Brache, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brache · Nominativ Plural: Brachen
Aussprache
WorttrennungBra-che (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Brache‹ als Letztglied: ↗Altbrache · ↗Herbstbrache · ↗Trockenbrache · ↗Vollbrache
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
unbestellter Acker
Beispiele:
eine sandige Brache
der Pflug riss Furchen in die Brache
auf der Brache pflügen
das Land blieb zunächst als Brache liegen
die Brache begutachten
2.
Zeit, während der ein Acker unbestellt bleibt
Beispiele:
während der Brache erholt sich der Boden
die Brache trat ein, beginnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brache · brachliegen · brach · Brachfeld · Brachland · Brachmonat · Brachmond · Brachvogel
Brache f. ‘unbestellter Acker’, auch ‘Zeit des Unbebautseins’. Ahd. brāhha ‘Umbrechen, erstes Pflügen des Ackers’ (Hs. 12. Jh.), mhd. brāche ‘Umbrechen des Ackers’ und (wie mnd. brāke, brāk, mnl. brāke) ‘unbestellter Acker’ (während der Anbaupause bei Dreifelderwirtschaft) ist eine ablautende Bildung zu germ. *brekan, nhd. ↗brechen (s. d.). Aus der Fügung mhd. in brāche ligen wird durch Wegfall der (gelegentlich im 17. Jh. noch bezeugten) Präposition nhd. brach(e) liegen (16. Jh.; daneben bis ins 18. Jh. Brache liegen mit auf das Substantiv hinweisender Großschreibung), das erst im 19. Jh. zum Verb brachliegen ‘unbebaut, ungenutzt sein’ zusammenwächst. Ein Adjektiv brach ‘unbebaut, ungenutzt’ entsteht frühnhd. infolge falscher Deutung des ersten Bestandteils von brach(e) liegen (s. oben); es wird prädikativ, selten auch (seit dem 17. Jh.) attributiv gebraucht. Brachfeld n. mhd. brāchvelt, und Brachland n. (18. Jh., vorher mnd. brākelant) ‘unbestellter Acker’. Brachmonat, auch Brachmond m. alter, im jüngeren Nhd. außer Gebrauch kommender Name des sechsten Monats (s. ↗Juni), in dem das Brachfeld bearbeitetwurde, ahd. brāhmānōd (9. Jh.), mhd. brāchmānōt, brāchmāne, mnd. brākmānt, brākman(e), mnl. braecmaent. Brachvogel m. hochbeiniger Schnepfenvogel, ahd. brāhfogal (11. Jh.) für einen zu den Drosseln gehörenden Vogel, mhd. brāchvogel, der u. a. auf Brachäckern, Brachland seine Nahrung (Insekten) sucht.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Ackerland Baulücke Bebauung Güterbahnhof Leipziger Ostbahnhof Revitalisierung Ruine Schloßplatz Stadtmitte Weide alpin bebauen gähnen häßlich innerstädtisch klaffen riesig staubig steinig städtisch umzäunt unansehnlich unbebaut urban verkommen verwildert zugig öde

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brache‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit etwas Fortune könnte im kommenden Jahr eine der zentralen Brachen der Stadt zu neuem sportlichen Leben erweckt werden.
Der Tagesspiegel, 07.04.1999
Das bedrückende Bild städtebaulicher Brachen, das der Band vermittelt, ist freilich einseitig.
Die Zeit, 21.11.1997, Nr. 48
Auf tonigem und bindigem Boden in geringer Kultur wirkt die Brache allerdings ertragssteigernd.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 65
Wesentliche technische Fortschritte wurden nicht gemacht; nur vereinzelt ging man von der Zweifelderwirtschaft mit jährlich wechselnder Brache zur Dreifelderwirtschaft über.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12123
Kultisch geboten war die Brache des Ackers, sekundär ausgedehnt auf Weinberg und Ölgarten (Erlaßjahr).
Dreyfus, F. G.: Wirtschaftsgeschichte. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27672
Zitationshilfe
„Brache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Brache>, abgerufen am 19.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Brachacker
brach
brabbeln
Boysenbeere
Boykottmaßnahme
Brachet
Brachfeld
Brachfläche
brachial
Brachialgewalt