Charakteristikum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Charakteristikums · Nominativ Plural: Charakteristika
Aussprache
WorttrennungCha-rak-te-ris-ti-kum (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

bezeichnende Eigenschaft, hervorstechendes Merkmal
Beispiele:
ein typisches, besonderes, hervorstechendes Charakteristikum eines Menschen
diese Satzstellung ist ein Charakteristikum der deutschen Sprache
diese Farbkombination ist ein Charakteristikum für seine Malerei
keine besonderen Charakteristika haben, aufweisen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Charakter · charakterisieren · charakteristisch · Charakteristik · Charakteristikum
Charakter m. ‘Gesamtheit der Wesenszüge, Eigenart eines Menschen oder einer Sache’, mhd. karacter ‘Buchstabe, Zauberschrift, Merkmal’, von lat. charactēr, griech. charaktḗr (χαρακτήρ) ‘Werkzeug zum Graben, Gravieren, eingeritzter Buchstabe, körperliche und sprachliche Eigenart, Merkmal’, im Lat. auch ‘das den Tieren (auch Sklaven) eingebrannte Erkennungszeichen, der Stempel’, zu griech. charássein (χαράσσειν) ‘spitzen, ritzen, eingraben, prägen’. Die Bedeutung ‘Buchstabe, Zauberzeichen’ ist noch im 18. Jh. nachzuweisen. Die bis ins 19. Jh. bezeugte Verwendung im Sinne von ‘Merkmal, Zeichen’ wird seit dem Ende des 17. Jhs. auf Stand und Rang einer Person (den Charakter eines Sekretärs erhalten) und in zunehmendem Maße seit der 1. Hälfte des 18. Jhs. auf die Gesamtheit ihrer Wesenszüge, auf ihre Eigenart bezogen. Der Charakter ist also im wesentlichen das dem Menschen ‘Eingeritzte, Eingeprägte’ an psychischen und geistigen Eigenarten. Diese Bedeutung liegt bereits im Griech. vor, wird aber im Dt., wohl unter Einfluß von frz. caractère, erneut entwickelt. Auch die Verwendung von Charakter bei Sachobjekten entsteht in der 1. Hälfte des 18. Jhs. charakterisieren Vb. ‘mit einem Zeichen, Merkmal versehen’ (17. Jh.), ‘einen Rang, Titel verleihen’ (17. Jh., anfangs häufig im Part. Prät.), ‘jmdn. oder etw. gemäß seiner Eigenart schildern, darstellen’ (18. Jh.), aus frz. caractériser entlehnt. charakteristisch Adj. ‘kennzeichnend, typisch’ (18. Jh.; unklarer Frühbeleg bei Paracelsus), im 18. Jh. daneben gelegentlich charakterisch. Charakteristik f. im 17. Jh. von frz. caractéristique (subst. Adj.) übernommen, ‘Kennzeichen, Merkmal’ (17. bis 19. Jh.), meist aber ‘Schilderung der Wesenszüge, Merkmale einer Person oder Sache, Charakterisierung’ (seit 18. Jh.). Die Bedeutung ‘Kennzeichen, Merkmal’ wird im 20. Jh. ausschließlich durch Charakteristikum n. ausgedrückt, eine nlat., seit dem 19. Jh. bezeugte Bildung (im 18. Jh. vereinzelt mit griech. Endung Characteristicon).

Thesaurus

Synonymgruppe
Attribut · ↗Besonderheit · Charakteristikum · ↗Charakterzug · ↗Duktus · ↗Eigenart · ↗Eigenheit · ↗Eigenschaft · ↗Eigentümlichkeit · ↗Kennzeichen · ↗Manier · ↗Merkmal · ↗Wesensmerkmal · ↗Wesenszug  ●  Attributivum  fachspr., linguistisch · ↗Spezifikum  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausstattungsmerkmal · ↗Besonderheit · Charakteristikum · ↗Eigenschaft · ↗Feature · ↗Funktion · ↗Funktionalität · ↗Kennzeichen · ↗Leistungsmerkmal · technische Daten
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Dienstmerkmal · vermittlungstechnisches Leistungsmerkmal
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Epoche auffallend auffällig aufweisen beibehalten bemerkenswert besonder bestimmend bestimmt eigentlich einzigartig entscheidend formal fundamental grundlegend herausarbeiten herausragend herausstellen hervorstechend kennzeichnen prägend speziell spezifisch stilistisch typisch unverwechselbar vereinen wesentlich wichtig zentral

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Charakteristikum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn nun aber alle mit Licht fahren müssen, ist dieses Charakteristikum nicht mehr gegeben.
Der Tagesspiegel, 26.07.2001
Ein besonderes Charakteristikum des T. ist es, daß es, ebenso wie es auferlegt wird, auch wieder weggenommen werden kann.
Stiglmayr, E.: Tabu. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 42111
Das Ausgraben alter Verordnungen scheint aber ein Charakteristikum unserer Zeit zu sein.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 02.03.1905
Die Anzahl der zu einem Wort zusammengefaßten Bytes oder Bits ist ein Charakteristikum des betreffenden Computers.
Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 16
Die I. ist neben der Empfindung ein Charakteristikum der infantilen und primitiven Psychologie.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 601
Zitationshilfe
„Charakteristikum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Charakteristikum>, abgerufen am 25.04.2019.

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