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Dämpfer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dämpfers · Nominativ Plural: Dämpfer
Aussprache
WorttrennungDämp-fer
Wortbildung mit ›Dämpfer‹ als Letztglied: ↗Futterdämpfer · ↗Geräuschdämpfer · ↗Kartoffeldämpfer · ↗Schalldämpfer · ↗Stoßdämpfer
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Musik Vorrichtung zum Vermindern der Tonstärke und zur Veränderung der Klangfarbe an einigen Instrumenten
a)
kammartiger Aufsatz auf dem Steg von Streichinstrumenten
Beispiel:
den Dämpfer aufsetzen
b)
in die Stürze gesteckter Holzkegel oder Metallkegel bei Blechblasinstrumenten
2.
umgangssprachlich, übertragen etw., was jmdn. in seine Schranken zurückweist
entsprechend der Bedeutung von dämpfen (Lesart 4 c)
Beispiele:
ein Dämpfer würde ihm (ganz) gut tun
er hat einen Dämpfer bekommen
jmdm. einen Dämpfer aufsetzen (= jmdn. kleinlaut machen)
jmds. Wünschen, Hochmut, Begeisterung, Eifer einen Dämpfer aufsetzen
3.
mehrteiliger Topf zum Dämpfen von Nahrungsmitteln
Beispiel:
Gemüse, Kartoffeln im Dämpfer gar machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dampf · dämpfen · dampfen · Dämpfer · Dampfschiff · Dampfer · Dampfmaschine
Dampf m. ‘Dunst, Nebel’. Das westgerm. Substantiv ahd. thamph (10. Jh.), mhd. dampf, tampf ‘Dampf, Dunst, Rauch’ (daneben mit anderer Stammbildung ahd. thampho, 11. Jh., thempho, Hs. 13. Jh., mhd. dampfe ‘schwerer Katarrh, krankhafter Erstickungszustand’, im Nhd. in Form und Flexion mit Dampf zusammenfallend; s. auch ↗dumpf) und gleichbed. mnd. mnl. nl. afries. engl. damp (westgerm. *damp-) gehört als ablautende Bildung zu einem in mhd. frühnhd. dimpfen ‘dampfen, rauchen’ erhaltenen starken Verb, das sich (mit p-Erweiterung im Germ.) zu der auch für ↗dunkel (s. d.) sowie für aind. dhámati ‘bläst’, mir. dem ‘dunkel, schwarz’, aslaw. dǫti ‘blasen, fauchen’, russ. dut’ (дуть) ‘blasen, wehen’ oder das erste Kompositionsglied von griech. themerṓpis (θεμερῶπις) ‘finster blickend, mit ernstem Gesicht’ vorauszusetzenden Wurzel ie. *dhem(ə)- ‘blasen, dampfen, rauchen, dunkel’ stellt. dämpfen Vb. ‘abschwächen, mildern’, auch ‘mit Dampf behandeln, gar machen’, ahd. themphen (8. Jh.), mhd. dempfen ‘würgen, ersticken, unterdrücken, auslöschen’ (spätmhd. außerdem ‘abschwächen, mildern’) ist eine Kausativbildung zu dem in mhd. frühnhd. dimpfen (s. oben) vorliegenden Verb; in der jüngeren Bedeutung ‘mit Dampf, Rauch behandeln’ (15. Jh.) schließt es sich an das Substantiv Dampf an, von dem auch dampfen Vb. ‘Dampf entwickeln, abgeben’ (Mitte 17. Jh.) abgeleitet ist. Dämpfer m. ‘Vorrichtung zum Abschwächen des Tones und zur Veränderung des Klanges bei Musikinstrumenten’ (2. Hälfte 18. Jh.), als Gerätebezeichnung zu dämpfen ‘abschwächen, mildern’ gebildet (zuvor Nomen agentis im Sinne von ‘Unterdrücker, Bezwinger’, 16./17. Jh.), übertragen in der Wendung einen Dämpfer aufsetzen ‘in die Schranken weisen, mäßigen’. Dampfschiff n. ‘mit Dampf betriebenes Schiff’ (um 1815), nach engl. steamship; dazu (wie engl. steamer) die Kurzform Dampfer m. (Mitte 19. Jh.), anfangs auch Dämpfer, so später noch vereinzelt im Obd., während sich die umlautlose Form unter nd. Einfluß durchsetzt. Dampfmaschine f. ‘mit Wasserdampf betriebene Kraftmaschine’ (Lichtenberg 1775), Übersetzung von engl. steam-engine; schon vorher (seit Mitte 18. Jh.) gelegentlich Bezeichnung für andere technische Hilfsmittel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Entmutigung · ↗Enttäuschung · ↗Ernüchterung  ●  ↗Katzenjammer  fig. · lange Gesichter (bei)  fig. · Dämpfer  ugs. · Schlag ins Kontor  ugs. · kalte Dusche  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufstiegskampf Aufstiegsrennen Feder Konjunkturoptimismus Konjunkturoptimist Lenkung Stabilisator Vormonat arg aufsetzen defekt derb einstecken empfindlich erhalten erleiden gehörig heilsam herb hinnehmen hydraulisch kräftig schlaff spürbar straff unerwartet verpassen verschlissen versetzen verstellbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dämpfer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch auf diesem Wege erkennt man allenfalls total verschlissene Dämpfer.
Der Tagesspiegel, 14.06.2001
Aber auch hier ließen die Dämpfer nicht auf sich warten.
Süddeutsche Zeitung, 11.04.1996
Früher hat vielleicht auch die linke Hand des Spielers als Dämpfer gewirkt.
Neupert, Hanns: Clavichord. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 6743
Man streitet um die beste Leistung und bekommt ab und zu einen Dämpfer.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 252
Außerdem kann der Klang der V. durch den Dämpfer modifiziert werden.
o. A.: V. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 15735
Zitationshilfe
„Dämpfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dämpfer>, abgerufen am 19.08.2019.

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