Desiderat, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Desiderat(e)s · Nominativ Plural: Desiderate
Aussprache
WorttrennungDe-si-de-rat
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Desiderat‹ als Erstglied: ↗Desideratenbuch  ·  mit ›Desiderat‹ als Letztglied: ↗Forschungsdesiderat
eWDG, 1967

Bedeutung

Wissenschaft etw. Fehlendes, Erwünschtes, besonders ein nötig gebrauchtes Buch
Beispiele:
eine Neufassung der seit langem vergriffenen Ausgabe ist ein altes Desiderat der Germanistik
die Beschaffung von Desideraten
die Lösung dieses Problems ist bisher ein Desiderat der Wissenschaft geblieben
mit diesen Plänen soll ein langgehegtes Desiderat verwirklicht werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Desiderat n. ‘Erwünschtes, Erfordernis’, Entlehnung der Wissenschaftssprache (19. Jh.) aus lat. dēsīderātum, Part. Perf. zu lat. dēsīderāre ‘wünschen, verlangen, vermissen’. Neben Desiderat (Plur. Desiderate) ist nhd. auch die lat. Form Desideratum (Plur. Desiderata) gebräuchlich (seit 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anliegen · ↗Antrag · ↗Bitte · ↗Ersuchen · ↗Gesuch · ↗Nachfrage · ↗Wunsch · ↗Wunschliste  ●  ↗Ansuchen  österr. · Desiderat  geh. · ↗Desideratum  geh. · freundliches Ersuchen  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (...) möchte · (...) würde gerne · (einen) Wunsch haben · (jemandem) (ein) Anliegen sein · (jemandem) (ein) Bedürfnis sein · am Herzen liegen
  • Bettelbrief · ↗Bittbrief
  • (ein) Anliegen haben · (ein) Anliegen vortragen · (irgendwo) vorsprechen (wegen) · (sich) wenden an (in einer Angelegenheit) · ↗erbitten · vorstellig werden (bei jemandem in einer Angelegenheit)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Forschung dringend erfüllen

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ähnlich lehrreich und einfühlsam wie Treue nachzuzeichnen, daß auch für Mägde und Bauern die Zeit nicht stillstand, bleibt ein Desiderat.
Die Zeit, 14.08.1992, Nr. 34
Eine neue Systematik der Wissenschaften, die diese Veränderungen einrechnet, ist eins der Desiderate an die zukünftige Philosophie.
Freyer, Hans: Gesellschaft und Kultur. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 24978
Ein historischer Atlas des alten China bleibt auch weiterhin ein Desiderat.
Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 118
Eine international vergleichende Analyse der katholischen Publizistik nach ihren Tendenzen, ihrer Qualität und ihrem Einfluß ist ein Desiderat.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 17086
Bisher existiert ja keine Gesamtgeschichte der Hitler-Partei - ein Desiderat, das man kaum glauben möchte.
Die Welt, 30.04.2005
Zitationshilfe
„Desiderat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Desiderat>, abgerufen am 23.09.2019.

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