Wetterauische Grafenbank · Wetterauisches Reichsgrafenkollegium
  • schwäbische Reichsgrafenbank · schwäbisches Reichsgrafenkollegium
  • Fürstenbank · Reichsfürstenrat
  • fränkische Grafenbank · fränkisches Reichsgrafenkollegium
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  • Oberösterreich · Tirol und die Vorlande
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  • Deutscher Bauernkrieg · Revolution des gemeinen Mannes
  • Reichsadelsstand · Reichsritterschaft
  • Bund im Lande Schwaben · Schwäbischer Bund
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Bundesrepublik  ●  ↗BRD  Abkürzung · Bundesrepublik Deutschland  offiziell · Deutschland  Hauptform · ↗Westdeutschland  veraltet · Bunzreplik  ugs., Verballhornung
Oberbegriffe
  • Germania  ●  Deutschland  Hauptform · Land der Richter und Henker  sarkastisch · Teutonia  lat. · Teutschland  veraltet · ↗Kartoffelland  ugs., ironisch · Land der Dichter und Denker  ugs. · Piefkei  ugs., österr. · Schland  ugs., Verballhornung · Tschland  ugs., Verballhornung · deutsche Lande  fachspr., Jargon, werbesprachlich · grosser Kanton  ugs., schweiz.
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Assoziationen
  • BRD-Deutsch · ↗Binnendeutsch · Bundesdeutsches Hochdeutsch · Deutschlanddeutsch · Deutschländisch · deutsches Deutsch · deutschländisches Deutsch  ●  Bundesdeutsch  Hauptform · Reichsdeutsch  veraltet
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  • Inländer · ↗Teutone  ●  Deutscher  Hauptform · Bio-Deutscher  derb, abwertend · ↗Boche  derb, franz. · ↗Fritz (engl. mil., veraltend)  derb · ↗Germane  ugs., scherzhaft-ironisch · Gummihals  derb, schweiz. · ↗Kraut  derb, engl. · Mof (niederl.)  derb · ↗Piefke  derb, österr. · Preiß  ugs., bair. · Saupreiß  derb, bair.
  • Solidaritätszuschlag  ●  ↗Soli  ugs.
  • Bundestag · Deutscher Bundestag
  • alliiertes Kontrollrecht · alliiertes Vorbehaltsrecht
  • Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland  ●  ↗Bundesverdienstkreuz  ugs. · ↗Bundesverdienstorden  ugs.
  • Atlantische Allianz · Atlantisches Bündnis  ●  ↗NATO  Abkürzung · North Atlantic Treaty Organization  engl.
  • Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts · Schuldrechtsmodernisierungsgesetz
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie · ↗Bundeswirtschaftsministerium  ●  BMWi  Abkürzung · Bundesministerium für Wirtschaft  veraltet
  • Deutschlandkette  ●  Schlandkette  ugs.
  • Evangelische Kirche in Deutschland  ●  EKD  Abkürzung
  • Abkommen über deutsche Auslandsschulden · Londoner Schuldenabkommen
  • Saarvertrag · Vertrag von Luxemburg
  • Normandie-Format · Normandie-Quartett
  • Fahreignungsregister  Amtsdeutsch · ↗Verkehrszentralregister  Amtsdeutsch · Flensburg  ugs. · ↗Verkehrssünderkartei  ugs., Hauptform
  • ELENA-Verfahren · elektronischer Einkommensnachweis · elektronisches Entgeltnachweis-Verfahren
  • Westbindung · ↗Westintegration
  • Bundesoberbehörde · Obere Bundesbehörde
  • Bundesgermanismus · Deutschlandismus · ↗Germanismus · ↗Teutonismus
  • Freie Demokratische Partei · ↗Gelbe (die Gelben) · ↗Liberale  ●  ↗FDP  Abkürzung · (die) Partei der Besserverdienenden  ugs.
  • Christdemokraten · Christlich Demokratische Union  ●  ↗CDU  Abkürzung · ↗Konservative  ugs. · die Schwarzen  ugs.
  • Deutsche Kommunistische Partei  ●  DKP  Abkürzung

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das war zu einem Zeitpunkt, als er noch erwartete, auf absehbare Zeit würden zwei versöhnte, aber unabhängige Deutschländer nebeneinander existieren.
Die Zeit, 16.10.1992, Nr. 43
Exemplarische jüdische Schicksale führt seit kurzem das Theater 44 vor, mit zwei Einaktern aus verschiedenen Zeiten und Deutschländern.
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2002
Einer von ihnen sei nach den Mißhandlungen arbeitsunfähig geworden, sagte Deutschländer.
Die Welt, 30.07.1999
Das romantische Spektakel sollte in beiden Deutschländern zweieinhalb Stunden lang live im Fernsehen übertragen werden.
Der Spiegel, 11.02.1985
Wenn die atomare Abschreckung versagt, wird in Minuten über das Schicksal aller Menschen entschieden - vor allem in den beiden Deutschländern.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 46
Zitationshilfe
„Deutschland“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Deutschland>, abgerufen am 24.10.2019.

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