Bogen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bogens · Nominativ Plural: Bögen/Bogen
Aussprache
WorttrennungBo-gen
Wortbildung mit ›Bogen‹ als Erstglied: ↗Bogenbau · ↗Bogenbauer · ↗Bogenbrücke · ↗Bogendüne · ↗Bogenfenster · ↗Bogenfries · ↗Bogenführung · ↗Bogengalerie · ↗Bogengang · ↗Bogengewölbe · ↗Bogenhalle · ↗Bogenhanf · ↗Bogenkonstruktion · ↗Bogenlampe · ↗Bogenlicht · ↗Bogenlänge · ↗Bogenmaß · ↗Bogennische · ↗Bogenpfeiler · ↗Bogenpflaster · ↗Bogenschießen · ↗Bogenschuss · ↗Bogenschütze · ↗Bogensehne · ↗Bogenstaumauer · ↗Bogenstrich · ↗Bogensäge · ↗Bogensäule · ↗Bogentanz · ↗Bogenwerk · ↗bogenförmig · ↗bogig
 ·  mit ›Bogen‹ als Letztglied: ↗Abwurfbogen · ↗Anisbogen · ↗Aortenbogen · ↗Augenbrauenbogen · ↗Bindebogen · ↗Blendbogen · ↗Brückenbogen · ↗Cellobogen · ↗Ehrenbogen · ↗Ellbogen · ↗Ellenbogen · ↗Entlastungsbogen · ↗Fensterbogen · ↗Fiedelbogen · ↗Flachbogen · ↗Flitzbogen · ↗Flitzebogen · ↗Gaumenbogen · ↗Geigenbogen · ↗Gewölbebogen · ↗Gradbogen · ↗Gurtbogen · ↗Haarbogen · ↗Halbbogen · ↗Haltebogen · ↗Himmelsbogen · ↗Jagdbogen · ↗Jochbogen · ↗Kielbogen · ↗Kiemenbogen · ↗Kleeblattbogen · ↗Kreisbogen · ↗Lanzettbogen · ↗Legatobogen · ↗Lehrbogen · ↗Lichtbogen · ↗Marmorbogen · ↗Melodiebogen · ↗Mäanderbogen · ↗Nachtbogen · ↗Nebelbogen · ↗Reflexbogen · ↗Regenbogen · ↗Richtbogen · ↗Rippenbogen · ↗Rundbogen · ↗Schwibbogen · ↗Siegesbogen · ↗Spannungsbogen · ↗Spitzbogen · ↗Springbogen · ↗Stemmbogen · ↗Strebebogen · ↗Torbogen · ↗Triumphbogen · ↗Tudorbogen · ↗Türbogen · ↗U-Bogen · ↗Viertelbogen · ↗Vorhangbogen · ↗Wirbelbogen · ↗Zahnbogen · ↗Zinsbogen
 ·  formal verwandt mit: ↗ausgebogt · ↗gebogt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Biegung
Beispiele:
einen (großen, weiten, kleinen, scharfen) Bogen um ein Gebäude, um jmdn. machen, beschreiben, schlagen
die Straße, der Fluss, Damm, die Talschlucht macht einen Bogen um das Haus
der Schlittschuhläufer fuhr kunstvolle Bogen
er spuckte in weitem Bogen aus
wir sind hier im Bogen gegangen
das Blut, Wasser spritzt im Bogen heraus
dichterisch Schlag noch einmal die Bogen / Um mich, du grünes Zelt! [EichendorffO Täler weit, o Höhen]
gekrümmte Linie
Beispiel:
etw. bildet einen hohen, kühnen, geschwungenen, gewölbten Bogen über etw.
Mathematik Teil einer Kurve
Beispiel:
der Bogen eines Kreises, einer Ellipse
Musik Zeichen, das angibt, dass zwei Töne ausgehalten werden sollen oder dass ein Legato gespielt werden soll
salopp, bildlich
Beispiele:
im großen Bogen hinausfliegen (= hinausgeworfen werden)
den Bogen in etw. (he)raushaben (= in etw. geschickt sein)
große Bogen spucken (= sich aufspielen)
2.
gewölbter Bauteil über einer Maueröffnung
Beispiele:
reich verzierte, geschmückte, spitze, runde, enge Bögen über den Fenstern
die maurischen Bogen des alten Palastes
ein romanischer, gotischer Bogen
ein von Pfeilern, Säulen getragener Bogen
3.
