Brevier, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Breviers · Nominativ Plural: Breviere
Aussprache
WorttrennungBre-vier (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Brevier‹ als Letztglied: ↗Laienbrevier
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Religion
a)
offizielles lateinisches Gebet der Kirche, zu dem alle Kleriker verpflichtet sind
Beispiel:
das Brevier beten, sprechen
b)
Buch, das den Text von a enthält
Beispiel:
im Brevier lesen
2.
gehoben Auswahl des Wesentlichen aus dem Werk eines Schriftstellers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brevier n. ‘Sammlung der für katholische Geistliche vorgeschriebenen Stundengebete’, entlehnt im 15. Jh. aus gleichbed. kirchenlat. breviārium, lat. ‘kurzes Verzeichnis, kurzer Auszug aus größeren Werken’, der substantivierten neutralen Form des Adjektivs lat. breviārius ‘kurz gefaßt’, zu lat. brevis ‘kurz’ (woraus auch nhd. ↗Brief, s. d.). Die einzelnen Teile der Stundengebete werden im Mittelalter auszugsweise und erheblich verkürzt aus verschiedenen Büchern zusammengestellt. Seit dem 19. Jh. bezeichnet Brevier auch Sammlungen von wesentlichen Passagen aus dem Werk eines Dichters (Goethebrevier) oder thematisch zusammengestellte Anthologien (Jagdbrevier).

Thesaurus

Synonymgruppe
Brevier · ↗Horarium · ↗Stundenbuch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antiphonar Degenschlucker Lebenskunst Meßbuch Reisen Stundenbuch beten erschienen klein lesen römisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brevier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die letzten Jahre beschäftigte er sich mit der Revision des Breviers von Tours.
Launay, Denise: Ouvrard. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 43481
Sie tragen das Buch mit sich herum und benutzen es wie ein Brevier.
Der Tagesspiegel, 19.03.1997
Sie kennen nicht alle 400 Hotels, die Sie in Ihrem Brevier versammeln, persönlich?
Die Zeit, 28.02.2007, Nr. 10
Die Lesungen waren wesentlich umfangreicher als in der nachfolgenden Zeit der Breviere.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 4290
Hinter den beiden ging Herr Felician vorüber, mit dem Brevier in der Hand.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 226
Zitationshilfe
„Brevier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Brevier>, abgerufen am 25.06.2019.

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