Denkverbot, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Denkverbot(e)s · Nominativ Plural: Denkverbote
WorttrennungDenk-ver-bot
WortzerlegungdenkenVerbot
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

das Nichtzulassen, Unterdrücken von Meinungen, Meinungsäußerungen (die von einer vorgegebenen Linie, einem Dogma o. Ä. abweichen)
Beispiele:
Das Internet befördert zwei Kommunikationsformen: zum einen Denkverbote und Denkgebote im Sinne von Political Correctness und auf der anderen Seite eine Kultur der Provokation. [Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2017]
»Die Vier-Tage-Woche ist kein Tabu, da darf es kein Denkverbot geben«, hatte der Leiter der Abteilung Tarifpolitik beim DGB[…] gefordert. [Süddeutsche Zeitung, 01.08.2001]
Es war ja schon immer die spezifische Freiheit des Narren, die Denkverbote suspendieren zu dürfen. [Die Zeit, 30.05.1997, Nr. 23]
Leopold von Wiese[…], ein Mann, der während der Hitlerzeit in Deutschland in innerer Emigration gelebt hatte, erließ 1946 in Frankfurt auf der ersten Tagung der Gesellschaft ein Denkverbot: Die Naziherrschaft sei wie die Pest über die Menschen gekommen, von außen, unvorbereitet, als ein heimtückischer Überfall. […]. [Der Spiegel, 03.10.1988, Nr. 40]
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: ein Denkverbot auferlegen, erteilen
in Koordination: Tabus und Denkverbote
in Präpositionalgruppe/-objekt: [sich] gegen ein Denkverbot aussprechen

Thesaurus

Synonymgruppe
Denkverbot · ↗Tabu · absolute Schranke  ●  No-Go  engl., Jargon · verbotenes Terrain  fig.
Assoziationen
  • (eine) Grenze setzen · (eine) rote Linie ziehen · bis hierher und nicht weiter (sagen)
  • heilig · ↗sakrosankt · ↗tabu · ↗unantastbar · ↗unaussprechlich · ↗unverletzlich · über alle Zweifel erhaben
  • informelle Verhaltensvorschrift · unausgesprochene Erwartung(en)  ●  ungeschriebenes Gesetz  Hauptform · (das) gehört sich einfach (so)  ugs., positiv · (das) tut man einfach nicht  ugs., negativ
  • (absolutes) Stillschweigen bewahren (über) · ↗(eine Sache) totschweigen · ↗geheim halten · nicht ans Licht der Öffentlichkeit gelangen lassen · nichts davon ans Licht der Öffentlichkeit kommen lassen  ●  unter Verschluss halten  fig. · unter dem Deckel halten  fig. · unter der Decke halten  fig. · (über etwas) Gras wachsen lassen  ugs., fig. · unter den Teppich kehren  ugs., fig. · unter den Tisch kehren  ugs., fig.
  • (ein) Tabu · ↗(ein) Tabuthema · (ein) Thema, über das man nicht spricht
  • (etwas) über das man nicht spricht · (etwas) über das nicht gesprochen werden darf · (etwas) über das nicht gesprochen wird · ↗Tabu · ↗Tabuthema

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lüge Tabu akzeptieren auferlegen aufheben aussprechen beklagen belegen diskutieren durchbrechen erlassen erteilen gleichkommen selbstauferlegt verhängen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Denkverbot‹.

Zitationshilfe
„Denkverbot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Denkverbot>, abgerufen am 25.04.2019.

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