Dämmerung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dämmerung · Nominativ Plural: Dämmerungen
Aussprache
WorttrennungDäm-me-rung
Wortzerlegungdämmern-ung
Wortbildung mit ›Dämmerung‹ als Erstglied: ↗Dämmerungsschalter · ↗Dämmerungssehen  ·  mit ›Dämmerung‹ als Letztglied: ↗Frühdämmerung
eWDG, 1967

Bedeutung

die Zeit kurz vor Aufgang oder kurz nach Untergang der Sonne
Beispiele:
die Dämmerung kam heran, nahte, brach an, fiel ein, kam auf, breitete sich aus, stieg herab, sank herein
jmdn. in der Dämmerung besuchen
in die beginnende Dämmerung blicken
bei Eintritt der Dämmerung
eine stumpfe, fahle, gespenstische Dämmerung senkte sich plötzlich auf die Erde [LuxemburgBriefe37]
Halbdunkel
Beispiel:
Das Zimmer war in tiefe Dämmerung getaucht [MusilMann912]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dämmerung · dämmern · Dämmer · dämmerig · dämmrig · Götterdämmerung
Dämmerung f. ‘Halbdunkel kurz nach Untergang oder vor Aufgang der Sonne’, seit Mitte des 18. Jhs. auch ‘schwaches, gedämpftes Licht’, ahd. themarunga (11. Jh.), mhd. demerunge, wohl abgeleitet (zur Möglichkeit denominativer -ung-Bildungen in älterer Zeit vgl. Henzen Wortbildung ³179 und Kurth in: PBB (H) 78 (1956) 310 f.) von dem früh untergegangenen gleichbed. Substantiv ahd. themar n. (9. Jh.), wozu noch mhd. gedemer n. neben demere f. Die Substantivbildungen sind verwandt mit asächs. thim ‘dunkel’, ahd. thinstar (8. Jh.; auch ahd. finstar, s. ↗finster), mnl. deemster ‘finster’ und wohl auch nhd.diesig (s. d.); sie gehören wie aind. támaḥ, lat. tenebrae, air. temel, aslaw. tьma, russ. t’ma (тьма) ‘Finsternis, Dunkel’, lat. temere ‘blindlings’ zur Wortgruppe der Wurzel ie. *tem(ə)- ‘dunkel’. Nicht direkt an ahd. themar anzuschließen, sondern vielleicht zu (als deverbative Ableitung aufgefaßtem?) Dämmerung gebildet ist das erst in der 1. Hälfte des 17. Jhs. nachweisbare dämmern Vb. ‘allmählich hell oder dunkel werden’ (übertragen von Erkenntnissen, Erinnerungen ‘hervortreten, Gestalt annehmen’, 18. Jh.), das seinerseits Grundlage wird für das postverbale, nicht mit ahd. themar identische Substantiv Dämmer m. n. ‘Dämmerung’ (70er Jahre des 18. Jhs., wie Dämmerung und dämmern häufig in der Dichtung des Sturm und Drang und der Empfindsamkeit) und für dämmerig, dämmrig Adj. ‘halbdunkel’ (Mitte 18. Jh., die heute ungebräuchlichen älteren Formen dämmericht und dämmerlich, beide 17. Jh., verdrängend). Götterdämmerung f. ‘Untergang der Götter und Weltbrand’ (nach der germanischen Mythologie), durch Wagners Operntitel (1853) bekannt gewordene, zuerst bei Denis (1772) vorkommende Übersetzung von anord. ragnarøkkr (anord. røkkr ‘Dunkel’), einer in der Lokasenna und in der Prosa-Edda belegten Umdeutung von anord. ragnarǫk Plur. ‘Götterschicksal’ (anord. regin ‘Götter, Beratende’, rǫk ‘Grund, Verlauf, Schicksal’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dämmerlicht · ↗Dämmerstunde · Dämmerung · ↗Halbdunkel · ↗Zwielicht
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anbruch Boulevard Dunkelheit Einbruch Einsetzen Samurai Sehvermögen Zwielicht abendlich anbrechen anbrechend astronomisch aufziehend beginnend bläulich einbrechend einfallend einsetzend eintretend fahl herabsenken herabsinken heraufziehend hereinbrechen hereinbrechend morgendlich nautisch niedersinken schimmern violett

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dämmerung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sechs Gestalten stapfen durch die feuchte Dämmerung auf Jim zu.
Der Tagesspiegel, 05.05.2000
Sie kamen immer in der Dämmerung, meist über die Gärten.
Süddeutsche Zeitung, 25.06.1997
Eines Abends ging ich lesend übers Feld, es war bereits starke Dämmerung.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29150
Als ich erwachte, hing schon die graue Dämmerung um die Fenster her.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 22937
In der trüben Dämmerung sind die Priester mit den heiligen Tieren.
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 4559
Zitationshilfe
„Dämmerung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Dämmerung>, abgerufen am 12.11.2019.

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