gebogenes Gerät
a)
Musik elastischer, mit Pferdehaaren oder Kunsthaaren bespannter Holzstab, mit dem die Saiten der Streichinstrumente gestrichen werden
Beispiel:
der Geiger setzte den Bogen an, ließ den Bogen sinken
b)
Schusswaffe, die aus einem federnden Holzstab und einer straff gespannten Sehne besteht und mit der Pfeile abgeschnellt werden
Beispiele:
das Jagdgerät des Ritters war der Bogen
Naturvölker verwenden heute noch Pfeil und Bogen
der Junge bastelte sich [Dativ] einen Bogen und Pfeile
Mit dem Pfeil, dem Bogen, / Durch Gebirg und Tal [SchillerTellIII 1]
übertragen
Beispiel:
den Bogen in etw. überspannen (= in etw. zu weit gehen, etw. übertreiben)
4.
in Bausch und Bogen
siehe auch Bausch (Lesart 2)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bogen · Bilderbogen · Fragebogen
Bogen m. ‘Biegung, Krümmung, Papier-, Druckbogen’, ahd. (8. Jh.), asächs. bogo ‘Bogen als Waffe, bogenförmiger Bauteil, bogenförmiges Bauwerk, gekrümmte Linie oder Fläche’, mhd. boge, mnd. bōge, mnl. bōghe, booch, nl. boog, afries. aengl. boga, engl. bow, anord. bogi, schwed. båge, krimgot. boga ‘Bogen’, germ. *bugan-, verwandt mit ir. fidbocc ‘hölzerner Bogen’, gehört als schwundstufige Bildung zu ↗biegen (s. d.); Grundbedeutung ist ‘Biegung, Gebogenes’. Bis ins 16. Jh. hält sich Boge, das von seit dem 15. Jh. aufkommendem Bogen (entsprechend den Flexionsformen) verdrängt wird. Nur im Dt. entwickelt sich die Bedeutung ‘rechteckiges Stück Papier’ (zuerst 1499 nachweisbar). Die verbreitete Ansicht, wonach sich die Bezeichnung aus dem Falzen oder Biegen und anschließendem Schneiden des Papiers erklärt, wird von Wortmann in: Nd. Wort 15 (1975) 85 ff. aus sachlichen Gründen in Zweifel gezogen. Bilderbogen m. ‘Druckblatt mit Bildfolgen und (oft gereimtem) Begleittext’ (17. Jh.). Fragebogen m. (1. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bogen · ↗Kurve · gekrümmte Linie
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(ein) Papier · ↗Blatt · Bogen · ↗Papierblatt · ↗Zettel  ●  (ein) Blatt Papier  Hauptform · ↗Seite  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Technik
Synonymgruppe
Bogen · Pfeilbogen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bausch Köcher Pfeil Saite Sehne Säule ausfüllen ausgefüllt dramaturgisch elegant geschwungen gespannt gotisch groß kühn melodisch raushaben sanft schlagen schwingen spannen spinnen steinern verdammen weit weitgespannt wölben zurückschlagen überspannen überspinnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bogen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so flog er im hohen Bogen von der Schule.
Die Welt, 07.02.2004
Um den Sound der Achtziger kann man in derzeit kaum einen Bogen machen.
Der Tagesspiegel, 29.11.2001
Auf die obere Linie des Bogens schreiben alle den Namen einer anwesenden Dame.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 284
Also heißt es, einen weiten Bogen um den Ort zu machen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 320
Der obigen Anzeige würde also in kleiner Schrift am unteren Rande des Bogens noch hinzugefügt werden.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24865
Zitationshilfe
„Bogen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bogen#1>, abgerufen am 16.09.2019.

