Bubikopf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBu-bi-kopf
WortzerlegungBubiKopf
eWDG, 1967

Bedeutung

kurze modische Damenfrisur
Beispiele:
sie trägt einen Bubikopf
1923 hatte der Bubikopf noch nicht das flache Land erobert [FalladaWolf1,127]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bube · Bub · buben · Büberei · Bubenstreich · Bubenstück · Bubikopf · Bubi · bübisch · Lausbub · Lausebub · Spitzbube · spitzbübisch
Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für ↗Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für ↗Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. ↗Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie ↗Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere ↗Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dame Mode Rock blond dunkel frech grau schneiden schwarz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bubikopf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihren Zopf schneidet sie ab, lässt sich einen Bubikopf schneiden.
Die Welt, 24.12.2003
Am Tag hat sie sich die Haare zu einem Bubikopf schneiden lassen.
Die Zeit, 25.03.1988, Nr. 13
Frau Dopslaff hatte jetzt einen Bubikopf und erlebte eine zweite Jugend.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 632
Diese Lena hatte zu ihren Simpelfransen keinen Bubikopf, sondern einen Haarvulkan.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 340
Eine Frau mit halblangen, schwarzen Haaren, einem Bubikopf, und einem schulterfreien, durchbrochenen Abendkleid saß in einem Plüschsessel und rauchte.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 98
Zitationshilfe
„Bubikopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bubikopf>, abgerufen am 20.10.2019.

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