Bilderbogen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBil-der-bo-gen (computergeneriert)
WortzerlegungBildBogen2
eWDG, 1967

Bedeutung

(bunte) Bildfolge mit belehrendem, unterhaltendem Inhalt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bogen · Bilderbogen · Fragebogen
Bogen m. ‘Biegung, Krümmung, Papier-, Druckbogen’, ahd. (8. Jh.), asächs. bogo ‘Bogen als Waffe, bogenförmiger Bauteil, bogenförmiges Bauwerk, gekrümmte Linie oder Fläche’, mhd. boge, mnd. bōge, mnl. bōghe, booch, nl. boog, afries. aengl. boga, engl. bow, anord. bogi, schwed. båge, krimgot. boga ‘Bogen’, germ. *bugan-, verwandt mit ir. fidbocc ‘hölzerner Bogen’, gehört als schwundstufige Bildung zu ↗biegen (s. d.); Grundbedeutung ist ‘Biegung, Gebogenes’. Bis ins 16. Jh. hält sich Boge, das von seit dem 15. Jh. aufkommendem Bogen (entsprechend den Flexionsformen) verdrängt wird. Nur im Dt. entwickelt sich die Bedeutung ‘rechteckiges Stück Papier’ (zuerst 1499 nachweisbar). Die verbreitete Ansicht, wonach sich die Bezeichnung aus dem Falzen oder Biegen und anschließendem Schneiden des Papiers erklärt, wird von Wortmann in: Nd. Wort 15 (1975) 85 ff. aus sachlichen Gründen in Zweifel gezogen. Bilderbogen m. ‘Druckblatt mit Bildfolgen und (oft gereimtem) Begleittext’ (17. Jh.). Fragebogen m. (1. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildergeschichte Comic Detail Illustration Neuruppiner Ruppiner aufblättern ausschneiden bewegt bunt entfalten episch erotisch farbig grandios grotesk heiter historisch historisierend illustrieren inszenieren monumental musikalisch opulent prall skurril spannen surreal szenisch üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bilderbogen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die Zeit der Bilderbogen, die hinter Fenstern auftauchen, ist lange vorbei.
Der Tagesspiegel, 30.11.2000
Aber wie war das denn nun wirklich mit den Bilderbogen?
Die Zeit, 31.01.1997, Nr. 6
Meist begnügt man sich leider mit einem äußerlich historischen Bilderbogen und billigen Deklamationen.
Flemming, W.: Reformationsfestspiele. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 566
Die Stücke hatten wir im Kopf, und die Figuren stellten wir aus Bilderbogen durch Aufkleben und Ausschneiden her.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 30365
Zugleich wurden von den zwanziger Jahren an die Bilderbögen zu einem wichtigen Massenkommunikationsmedium, vor allem dank der verlegerischen Initiative von Gustav Kühn in Neuruppin.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3179
Zitationshilfe
„Bilderbogen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bilderbogen>, abgerufen am 19.04.2019.

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