Deckel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Deckels · Nominativ Plural: Deckel
Aussprache
WorttrennungDe-ckel
Wortbildung mit ›Deckel‹ als Erstglied: ↗Deckelglas · ↗Deckelhalter · ↗Deckelkanne · ↗Deckelkorb · ↗Deckelkrug · ↗Deckelpfeife · ↗Deckeluhr
 ·  mit ›Deckel‹ als Letztglied: ↗Abortdeckel · ↗Aktendeckel · ↗Augendeckel · ↗Bierdeckel · ↗Blechdeckel · ↗Bowlendeckel · ↗Brunnendeckel · ↗Buchdeckel · ↗Büchsendeckel · ↗Dosendeckel · ↗Einbanddeckel · ↗Filzdeckel · ↗Flaschendeckel · ↗Glasdeckel · ↗Gullydeckel · ↗Holzdeckel · ↗Kannendeckel · ↗Kelchdeckel · ↗Kiemendeckel · ↗Kistendeckel · ↗Klavierdeckel · ↗Kochgeschirrdeckel · ↗Kofferdeckel · ↗Korbdeckel · ↗Papierdeckel · ↗Pappdeckel · ↗Pfeifendeckel · ↗Pultdeckel · ↗Sargdeckel · ↗Schiebedeckel · ↗Schraubdeckel · ↗Springdeckel · ↗Sprungdeckel · ↗Topfdeckel · ↗Uhrdeckel · ↗Uhrendeckel · ↗Umschlagdeckel
 ·  mit ›Deckel‹ als Grundform: ↗deckeln
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abnehmbarer oder aufklappbarer oberer Verschluss eines Gefäßes oder Behälters
Beispiele:
den Deckel öffnen, abnehmen
umgangssprachlich den Deckel aufmachen
den Deckel des Schreibtisches, Klaviers aufklappen, zuklappen
den Deckel des Koffers zurückschlagen
den Deckel des Sarges schließen
dieser Deckel schließt nicht gut
ein eiserner, emaillierter, passender Deckel
bildlich, sprichwörtlich für jeden Topf findet sich ein Deckel, jeder Topf findet seinen Deckel (= jedes Mädchen findet einen passenden Mann)
2.
vordere, hintere feste und aufklappbare Platte eines Buches
Beispiel:
das Buch hat einen roten, vergilbten Deckel
3.
salopp, scherzhaft Hut
Beispiele:
was hat er bloß für einen Deckel auf!
seinen Deckel aufbehalten, abnehmen
ein steifer Deckel
eins, etw. auf den Deckel kriegen (= Schelte, Prügel bekommen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

decken · gedackt · Decke · Deckel · Gedeck · Abdecker · Abdeckerei
decken Vb. ‘auf etw. legen, über etw. breiten, schützen, verbergen’, in der Kaufmannssprache ‘finanziell aufkommen, absichern’, ahd. thecken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. decken, nl. dekken, afries. thekka, aengl. þeccan ‘decken’, engl. to thatch ‘mit Stroh decken’, anord. þekja, schwed. täcka (germ. *þakjan) führen mit den unter ↗Dach (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen auf die Wurzel ie. *(s)teg- ‘decken’. Das alte Part. Prät. (mit Rückumlaut) mhd. gedact ‘gedeckt’ bewahrt der Orgelbau in nhd. gedackt Part.adj. ‘bedeckt, mit einem Deckel versehen’ (von Orgelpfeifen, zur Beeinflussung der Tonhöhe). Decke f. ‘gewebtes oder wollenes Tuch zum Aus-, Überbreiten, oberer Abschluß eines Raumes, Auflage, Belag’, ahd. theckī (8. Jh.), mhd. decke. Deckel m. ‘oberer Verschluß eines Gefäßes’, vom Verb abgeleitete Gerätebezeichnung mit el-Suffix (15. Jh.). Gedeck n. ‘Eß- und Trinkgerät für eine Person’ (18. Jh., für frz. couvert), ‘feste Speisenfolge’ (1. Hälfte 20. Jh.); vgl. ahd. githeckī ‘Dach, Schirm, Schutz’ (9. Jh.), mhd. gedecke ‘(Bett)decke’. Abdecker m. ‘wer Tierleichen verwertet’ (1. Hälfte 16. Jh.), zu frühnhd. abdecken ‘ein verendetes Tier aus der Decke (Fell) schlagen, ihm die Haut abziehen’, für älteres ↗Schinder (s. d.); Abdeckerei f. ‘Arbeitsstätte und Gewerbe des Abdeckers’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Deckel · ↗Klappe · ↗Verschluss
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Becher Gildemeister Innenseite Kanne Kessel Kochtopf Mülltonne Pfanne Sarg Schließen Topf Truhe Werkzeugmaschinenhersteller abnehmbar abschrauben aufgeklappt aufklappen draufhalten gewölbt hochheben hochklappen lupfen lüften lüpfen schließend stülpen verschließen zuklappen zumachen Öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Deckel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Deckel des Messingaschenbechers klapperte im Takt der Vibrationen des Zuges, bis dieser hielt.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 225
Die gerechte Liste liegt zwischen den harten Deckeln eines übergroßen Buches.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 45
Drei Jahre lang versuchte er vergeblich, den schweren Deckel zu öffnen.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12
Unter dem Deckel leuchtet es hell, und das fertige Blatt rutscht heraus.
Der Tagesspiegel, 21.10.1999
Die grauen Nebel liegen wie ein Deckel über dem Tal.
Süddeutsche Zeitung, 08.03.1994
Zitationshilfe
„Deckel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Deckel>, abgerufen am 25.08.2019.

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