Bord, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bord(e)s · Nominativ Plural: Borde/Börde
Nebenform norddeutsch Bort · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bort(e)s · Nominativ Plural: Borte/Börte/Börter
Wortbildung mit ›Bord‹ als Erstglied: ↗Bordbrett · ↗Bordkante · ↗Bordschwelle · ↗Bordstein
 ·  mit ›Bord‹ als Letztglied: ↗Bachbord · ↗Blumenbord · ↗Bretterbord · ↗Buchbord · ↗Bücherbord · ↗Bücherbort · ↗Fensterbord · ↗Gläserbord · ↗Klappbord · ↗Küchenbord · ↗Straßenbord · ↗Tellerbord · ↗Wandbord · ↗Wegbord
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
landschaftlich Brett, das an der Wand befestigt ist, um Dinge darauf aufzustellen, abzulegen
Beispiele:
ein breites, schmales Bord
das oberste, unterste Bord
auf einem kleinen Bord standen ein paar Väschen und einige Bücher
etw. auf ein Bord legen, von den Borden herunternehmen
um die Hüttenwand läuft ein Bord
2.
meist im Singular
veraltet, schweizerisch Böschung, Rand
Beispiele:
am Bord des Felsens
das rechte Bord des Baches
Er hebt sich an des Tisches Bord [UhlandGlück v. Edenhall]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bord · Bord · Bordstein
Bord m. ‘Schiffsrand, Schiffsdeck’, in präpositionalen Fügungen ‘Schiff’, und Bord n. ‘Wand-, Bücherbrett’ bilden ursprünglich ein Wort neutralen Geschlechts. Beide sind in nd. Lautung mit unverschobenem d ins Nhd. eingegangen und stehen hier neben ererbtem Bort n. Ahd. bort n. (auch m.?) ‘(Schiffs)planke, -seite, Rand, Kante, Schild’ (9. Jh.), mhd. bort m. n. ‘Rand, Schiffsrand, Brett’, asächs. bord m. oder n. ‘(Schiffs)rand, Schild’, mnd. bōrt m. f. n. ‘Rand, Schiffsrand, Tisch, Brett, Planke’, mnl. boort, bort, nl. boord n. m. ‘Schiffsdeck, Brett, Rand’, afries. aengl. bord n. ‘Brett, (Schiffs)planke, Schiffsdeck, Tisch, Schild’, engl. board, anord. borð n. ‘Brett, Schiffsplanke, -seite, -rand, Tisch’, schwed. dän. bord ‘Schiffsdeck, Tisch, Rand’, got. fōtubaúrd n. ‘Fußbrett, -bank’; das gemeingerm. Wort *burda bedeutet ursprünglich das bestimmten Zwecken dienende ‘Brett’ bzw. das aus Brettern Gefertigte. Die Bedeutung ‘Rand’ geht offenbar von den oberen Seitenwänden des Schiffes aus. Für das Ahd. kommt auch eine Vermischung mit dem zur Wurzel ie. *bhar-, *bhor- ‘Hervorstehendes, Spitze’ gehörenden, also nicht verwandten ahd. brort ‘Rand, Kante, Schiffsbug, Schild’ (um 800) in Betracht. (Im Aengl. und Anord. kann eine solche Vermischung nicht stattgefunden haben, da aengl. brord ‘Stachel, Spitze, Keim’ und anord. broddr ‘Spitze’ semantisch zu weit abliegen.) Die seemännische Verwendung ‘Schiffsrand, -seite, -deck, Schiff’ dringt ins hd. Gebiet offensichtlich vom Norden, von den Küstengebieten her ein. Die Fügung an Bord ‘an Deck’ ist seit dem 15. Jh. bekannt; sie wird von der Luftfahrt übernommen; über Bord begegnet dagegen schon im 14. Jh. Etymologisch gehört schwundstufiges Bord entweder wie ↗Brett (s. d.) zu einer dh-Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ (s. ↗bohren) oder als endbetontes substantiviertes to-Partizip unmittelbar zur genannten Wurzel. Bordstein m. ‘Randstein des Bürgersteigs’, älter ‘Randschiefer der Dachbedeckung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstellbrett · Bord · ↗Bücherbord · ↗Bücherbrett · ↗Wandbrett
Assoziationen
  • Regal  ●  ↗Rack  fachspr., engl., Jargon

Typische Verbindungen
computergeneriert

Astronaut Besatzung Besatzungsmitglied Boot Dampfer Explosion Flugzeug Forschungsschiff Frachter Fähre Hubschrauber ISS Kreuzfahrtschiff Kriegsschiff Lotse Lufthansa-Maschine Maschine Passagier Raumfähre Raumschiff Raumstation Satellit Schiff Seeleute Yacht befinden hieven holen schmuggeln werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bort‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beamte entdeckten zudem einen illegal eingebauten Tank mit Ölrückständen an Bord.
Bild, 08.10.2005
Es war nämlich kein Deutscher an Bord und ich bin keiner anderen Sprache mächtig.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 26
Irgendein Wahnsinn treibt uns dazu, alle Scham über Bord gehen zu lassen.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 234
Auch alle anderen an Bord hielten sich die Ohren zu.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1032
Nun hängen sich alle über Bord und bilden mit den Händen lichtabschirmende Tunnel.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 310
Zitationshilfe
„Bord“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bord>, abgerufen am 20.07.2019.

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