Bissen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bissens · Nominativ Plural: Bissen
Aussprache
WorttrennungBis-sen
Wortbildung mit ›Bissen‹ als Letztglied: ↗Brotbissen · ↗Fleischbissen · ↗Gabelbissen · ↗Leckerbissen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abgebrochenes, abgebissenes Stück einer Speise, Happen
Beispiele:
ein fetter, leckerer, großer, kleiner, magerer, schmaler Bissen
der Hund schnappt nach einem Bissen
einen Bissen Brot in den Mund stecken
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
keinen Bissen anrühren (= nicht essen)
jmdm. die besten Bissen zuschieben, zustecken (= jmdn. bevorzugen, indem man ihm das Beste gibt)
mir blieb der Bissen im Halse stecken (= ich war verblüfft)
jmdm. die Bissen in den Mund zählen (= genau aufpassen, wieviel jmd. isst)
sich [Dativ] den (letzten) Bissen vom Munde absparen (= die Ausgaben auf das Allernötigste beschränken)
übertragen ein fetter Bissenreicher Gewinn
Beispiel:
Selbst der König von Dänemark schnappte sich hin und wieder [als Pirat] einen fetten Bissen von der See weg [BredelVitalienbrüder28]
ein harter Bissenetw., das jmdm. zu schaffen macht
Beispiel:
Der Professor war freilich ein harter Bissen [HeyseI 2,235]
2.
umgangssprachlich ein Bissenkleine Mahlzeit, Imbiss
Beispiele:
willst du einen Bissen mit uns essen?
wir wollen erst einen Bissen zu uns nehmen
bekommt man hier einen Bissen (zu essen)?
man konnte eines nahrhaften Bissens gewärtig sein bei Buddenbrooks [Th. MannBuddenbrooks1,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beißen · Biß · Gebiß · bissig · Bissen · bißchen · bissel
beißen Vb. ‘mit den Zähnen zupacken, die Zähne in etw. hineindrücken, scharf sein, brennen, ätzen’. Ahd. bīʒan ‘(hinein)beißen, stechen’ (8. Jh.), mhd. bīʒen, asächs. bītan, mnd. mnl. bīten, nl. bijten, afries. bīta, aengl. bītan, engl. to bite, anord. bīta, schwed. bita, got. beitan (germ. *bītan) gehören mit aind. bhinátti ‘spaltet, zerschlägt, durchsticht, bricht ein’ und lat. findere ‘spalten’ zu ie. *bheid- ‘spalten’, vielleicht eine Erweiterung der unter ↗Beil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’. Eng verwandt mit dem gemeingerm. Verb sind die unter ↗beizen und ↗bitter (s. d.) genannten Formen. Biß m. ‘Zugriff mit den Zähnen, durch Beißen entstandene Verletzung’, ahd. biz (mit ungeklärtem Lautstand z oder ʒ am Wortende, s. ↗beizen) ‘das Beißen, Biß, Bissen, Brocken’ (9./10. Jh.), mhd. biʒ, biz, asächs. biti, mnd. bēte, mnl. bete, nl. beet ‘Biß, Bissen’, aengl. bite, engl. bit ‘Biß’. Gebiß n. ‘Gesamtheit der Zähne’, ahd. gibiʒ ‘Gebiß, Bissigkeit, Schärfe’ (10. Jh.), mhd. gebiʒ, mnd. (ge)bit(te), gebēte ‘Gebiß, Zaum’. bissig Adj. ‘schnell und scharf zubeißend, durch scharfe Worte verletzend’, seit frühnhd. Zeit, vom 15. bis 19. Jh. auch beißig, mhd. bīʒec, erhalten in ↗bärbeißig (s. d.); vgl. ahd. bīʒīg, biʒʒīg (Hs. 12. Jh.). Bissen m. ‘was man auf einmal abbeißen und in den Mund stecken kann, Happen, kleine Mahlzeit, Imbiß’, ahd. biʒʒo ‘abgebissenes Stück, Bissen, Klumpen, Brocken’ (9. Jh.), mhd. biʒʒe, mnd. bēte, aengl. bita, engl. bit, anord. biti, schwed. beta ‘Bissen’. bißchen (16. Jh.), landschaftlich bissel (15. Jh.) Adv. Adj., meist ein bißchen, ein bissel ‘ein wenig, etwas’, eigentlich ‘ein kleiner Bissen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gabelbissen · ↗Gabelfrühstück · ↗Häppchen · ↗Lunchpaket · ↗Pausenbrot · ↗Snack · ↗Vesper · Zwischendurch-Mahlzeit · ↗Zwischenmahlzeit · kleine Stärkung · leichte Mahlzeit  ●  ↗Fingerfood  engl. · ↗Imbiss  Hauptform · Imbs  regional · ↗Jause  österr. · ↗Jausenbrot  österr. · ↗Marende  regional · Neinerln  österr. · Unternessen  österr. · ↗Znüni  schweiz. · ↗Zvieri  schweiz. · Bissen  ugs. · ↗Brotzeit  ugs., süddt. · ↗Happen  ugs. · ↗Stärkung  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bissen · ↗Häppchen · Miniportion · ↗Mundvoll
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biß Gabel Hals Halse Mund Schluck Teller anrühren essen fett herunterbekommen herunterbringen herunterschlucken hinunterbringen hinunterschlucken hinunterspülen kauen köstlich lecker nahrhaft runterkriegen schlucken schmackhaft schnappen steckenbleiben tödlich verschlingen verschlucken wegschnappen würgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bissen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele Fans sind zu aufgeregt, um etwas zu trinken, sie bekommen keinen Bissen hinunter.
Bild, 24.02.2006
Sie fing sofort an zu essen und gleich nach dem ersten Bissen war ihr Hunger wieder da.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 305
Wenn er Hunger verspürt, dann müssen andere ihm das Essen in mundgerechte Bissen schneiden.
Die Zeit, 14.07.1997, Nr. 28
Trotzdem schob ich die Bissen langsam, gewissermaßen nachdenklich in den Mund.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 71
Sie hatten noch einen Bissen essen müssen, so war es spät geworden.
Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 78
Zitationshilfe
„Bissen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bissen>, abgerufen am 24.10.2019.

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