Billigung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Billigung · Nominativ Plural: Billigungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBil-li-gung (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

Zustimmung, Einverständnis
Beispiele:
etw. findet, erhält jmds. volle, uneingeschränkte, ganze Billigung
die Regierungserklärung fand die einmütige Billigung der Anwesenden
etw. hat die Billigung der Eltern, Behörden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

billig · unbillig · billigen · zubilligen · Billigung
billig Adj. ‘zu niedrigem Preis erhältlich, angemessen, gerechtfertigt’, ahd. billīh (11. Jh.), mhd. frühnhd. billich ‘angemessen, passend, gerecht’ hat Entsprechungen nur im nd.-nl. Bereich (mnd. billīk, billich, bilk, mnl. billijc, billic, bilc). Von hier aus scheint die sonst im Germ. nicht nachzuweisende Bildung mit dem unter ↗-lich (s. d.) besprochenen Ableitungssuffix ins Hd. vorgedrungen zu sein. Hier erfolgt im 17. Jh. formale Angleichung an die mit dem Suffix -ig gebildeten Adjektive. Für den Stamm bil-, der sich auch in mhd. unbil Adj. ‘ungemäß, ungerecht’ (substantiviert zu nhd.Unbill, s. d.) und wahrscheinlich im zweiten Glied von ↗Weichbild (s. d.) findet (unklar ist der Zusammenhang mit ↗Bild, s. d.), ist wohl eine Bedeutung ‘angemessen, gerecht’ (nicht im juristischen Sinne, sondern als sittliches Urteil) anzunehmen; vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 126 f. Eine andere Erklärung bei Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 306, die sich der von Wolf in: Uppsala universitets årsskrift (1930) Bilaga B, 17 ff. vertretenen Deutung von bil- als ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’ anschließt. Verwandt ist vielleicht das Adjektiv aengl. bilewit ‘gnädig, milde, gleichmütig’ und außerhalb des Germ. mir. bil ‘gut’ (vgl. Pokorny 1, 153). Aus der Bedeutung ‘angemessen, gerechtfertigt’, die heute in der Paarformel recht und billig fortlebt, entwickelt sich über die Fügung billiger Preis ‘angemessener, dem Wert entsprechender Preis’ (17. Jh.) vom 18. Jh. an der bis dahin durch (nun zurücktretendes) wohlfeil ausgedrückte Sinn ‘preisgünstig’, aus dem auch Verwendungen wie ‘minderwertig’ oder ‘geistlos’ erwachsen. unbillig Adj. ‘unangemessen, nicht gerechtfertigt’, mhd. unbillich ‘unrecht, ungemäß, unnatürlich’, zu mhd. billich als Gegenwort gebildet (neben mhd. unbil ‘ungemäß, ungerecht’, s. oben); die Bedeutungsentwicklung des unpräfigierten Adjektivs bleibt ohne Einfluß, nhd. billig ‘preisgünstig’ korrespondiert vielmehr mit teuer. billigen Vb. ‘gutheißen, genehmigen’, mhd. billīchen ‘angemessen finden’, mnd. billīken, bilken ‘billigen’, reflexiv ‘angemessen sein’, nhd. bis ins 17. Jh. billichen, doch bereits im 16. Jh. häufig billigen. Dazu zubilligen Vb. ‘zugestehen’ (16. Jh.), mißbilligen Vb. (s. ↗miß-) sowie das Verbalsubstantiv Billigung f. ‘Zustimmung, Einverständnis’, mnd. billīkinge, bilkinge ‘Billigung, billige Schätzung’, nhd. Billichung, Billigung seit dem 16. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
Approbation · Billigung · ↗Genehmigung · ↗Zulassung
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (der) Herr Doktor (respektvoll) · ↗Arzt · ↗Doktor · Heilkundiger · ↗Mediziner  ●  (der) Onkel Doktor  ugs., Kindersprache · ↗Doc  ugs. · Halbgott in Weiß  ugs. · ↗Medikus  geh. · ↗Weißkittel  ugs.
  • FDA  engl. · Food and Drug Administration  engl.
Synonymgruppe
Befugnis · ↗Berechtigung · ↗Bevollmächtigung · Billigung · ↗Einwilligung · ↗Ermächtigung · ↗Genehmigung · ↗Lizenz · ↗Plazet · ↗Recht · ↗Zulassung  ●  ↗Erlaubnis  Hauptform · ↗Segen  fig. · ↗Absegnung  ugs. · ↗Autorisation  geh. · ↗Autorisierung  geh. · ↗Konzession  fachspr. · ↗Okay  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Befürwortung · Billigung · ↗Einverständnis · ↗Segen · ↗Zustimmung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundesrat Duldung Hauptversammlung Kabinettsliste Koalitionsvertrag Militäreinsatz Mißbilligung Sicherheitsrat Siegermacht Sparpaket Sparprogramm Straftat UN UN-Sicherheitsrat UNO Wissen allerhöchst ausdrücklich bedürfen einmütig einstimmig höchstrichterlich nachträglich parlamentarisch schweigend stillschweigend vorherig vorlegen wohlwollend zuleiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Billigung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und doch ist diese Billigung längst nicht mehr so selbstverständlich wie in den vergangenen Jahren.
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2004
Die dort geübte Praxis fand seine Billigung, und er beschreibt sie ausführlich.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 139
Nicht minder fand der von diesem vertretene konservative Kurs seine Billigung.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3556
Denn es hat noch keineswegs die Billigung des Kabinetts gefunden.
Die Zeit, 21.09.1962, Nr. 38
Das Drängen zum Martyrium fand jedoch nicht die Billigung der Kirche.
Lehmann, A.: Märtyrer. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 15463
Zitationshilfe
„Billigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Billigung>, abgerufen am 20.08.2019.

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