Bube, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Buben · Nominativ Plural: Buben
Aussprache
WorttrennungBu-be
Wortbildung mit ›Bube‹ als Erstglied: ↗Bubenstreich · ↗Bubenstück · ↗Bübchen · ↗Büblein
 ·  mit ›Bube‹ als Letztglied: ↗Bettelbube · ↗Herzbube · ↗Kreuzbube · ↗Lausbube · ↗Lotterbube · ↗Mordbube · ↗Spitzbube
 ·  mit ›Bube‹ als Grundform: ↗buben · ↗bübisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
veraltend, abwertend Schurke, Schuft
Beispiele:
ein feiger, böser, ehrloser, ausgemachter, hinterlistiger, schändlicher Bube
er hat an ihm wie ein Bube gehandelt
Wenn ich nun Bube gnug gewesen, / Sie zu ermorden [SchillerStuartII 8]
2.
Skatkarte, die immer sticht und den Zahlenwert 2 hat, Wenzel
Beispiele:
den Buben ausspielen
eine Karte mit dem Buben stechen
Wer kann auch wissen, daß drei Buben in einer Hand sitzen [RemarqueZeit zu leben259]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bube · Bub · buben · Büberei · Bubenstreich · Bubenstück · Bubikopf · Bubi · bübisch · Lausbub · Lausebub · Spitzbube · spitzbübisch
Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für ↗Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für ↗Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. ↗Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie ↗Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere ↗Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · Bube · ↗Jungchen · ↗Kerlchen · ↗Knabe · ↗Knirps · ↗Wicht  ●  Bub  Hauptform, süddt. · ↗Junge  Hauptform, norddeutsch · ↗Pimpf  veraltet · Kleiner  ugs. · Kurzer  ugs. · ↗Steppke  ugs., berlinerisch
Oberbegriffe
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (...) junior · ↗(mein) Junge · ↗Junior  ●  ↗Sohn  Hauptform · ↗Filius  geh., lat. · ↗Sohnemann  ugs. · ↗Stammhalter  ugs.
  • (die) Jugend · junge Leute · junge Menschen · junges Volk · nachwachsende Generationen  ●  (die) Jungschen  ugs., regional · junges Gemüse  ugs., scherzhaft-ironisch, fig.
  • (der) Jüngste im Bunde · (der) Kleine · (die) Jüngste im Bunde · (die) Kleine · (unser) Jüngstes · (unser) Kleinstes · ↗Benjamin · ↗Nesthäkchen · ↗Nestküken  ●  ↗(der) Jüngste  Hauptform · ↗(die) Jüngste  Hauptform
  • Bübchen · ↗Bürschchen · Knäbchen (verächtlich oder belustigend) · ↗Männchen · ↗Männlein  ●  Manderl  österr. · (ein) Kleiner  ugs. · (ein) Kurzer  ugs. · (so'n) Kleener  ugs., norddeutsch · ↗Bubi  ugs. · Burschi  ugs. · Bübel  ugs., süddt. · Bürscherl  ugs., süddt. · ↗Männeken  ugs., norddeutsch · kleiner Kerl  ugs.
  • Herr · ↗Mannsbild · ↗Mannsperson · ↗Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandene Person · männlicher Mensch  ●  ↗Bursche  regional · ↗Mann  Hauptform · Person männlichen Geschlechts  Amtsdeutsch · erwachsene männliche Person  Amtsdeutsch · männliche Person  Amtsdeutsch · Dude  ugs., engl. · ↗Kerl  ugs. · ↗Keule  ugs., positiv, salopp, regional · ↗Macker  ugs. · ↗Typ  ugs.
  • Bursche · ↗Jüngling · junger Mann  ●  ↗Bursch  ugs., süddt. · ↗Knabe  geh., poetisch
Synonymgruppe
Bauer (Kartenspiel) · Bube · ↗Junge · ↗Unter (Kartenspiel) · Wünscher

Typische Verbindungen
computergeneriert

13-jährig 14-jährig 15-jährig Moosacher Mädchen Mädel Neuhauser Skat achtjährig aufgeweckt brav bös böse dreijährig elfjährig fünfjährig herumtoben krebskrank minderjährig missbraucht neunjährig sechsjährig siebenjährig unartig verstechen vierjährig zehnjährig zweijährig zwölfjährig zündeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bube‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ja, mit dem Essen täten sie sich auch schwer, die Buben.
Die Welt, 14.10.2004
Mit ihm nahmen es noch elf weitere Buben gegen die Mädchen auf.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.1997
Doch er genierte sich vor den Buben, so unverrichteterdinge wieder herunterzusteigen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 1061
Von den eigentlichen bösen Buben, an denen es natürlich nicht mangelte, hielt ich mich instinktiv fern, und auch sie ihrerseits ließen mich in Frieden.
Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070
Erst als die Buben schon im Bett liegen, kocht das Wasser blubbernd über.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 967
Zitationshilfe
„Bube“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bube>, abgerufen am 18.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bübchen
Bubblespeicher
bubbern
Bub
btto.
buben
Bubenstreich
Bubenstück
Büberei
Bubi