Bub, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Buben · Nominativ Plural: Buben
Aussprache
Wortbildung mit ›Bub‹ als Erstglied: ↗Bubi · ↗Bübchen · ↗Büblein
 ·  mit ›Bub‹ als Letztglied: ↗Bauernbub · ↗Beelzebub · ↗Geißbub · ↗Hüterbub · ↗Lausbub · ↗Lausebub · ↗Lehrbub · ↗Messbub · ↗Metzgerbub · ↗Schulbub · ↗Schusterbub · ↗Stallbub
eWDG, 1967

Bedeutung

süddeutsch, österreichisch, schweizerisch
1.
Knabe, Junge
Beispiele:
er ist ein fleißiger, aufgeweckter, wilder, ungeratener, trotziger Bub
ein Bub von 5 Jahren
sie ist von einem Buben entbunden
ist's ein Bub oder ein Mädel?
sich wie ein kleiner Bub freuen
als er noch ein Bub war, da …
Am Brunnen standen zwei Kinder […] ein Mädchen und ein Bub [DürrenmattVersprechen31]
2.
Lehrling, junger Knecht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bube · Bub · buben · Büberei · Bubenstreich · Bubenstück · Bubikopf · Bubi · bübisch · Lausbub · Lausebub · Spitzbube · spitzbübisch
Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für ↗Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für ↗Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. ↗Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie ↗Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere ↗Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · ↗Bube · ↗Jungchen · ↗Kerlchen · ↗Knabe · ↗Knirps · ↗Wicht  ●  Bub  Hauptform, süddt. · ↗Junge  Hauptform, norddeutsch · ↗Pimpf  veraltet · Kleiner  ugs. · Kurzer  ugs. · ↗Steppke  ugs., berlinerisch
Oberbegriffe
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (...) junior · ↗(mein) Junge · ↗Junior  ●  ↗Sohn  Hauptform · ↗Filius  geh., lat. · ↗Sohnemann  ugs. · ↗Stammhalter  ugs.
  • (die) Jugend · junge Leute · junge Menschen · junges Volk · nachwachsende Generationen  ●  (die) Jungschen  ugs., regional · junges Gemüse  ugs., scherzhaft-ironisch, fig.
  • (der) Jüngste im Bunde · (der) Kleine · (die) Jüngste im Bunde · (die) Kleine · (unser) Jüngstes · (unser) Kleinstes · ↗Benjamin · ↗Nesthäkchen · ↗Nestküken  ●  ↗(der) Jüngste  Hauptform · ↗(die) Jüngste  Hauptform
  • Bübchen · ↗Bürschchen · Knäbchen (verächtlich oder belustigend) · ↗Männchen · ↗Männlein  ●  Manderl  österr. · (ein) Kleiner  ugs. · (ein) Kurzer  ugs. · (so'n) Kleener  ugs., norddeutsch · ↗Bubi  ugs. · Burschi  ugs. · Bübel  ugs., süddt. · Bürscherl  ugs., süddt. · ↗Männeken  ugs., norddeutsch · kleiner Kerl  ugs.
  • Herr · ↗Mannsbild · ↗Mannsperson · ↗Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandene Person · männlicher Mensch  ●  ↗Bursche  regional · ↗Mann  Hauptform · Person männlichen Geschlechts  Amtsdeutsch · erwachsene männliche Person  Amtsdeutsch · männliche Person  Amtsdeutsch · Dude  ugs., engl. · ↗Kerl  ugs. · ↗Keule  ugs., positiv, salopp, regional · ↗Macker  ugs. · ↗Typ  ugs.
  • Bursche · ↗Jüngling · junger Mann  ●  ↗Bursch  ugs., süddt. · ↗Knabe  geh., poetisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gauweiler Mädchen Mädel Spielen Stube achtjährig aufgeweckt blond brav bös böse dreijährig dumm eineinhalbjährig einjährig einklemmen elfjährig erliegen ertrinken fünfjährig neunjährig sechsjährig siebenjährig vermisst vierjährig zehnjährig zweijährig zwölfjährig zündeln überrollen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bub‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum Grab zu gehen sei, wie dem Bub das Zimmer zu richten.
Der Tagesspiegel, 19.01.2002
Der Bub flüchtete zu Fuß weiter, die zunächst verdutzten Beamten fingen ihn jedoch rasch ein.
Süddeutsche Zeitung, 31.05.1997
Kannst Du Dir nun ein Bild von unserem "Bub" machen?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 21.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Bei diesem Kegelschieben hat sein Bub den besten Wurf getan!
Christ, Lena: Madam Bäurin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4632
Das lasse ich mir nicht gefallen, ich lasse mein Kind nicht schlecht machen, stellen Sie mir den »Bub« gegenüber.
Friedländer, Hugo: Ein Dompropst vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 24491
Zitationshilfe
„Bub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bub>, abgerufen am 22.05.2019.

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