Brennpunkt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBrenn-punkt
WortzerlegungbrennenPunkt
eWDG, 1967

Bedeutung

Optik Punkt, in welchem eine Linse oder ein Hohlspiegel das in Richtung der Achse einfallende Bündel von parallelen Strahlen vereinigt; Fokus
übertragen zentraler Punkt
Beispiele:
diese Kreuzung ist ein Brennpunkt des Verkehrs
im Brennpunkt des allgemeinen Interesses stehen
jmd. rückt in den Brennpunkt der öffentlichen Anteilnahme
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brennen · abgebrannt · durchbrennen · Brennpunkt
brennen Vb. ‘in Flammen stehen, leuchten’. Die Herleitung ist im Hinblick auf die Doppelkonsonanz nicht ganz sicher. Häufig zurückgeführt auf einen Präsensstamm ie. *bhrenu̯- (mit einer nur im Germ. nachweisbaren n-Infigierung), der zu einer unter ↗Brot (s. d.) behandelten Erweiterung ie. *bhrē̌u-, *bhrū̌- der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’ (bezogen auf Wasser, Feuer, auf Koch- und Gärungsprozesse) gestellt wird. Außergerm. Verwandte sind aind. bhuráti ‘bewegt sich rasch, zuckt, zappelt’, járbhurīti ‘flackert, zuckt, hüpft’ und griech. porphȳ́rein (πορφύρειν) ‘in unruhiger Bewegung sein, aufwallen’. In nhd. brennen sind zwei Verben zusammengefallen: stark flektierendes intransitives brinnen ‘in Flammen stehen’, ahd. (8. Jh.), got. asächs. brinnan, mhd. brinnen, anord. brinna (germ. *brinnan), und schwach flektierendes kausatives transitives brennen ‘in Flammen setzen’, ahd. (8. Jh.), mhd. brennen, got. gabrannjan, asächs. brennian, anord. brenna (germ. *brannjan). r-Metathese liegt vor in afries. berna, burna, mnd. mnl. bernen (intransitiv und transitiv), aengl. beornan (intransitiv) und bærnan (transitiv), zusammengefallen in engl. to burn, ebenso wie in dem etymologisch verwandten ↗Born (s. ↗Brunnen). In obd. Mundarten werden beide Verben bis heute unterschieden. abgebrannt Part.adj. ‘finanziell mittellos’, zu abbrennen, in der 1. Hälfte des 17. Jhs. von der Sache (das Haus ist abgebrannt) auf den Betroffenen (er ist abgebrannt ‘feuergeschädigt’, dann ‘verarmt, mittellos’) übertragen. durchbrennen Vb. ‘sich heimlich davonmachen’; um die Mitte des 19. Jhs. in der Studentensprache ‘die Universität heimlich verlassen, sich mit Schulden davonmachen’. Brennpunkt m. Treffpunkt achsenparalleler, durch Linsen oder Hohlspiegel gebrochener Lichtstrahlen; in der Mitte des 17. Jhs. für lat. pūnctum ūstiōnis (Schwenter 1636), danach für lat. focus (Marperger 1712); bereits im 18. Jh. häufig ‘zentraler Punkt (auf den sich alle Aufmerksamkeit richtet)’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brennpunkt · ↗Fokus
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen
  • (ein) waches Auge haben (auf) · (etwas) im Blick haben · (jemandem/etwas) Beachtung schenken · (sein) Augenmerk richten (auf) · ↗beachten · ↗beobachten · ↗bewachen · ↗hüten · ↗zuschauen · ↗zusehen  ●  (etwas) in Evidenz halten  österr. · (etwas) im Auge behalten  ugs. · ein Auge auf etwas werfen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehrkampf Abwehrschlacht Brennpunkt Drogenszene Ellipse Entzerrung Geschehen Großstadt Hauptschule Jugendkriminalität Kriminalität Laserstrahl Linse Nachtleben Ost-West-Konflikt Parabolspiegel Rauschgiftkriminalität Straßenkriminalität Tagesthema Videoüberwachung Weltgeschehen Weltinteresse Weltpolitik Wohnungsbedarf entschärfen kommunalpolitisch kriminell rücken sozial touristisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brennpunkt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rasche Veränderungen durch das Programm werden aber ohnehin nicht erwartet - insofern hätte wohl auch eine aktuellere Untersuchung nur unwesentlich andere Erkenntnisse über die Brennpunkte geliefert.
Der Tagesspiegel, 07.04.2000
Wieder war er an einem Brennpunkt der neueren deutschen Geschichte gelandet.
Süddeutsche Zeitung, 18.09.1997
Bei den quellenkritischen Arbeiten stehen begreiflicher Weise im Brennpunkt des Interesses die päpstlichen Register.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 351
Immer noch stand naturgemäß der Bau von ortsfesten Gasmotoren im Brennpunkt des geschäftlichen Unternehmens.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8245
Neben der sozialistischen Rationalisierung wird sich die Exportfrage in absehbarer Zeit zu einem Brennpunkt der Diskussion entwickeln.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 35
Zitationshilfe
„Brennpunkt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Brennpunkt>, abgerufen am 19.10.2019.

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