Bräu, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bräus · Nominativ Plural: Bräue/Bräus
Aussprache
formal verwandt mitbrauen
Wortbildung mit ›Bräu‹ als Erstglied: ↗Bräustübchen · ↗Bräustübel · ↗Bräustüberl
 ·  mit ›Bräu‹ als Letztglied: ↗Löwenbräu · ↗Spatenbräu
eWDG, 1967

Bedeutung

süddeutsch, österreichisch
1.
Bierlokal
2.
Bier
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brauen · Brauer · Brauerei · Bräu1 · Bräu2 · Gebräu
brauen Vb. ‘Bier herstellen, ein Getränk zubereiten’. Ahd. *briuwan, belegt nur in Ableitungen und Zusammensetzungen (z. B. briuhūs ‘Brauhaus’, s. unten), mhd. briuwen, brūwen, asächs. breuwan, afries. briuwa-, aengl. brēowan, engl. to brew, anord. brugga, schwed. brygga (germ. *breuwan) stellen sich zu der häufig auf Gärungsprozesse bezogenen, unter ↗Brot (s. d.) näher erläuterten Erweiterung der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’. Die regelmäßige Lautentwicklung führt zu nhd. bräuen (so noch im Obd.), während das übliche nhd. brauen auf mhd. (md.) brūwen beruht. Neben der Herstellung von Bier bezeichnet brauen auch die Zubereitung anderer Getränke mittels würzender Zusätze (Punsch, Kaffee). Brauer m. mhd. briuwer und brū(w)er, brūere. Brauerei f. ‘Betrieb zur Herstellung von Bier, das Brauen’ (17. Jh.), älter (16. Jh.) Brauhaus, landschaftlich Bräuhaus, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. briuhūs. Bräu1 m. ‘Bierbrauer’, spätmhd. briuwe m. Bräu2 n. (auch m.) ‘das Brauen, das Gebraute’, spätmhd. briuwe n., frühnhd. (obd.) prau; dazu das Kollektivum Gebräu n. ‘gebrautes Getränk, Bier, Mischgetränk’, mhd. gebriu, gebriuwe.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Patrizier Sitten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bräu‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jedenfalls sind seither der Wirt und die Tochter vom Bräu ein Paar.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.1995
Nach dem Kaffee sahen wir die Reste des Taubenmarktes im Hof eines benachbarten Bräus.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 15
Doch der winkende Markt lässt immer mehr Bräus vom hohen Ross herunter steigen und mixen.
Die Welt, 09.11.2001
Am Oberen Markt vor den Bräus stehen die Bauern in dichten Haufen und mustern ernst die in straffer Zucht anrückende braune Kolonne.
Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 04.03.1928
Einen großen Ruf haben sich Löwenbräu, Spatenbräu und Paulaner Bräu erworben.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 131
Zitationshilfe
„Bräu“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bräu>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bratze
Bratwurst
Brattiegel
Bratspieß
Bratschistin
Braubottich
Brauch
brauchbar
Brauchbarkeit
brauchen