Brühe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brühe · Nominativ Plural: Brühen
Aussprache
WorttrennungBrü-he
Wortbildung mit ›Brühe‹ als Letztglied: ↗Beizbrühe · ↗Fischbrühe · ↗Fleischbrühe · ↗Geflügelbrühe · ↗Gemüsebrühe · ↗Hühnerbrühe · ↗Kaffeebrühe · ↗Kalbsbrühe · ↗Kloßbrühe · ↗Kochbrühe · ↗Kraftbrühe · ↗Kräuterbrühe · ↗Lehmbrühe · ↗Lohbrühe · ↗Pilzbrühe · ↗Pökelbrühe · ↗Rinderbrühe · ↗Rindfleischbrühe · ↗Rindsbrühe · ↗Schneebrühe · ↗Seifenbrühe · ↗Wurstbrühe · ↗Zichorienbrühe
 ·  mit ›Brühe‹ als Grundform: ↗brühig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
würzige, meist heiß getrunkene Flüssigkeit, die dadurch gewonnen wird, dass man Nahrungsmittel, besonders Fleisch, Knochen, Gemüse, längere Zeit in Wasser kochen lässt
Beispiele:
eine Brühe von Rindsknochen, vom Huhn, von Gemüse
eine klare, kräftige, stärkende, mit Mehl gebundene Brühe
ich habe mir beim Ober eine Brühe bestellt
eine Tasse Brühe mit Ei, mit Fadennudeln, mit Einlage
sprichwörtlich die Brühe ist oft teurer als der Braten (= Nebensächlichkeiten sind oft teurer als die eigentliche Hauptausgabe)
2.
salopp, abwertend, übertragen
Beispiele:
dieser Kaffee, der Tee ist eine (wahre, dünne, abscheuliche) Brühe (= ist schlecht)
um etw. eine lange, große Brühe machen (= viele leere, unnütze Worte um etw. machen)
mit jmdm. nicht viel Brühe (= keine großen Umstände) machen
immer wieder die alte Brühe! (= Geschichte!)
jmd. sitzt, steckt in der Brühe (= ist in einer unangenehmen Lage)
jmd. hat sich [Dativ] die Brühe selbst eingebrockt, zuzuschreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brühen · verbrühen · abgebrüht · Brühe · brühwarm
brühen Vb. ‘mit kochendem Wasser übergießen’, mhd. brüejen, brüen ‘brühen, sengen, brennen’, mnd. brȫien ‘brühen, kochen, brüten’, mnl. broeyen, nl. broeien ‘sengen, brühen, brüten’ (westgerm. *brōjan). Das sonst im Germ. nicht bezeugte jan-Verb geht mit ↗Brut, ↗Brodem, ↗braten (s. d.) auf ie. *bhrē-, *bhrō- ‘heiß aufwallen, wärmen, brennen’, also wohl auch ‘heiß machen’ zurück; weiterhin sind verwandt ↗brauen, ↗Brot, ↗Brei und ↗brennen (s. d.). verbrühen Vb. ‘durch Einwirkung heißer Flüssigkeit verletzen’, mhd. verbrüejen. abgebrüht Part.adj. ‘gefühllos, unempfindlich’, seit dem 19. Jh. in der Umgangssprache üblich, schließt sich als Part. Prät. an abbrühen ‘mit kochendem Wasser übergießen’ (16. Jh., zu brühen mit separativem und resultativem ab- gebildet) an; die Bedeutung des Part.adj. weist jedoch auf mögliche Vermischung mit dem nd. Verb brüen, brüden ‘necken, plagen, begatten’, das zu mhd. briuten ‘sich vermählen, beiliegen’ (von mhd. brūt ‘Braut, junge Frau’, s. ↗Braut) gehört; vgl. ¹DWB 2, 425 und Weigand/H. (1909) 1, 8. Brühe f. ‘durch Kochen von Fleisch oder anderen Nahrungsmitteln gewonnene Flüssigkeit’, dann auch ‘trübe, unreine Flüssigkeit’, mhd. brüeje (vgl. nl. landschaftlich broei ‘Fleischbrühe’), Verbalsubstantiv zu brühen. brühwarm Adj. ‘noch ganz frisch’ (von Äußerungen, Nachrichten u. ä.), meist als Adverb ‘umgehend, unverzüglich’; seit Ende 17. Jh. in diesem Sinne, daneben (im Unterschied zu ähnlichem brühheiß, 16. Jh.) nur selten in eigentlicher Verwendung ‘sehr warm’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dampf · ↗Dunst · ↗Nebel · ↗Nebelschleier · ↗Nebelschwaden · ↗Schleier · ↗Trübung · ↗Vernebelung  ●  ↗(eine richtige) Waschküche  ugs., fig. · Brühe  ugs., fig. · ↗Suppe  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Brühe  ●  ↗(klare) Suppe  österr. · ↗Bouillon  schweiz.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
mieses Getränk  ●  Brühe  ugs. · ↗Lorke  ugs., regional · ↗Plempe  ugs., regional · ↗Plörre  ugs., regional · ↗Spülwasser  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Essig Fettauge Sahne Sieb Suppe abgießen ablöschen abschmecken angießen auffüllen aufgießen aufkochen braun brodelnd bräunlich dreckig dunkelbraun garen gekörnt kochend lauwarm schlammig schmutzigbraun schwappen siedend stinkend trüb verseucht zugießen übelriechend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brühe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einmal pro Monat rutscht einer in die Brühe, und das ist nicht lustig.
Bild, 16.11.1999
Karl sprang von einer trockenen Stelle zur andern und trat doch mehr als einmal in die stinkende Brühe.
Widmer, Urs: Das Buch des Vaters, Zürich: Diogenes 2004, S. 16
In die kochende Brühe wird unter ständigem Rühren der Grieß geschüttet und 15 Minuten lang gekocht.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 388
Seit ihrer Ankunft war sie auf ihrem Zimmer geblieben, hatte kaum etwas bei sich behalten und sich nur Brühe und frischen Orangensaft bringen lassen.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 660
Michaela hatte Robert Fondue versprochen, alles war vorbereitet, die Platten im Kühlschrank, die Brühe im Topf.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 154
Zitationshilfe
„Brühe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Brühe>, abgerufen am 19.10.2019.

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