Binder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Binders · Nominativ Plural: Binder
Aussprache
WorttrennungBin-der
Wortzerlegungbinden-er
Wortbildung mit ›Binder‹ als Erstglied: ↗Binderin  ·  mit ›Binder‹ als Letztglied: ↗Ballenbinder · ↗Besenbinder · ↗Betonbinder · ↗Blumenbinder · ↗Buchbinder · ↗Bürstenbinder · ↗Dachbinder · ↗Fassbinder · ↗Garbenbinder · ↗Kabelbinder · ↗Kranzbinder · ↗Mähbinder · ↗Saucenbinder · ↗Selbstbinder · ↗Soßenbinder
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zwischen den Kragenspitzen als Schmuck lang herunterhängender, schmaler (seidener) Stoffstreifen, den der Träger selbst bindet, Schlips
Beispiele:
ein bunter, gestreifter, geschmackvoller Binder
dieser Binder passt nicht zum Anzug
2.
Landwirtschaft Maschine, die Getreide mäht und gleichzeitig Garben bindet
3.
Bauwesen
a)
Stein, der im Mauerwerk mit der Schmalseite außen liegt
Gegenwort zu Läufer
b)
tragender Teil einer Dachkonstruktion
Beispiel:
Oben in den Bindern der Eisenkonstruktion saß ein Lümmel und goß ... Wasser auf uns [TurekWende239]
4.
Bindemittel
Beispiel:
ein Binder für Farben
5.
süddeutsch, österreichisch Berufsbezeichnung   Böttcher
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

binden · Binde · Binder · entbinden · Entbindung · verbinden · Verbindung · Verband
binden Vb. ‘durch Umwinden, Verknüpfen zusammenfügen’, insbesondere ‘fesseln’, auch allgemeiner ‘fest miteinander vereinigen’, ahd. bintan (8. Jh.), mhd. binden ‘umwinden, verknüpfen, fesseln’ führt wie die Entsprechungen asächs. aengl. got. bindan, afries anord. schwed. binda, mnd. mnl. nl. binden, engl. to bind auf germ. *bindan. Es läßt sich mit aind. badhnā́ti ‘bindet’, bandháḥ ‘Band, Fessel’, bándhuḥ ‘Verbindung, Verwandtschaft, Verwandter’, griech. pé͞isma (πεῖσμα) ‘Tau, Seil’, pentherós (πενθερός) ‘Schwiegervater’ (auf die durch Heirat entstehende Bindung bezogen), lat. offendīx ‘Kinnband der Priestermütze’ an ie. *bhendh- ‘binden’ anschließen (s. auch ↗Band m. und ↗Band n., ↗Bande, ↗Bund). Binde f. ‘um etw. herumgewundener Stoffstreifen’ (als Verband, Schmuck, Kennzeichen), ahd. binta (8./9. Jh.), mhd. binde ‘Binde, Verband’, aengl. binde, engl. bind ‘Binde, Band’. Binder m. ‘Böttcher’, ahd. bintāri (10. Jh.), mhd. binder ‘Faßbinder’, nhd. bis zur Gegenwart landschaftlich für ↗Böttcher (s. d.). entbinden Vb. ‘lossprechen, befreien’, auch ‘gebären’, ahd. intbintan ‘aufbinden, lösen, befreien, einer Verpflichtung entheben’ (8. Jh.), mhd. enbinden ‘befreien, lösen, erklären’, asächs. antbindan, aengl. onbindan, engl. to unbind, got. andbindan. Das ursprünglich ‘losbinden, von Fesseln befreien’ bedeutende Verb kommt früh und im Nhd. überwiegend in metaphorischen Verwendungen vor; es bezeichnet bereits im 14. Jh. (wohl vom Trennen der Nabelschnur ausgehend) auch den Geburtsvorgang, wobei die Frau oder das Kind als Objekt des transitiven Verbs eintreten. Jung ist dagegen der intransitive Gebrauch ‘Mutter werden, gebären’ (um 1880); dazu Entbindung f. ‘Geburt’ und ‘Befreiung, Entlastung’, anfangs für unterschiedliche Vorgänge des Befreiens, Lösens, frühnhd. enpindung, en(t)pintung ‘Trennung. Auflösung, Erklärung’ (14. Jh.), dann namentlich ‘Absolution, Lossprechung von Sünden’, vgl. mnd. entbindinge ‘Zügellosigkeit’; im Sinne von ‘Niederkunft, Geburt’ seit dem 17. Jh. verbinden Vb. ‘mit einer Binde bedecken, verknüpfen, zusammenfügen’, übertragen ‘enge Beziehungen zwischen Personen herstellen’, ahd. firbintan ‘umwickeln, zubinden’ (um 1000), mhd. verbinden ‘zusammenfügen, zubinden, einschließen, verpflichten’; westgerm. Präfixbildung (vgl. mnd. vorbinden, nl. verbinden, aengl. forbindan), im Dt. die beiden Bedeutungsstränge ‘mit einer Binde bedecken’ (schon ahd.) und ‘fest zusammenfügen’ (mhd.) entwickelnd; in einigen der sich an die zweite Bedeutung anschließenden Verwendungen schwindet die Vorstellung des Umwindens, Verknüpfens völlig; dazu Verbindung f. ‘Zusammenhang, enge Beziehung’, auch ‘Vorgang des Verbindens’, zuerst (15. Jh.) ‘Verpflichtung’, vgl. mnd. vorbindinge ‘Verbindung, Bündnis’; Verband m. ‘eine Wunde bedeckende, schützende Binde’ (18. Jh.), ‘Gruppierung, Vereinigung, Organisation’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Binder · Halsbinder · ↗Krawatte · Langbinder · ↗Schlips  ●  ↗Ehrbarkeit (Zimmermann)  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beschlag · Binder · ↗Grundstoff
Synonymgruppe
Binder · ↗Böttcher · ↗Küfer  ●  ↗Fassbinder  österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Technik
Synonymgruppe
Bindemäher · ↗Mähbinder  ●  Binder  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Galerie Hemd Schicht Schuh Weste blau bunt dezent rot schwarz tragen weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Binder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Binder: Die meisten haben heute kein Interesse mehr, langfristig aus ihrem Leben auszusteigen.
Die Zeit, 23.08.2007, Nr. 35
Ein Mann, der wirklich interessant ist, braucht keine pinkfarbenen Binder.
Die Welt, 30.07.1999
Herr Binder und ich waren durch solche herausfordernde Redeweise wie begreiflich sehr empört.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 222
Er legte seine Hand auf die Hand von Frau Binder, die die Türklinke umfaßte, aber keine Kraft fand, sie niederzudrücken.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 1
In gewissen Fällen bindet jedoch auch die Folie ohne Binder durch Heißsiegelung ab.
Sandermann, Wilhelm: Grundlagen der Chemie und chemischen Technologie des Holzes, Leipzig: Geest & Portig 1956, S. 239
Zitationshilfe
„Binder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Binder>, abgerufen am 21.06.2019.

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