Denker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Denkers · Nominativ Plural: Denker
Aussprache
WorttrennungDen-ker
Wortzerlegungdenken-er
Wortbildung mit ›Denker‹ als Erstglied: ↗Denkerfalte · ↗Denkergesicht · ↗Denkerstirn · ↗denkerisch
 ·  mit ›Denker‹ als Letztglied: ↗Meisterdenker
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der große Fragen gründlich durchdenkt, Philosoph
Beispiele:
ein genialer, tiefer, scharfer, revolutionärer, fortschrittlicher Denker
die Werke der großen Dichter und Denker
Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer, der mit der Kunst auf intimerem Fuße stand, als sonst Denker zu tun pflegen [Th. Mann11,465]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

denken · gedenken · nachdenken · nachdenklich · verdenken · Denker · Denkzettel
denken Vb. ‘geistig arbeiten, überlegen’, ahd. thenken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. denken, asächs. thenkian, afries. thanka, aengl. þencan, engl. to think, anord. þekkja (‘wahrnehmen, erkennen’), aschwed. þækkia, got. þagkjan. Das germ. jan-Verb (germ. *þankjan) steht als Kausativum im Ablaut (wie ↗Dank, ↗Gedanke, s. d.) zu einem Verb, das sich in ↗dünken (s. d.) fortsetzt. Es findet eine sichere außergerm. Entsprechung in lat. tongēre ‘kennen, wissen’ und kann mit diesem auf eine Wurzelform ie. *teng-, *tong- ‘denken, fühlen’ zurückgeführt werden. Das Prät. dachte und das Part. Prät. gedacht (beide mit Kürzung des Stammvokals) sind durch Ausfall von -n- und Ersatzdehnung entstanden (ahd. thāhta, githāht, mhd. dāhte, gedāht, aus germ. *þanht-). gedenken Vb. ‘an jmdn., etw. zurückdenken, sich erinnern, beabsichtigen’, ahd. githenken ‘an etw. denken’ (um 800), mhd. gedenken, auch ‘ausdenken, bestimmen, eingedenk sein, sich erinnern’, heute besonders einer Sache, eines Menschen gedenken sowie gedenken, etw. zu tun. nachdenken Vb. ‘eine Sache gründlich durchdenken, überlegen, erwägen’, (selten) ‘etw. in Gedanken nachvollziehen’ (15. Jh.); vgl. mhd. denken nāch ‘mit Gedanken nachfolgen, zurückdenken an’; nachdenklich Adj. ‘zu Überlegungen neigend, in Gedanken versunken, zum Nachdenken anregend’ (Mitte 17. Jh.). verdenken Vb. ‘übelnehmen, verübeln, verargen’ (meist verneint und in Verbindung mit können), ahd. firthenken ‘verachten, geringschätzen’ (8. Jh.), mhd. verdenken ‘(zu Ende) denken, erwägen, sich erinnern, Übles von jmdm. denken, jmdn. in Verdacht haben, verargen’ (s. ↗Verdacht). Denker m. ‘Philosoph’ (1. Hälfte 18. Jh. nach engl. thinker); vgl. vereinzeltes ahd. thenkāri (11. Jh.). Denkzettel m. ‘Merkzettel als Gedächtnishilfe’, übertragen ‘eindringliche Lehre in Form eines Verweises, einer Bestrafung’ (16. Jh.), vgl. rechtssprachliches mnd. denksed(d)del, -cēdel ‘Urkunde, Vorladung, Merkblatt’. Frühnhd. auch Gedenkzedele, -zettul (16. Jh.). S. ↗Zettel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Akademiker · Denker · ↗Forscher · ↗Geistesarbeiter · Gelehrter · Intellektueller · ↗Kopfarbeiter · ↗Theoretiker · ↗Verstandesmensch · ↗Wissenschaftler  ●  ↗Egghead  engl. · ↗Eierkopf  abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Sterbensforscher · Thanatologe
Assoziationen
  • Chefideologe · ↗Meisterdenker
  • Forschung · ↗Wissenschaft
  • heller Kopf · intelligenter Mensch  ●  ↗Eierkopf  ugs., ironisch · ↗Intelligenzbestie  ugs., ironisch · kluger Kopf  ugs. · schlaues Kerlchen  ugs., scherzhaft
  • (evangelikaler) Geistlicher · (evangelikaler) Gelehrter  ●  ↗(eine Art) Pastor  ugs., fig., variabel · DoM (D.o.M., DM, D.M.)  fachspr., Abkürzung, variabel · Doctor of Metaphysics  fachspr. · ↗Reverend  fachspr., engl., Anredeform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Denker Dichter Gelehrte Lenker Literat Macher Mittelalter Philosoph Pose Postmoderne Tüftler Volk antik bedeutend brillant christlich eigenwillig einflußreich griechisch konservativ konzeptionell liberal marxistisch mittelalterlich muslimisch originell postmodern scharfsinnig strategisch unbequem

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Denker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon längst ist den steinernen Denkern drinnen im Haus online der Rücken gestärkt.
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2000
Er ist der Denker, und als solchen schätze ich ihn.
Der Tagesspiegel, 21.04.1999
Die Denker, die wir vor uns haben, sind keine Philosophen im westlichen Sinn.
Hulsewé, A. F. P: China im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 21788
Der Denker wird sich fragen lassen müssen, ob er bedacht hat, wodurch er selbst denn zum Reden ermächtigt ist.
Fuchs, E.: Logos. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 29413
Darüber ist er, streng genommen, nie hinausgegangen und die andern Denker seiner Zeit so wenig wie er.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 24
Zitationshilfe
„Denker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Denker>, abgerufen am 20.04.2019.

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