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Bogen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bogens · Nominativ Plural: Bögen/Bogen
Aussprache
WorttrennungBo-gen
Wortbildung mit ›Bogen‹ als Erstglied: ↗Bogendruck · ↗Bogenkorrektur · ↗bogenweise
 ·  mit ›Bogen‹ als Letztglied: ↗Anschreibebogen · ↗Arbeitsbogen · ↗Aushängebogen · ↗Ausschneidebogen · ↗Belegbogen · ↗Beobachtungsbogen · ↗Bewerbungsbogen · ↗Bilderbogen · ↗Blankobogen · ↗Briefbogen · ↗Briefmarkenbogen · ↗Doppelbogen · ↗Druckbogen · ↗Einsteckbogen · ↗Ergänzungsbogen · ↗Erhebungsbogen · ↗Fragebogen · ↗Gehaltsbogen · ↗Gesundheitsbogen · ↗Klebebogen · ↗Kontrollbogen · ↗Konzeptbogen · ↗Kopfbogen · ↗Korrekturbogen · ↗Lesebogen · ↗Makulaturbogen · ↗Manuskriptbogen · ↗Meldebogen · ↗Modellierbogen · ↗Papierbogen · ↗Pergamentbogen · ↗Personalbogen · ↗Quartbogen · ↗Revisionsbogen · ↗Rohbogen · ↗Schildbogen · ↗Schimmelbogen · ↗Schnittmusterbogen · ↗Schreibbogen · ↗Schülerbogen · ↗Steuerbogen · ↗Titelbogen · ↗Umlaufbogen · ↗Zeitungsbogen
eWDG, 1967

Bedeutung

gleichmäßig geschnittenes, rechteckiges Papier von gewisser Größe
Beispiele:
ein Bogen Druckerpapier, Briefpapier
einen neuen Bogen in die Maschine spannen, vollschreiben, ausfüllen, falten, knicken, beschmutzen
ein loser, weißer, leerer, halber, ganzer, (un)bedruckter, (un)beschriebener, vergilbter, welliger Bogen
mehrere Bogen waren zusammengeklebt
Pl. Bogen
Druckerei großes, rechteckiges Papier von genormter Größe, das beiderseitig bedruckt wird und zusammengefaltet die Buchseiten ergibt
Beispiele:
wie viele Bogen bilden eine Lieferung?
eine Lieferung umfasst meist fünf Bogen
das Werk hat dreißig Bogen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bogen · Bilderbogen · Fragebogen
Bogen m. ‘Biegung, Krümmung, Papier-, Druckbogen’, ahd. (8. Jh.), asächs. bogo ‘Bogen als Waffe, bogenförmiger Bauteil, bogenförmiges Bauwerk, gekrümmte Linie oder Fläche’, mhd. boge, mnd. bōge, mnl. bōghe, booch, nl. boog, afries. aengl. boga, engl. bow, anord. bogi, schwed. båge, krimgot. boga ‘Bogen’, germ. *bugan-, verwandt mit ir. fidbocc ‘hölzerner Bogen’, gehört als schwundstufige Bildung zu ↗biegen (s. d.); Grundbedeutung ist ‘Biegung, Gebogenes’. Bis ins 16. Jh. hält sich Boge, das von seit dem 15. Jh. aufkommendem Bogen (entsprechend den Flexionsformen) verdrängt wird. Nur im Dt. entwickelt sich die Bedeutung ‘rechteckiges Stück Papier’ (zuerst 1499 nachweisbar). Die verbreitete Ansicht, wonach sich die Bezeichnung aus dem Falzen oder Biegen und anschließendem Schneiden des Papiers erklärt, wird von Wortmann in: Nd. Wort 15 (1975) 85 ff. aus sachlichen Gründen in Zweifel gezogen. Bilderbogen m. ‘Druckblatt mit Bildfolgen und (oft gereimtem) Begleittext’ (17. Jh.). Fragebogen m. (1. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bogen · ↗Kurve · gekrümmte Linie
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(ein) Papier · ↗Blatt · Bogen · ↗Papierblatt · ↗Zettel  ●  (ein) Blatt Papier  Hauptform · ↗Seite  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Technik
Synonymgruppe
Bogen · Pfeilbogen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bausch Köcher Pfeil Saite Sehne Säule ausfüllen ausgefüllt dramaturgisch elegant geschwungen gespannt gotisch groß kühn melodisch raushaben sanft schlagen schwingen spannen spinnen steinern verdammen weit weitgespannt wölben zurückschlagen überspannen überspinnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bogen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so flog er im hohen Bogen von der Schule.
Die Welt, 07.02.2004
Um den Sound der Achtziger kann man in derzeit kaum einen Bogen machen.
Der Tagesspiegel, 29.11.2001
Auf die obere Linie des Bogens schreiben alle den Namen einer anwesenden Dame.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 284
Also heißt es, einen weiten Bogen um den Ort zu machen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 320
Der obigen Anzeige würde also in kleiner Schrift am unteren Rande des Bogens noch hinzugefügt werden.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24865
Zitationshilfe
„Bogen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bogen#2>, abgerufen am 16.09.2019.

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