Buhle, der oder die

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Buhlen · Nominativ Plural: Buhlen
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Buhle · Nominativ Plural: Buhlen
Aussprache
WorttrennungBuh-le (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet, dichterisch Geliebte, Geliebter
Beispiele:
So speiste sie zu Sterlyn ihren Gatten, / Da sie aus Gold mit ihrem Buhlen trank [SchillerStuartI 1]
Es war ein König in Thule, / Gar treu bis an das Grab, / Dem sterbend seine Buhle / Einen goldnen Becher gab [GoetheFaustI 2761]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buhle · Nebenbuhler · buhlen
Buhle m. ‘Geliebter’, mhd. buole m. f., mnd. bōle, mnl. nl. boel ‘nahe(r) Verwandte(r), Geliebte(r), Liebhaber’. Herkunft ungewiß. Das Ahd. kennt Buolo, das Aengl. Bōla nur als Männername. Unwahrscheinlich ist eine Verbindung zu balt. l-Ableitungen wie lit. brólis, lett. brālis ‘Bruder’ und ie. *bhrātor-, *bhrāter- (s. ↗Bruder) Vielleicht kann anord. bōl ‘Lagerstätte, Schlafplatz’ als verwandt angesehen werden. Oder Buhle ist (wie vielleicht auch ↗Bube, s. d.) eine der Kindersprache entstammende Koseform. Buhle ist ursprünglich Anrede für einen nahestehenden vertrauten und geliebten Menschen; erst im 15. Jh. erhält es einen pejorativen Beigeschmack (ein bule oder eyn vnrecht weyp oder ein vnrecht man für lat. amāsia bzw. amāsius), doch im alten Sinne von der Dichtung des 18. Jhs. wieder aufgenommen. Buhle mit mask. Genus kann bis ins 17. Jh. sowohl den Geliebten wie auch die Geliebte bezeichnen. Daneben (weniger geläufig) Buhler m. und Buhlerin f. (beide 15. Jh.). Nebenbuhler m. ‘Mitbewerber, Rivale’ (17. Jh.). buhlen Vb. ‘aufdringlich um etw. werben’ (15. Jh.), mhd. buolen ‘lieb haben’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anerkennung Aufmerksamkeit Gunst intensiv

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Buhle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So viel Buhlen um Ärzte war hierzulande lange Zeit unbekannt.
Die Zeit, 08.08.2011, Nr. 32
Mit der Zeit hat man sich dann angenähert, aber es blieb doch ein Schmeicheln und Buhlen.
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2001
Das Buhlen um Button ist auch für Ralf Schumacher nicht uninteressant.
Die Welt, 06.04.2004
Was Nummer 8, General Buhle, anbelangt, ist ein Fragebogen bereits abgegangen.
o. A.: Fünfundsiebzigster Tag. Mittwoch, 6. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5136
Ob man sich denn dabei nicht den Teufel auf den Hals ziehe, fragte Prinz Achilles, als den Buhlen der Weibsbilder?
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 181
Zitationshilfe
„Buhle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Buhle>, abgerufen am 21.06.2019.

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