Betrüger, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Betrügers · Nominativ Plural: Betrüger
Aussprache
WorttrennungBe-trü-ger (computergeneriert)
Wortzerlegungbetrügen-er
Wortbildung mit ›Betrüger‹ als Erstglied: ↗Betrügerin · ↗betrügerisch  ·  mit ›Betrüger‹ als Letztglied: ↗Arschbetrüger · ↗Erzbetrüger · ↗Selbstbetrüger
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der andere betrügt
Beispiele:
er ist ein gemeiner, abgefeimter Betrüger
auf einen Betrüger hereinfallen
jmdn. als Betrüger entlarven
den Betrüger fassen, aburteilen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trügen · Trug · Trugbild · Trugschluß · trügerisch · betrügen · Betrüger · Betrug
trügen Vb. ‘betrügen, täuschen, irreführen’. Das nur im Dt. und Nl. belegte stark flektierende Verb ahd. triogan (8. Jh.), mhd. triegen ‘(be)trügen, täuschen’, reflexiv ‘sich täuschen, sich irren’, asächs. driogan ‘betrügen’, mnd. drēgen, mnl. drieghen (germ. *dreugan) ist verwandt mit ahd. gitrog ‘Trugbild, Gespenst’ (9. Jh.), asächs. gidrog ‘Trugbild’, anord. draugr ‘Gespenst, Wiedergänger’, mit der unter ↗Traum (s. d.) behandelten Wortgruppe sowie mit aind. drúhyati ‘beschädigt, sucht zu schaden’, drṓghaḥ ‘schmähend, boshaft, trügerisch’, awest. draog- ‘lügen, trügen’, mir. aur-ddrach ‘Gespenst’. Alle Formen führen auf ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’, vielleicht eine Erweiterung der Wurzel ie. *dhu̯er(ə)- ‘durch Täuschung, Hinterlist zu Fall bringen, schädigen’. Im Nhd. gilt zunächst triegen mit den Präsensformen du treugst, er treugt. In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wird entweder zu -ie- oder (nach dem Vorbild von lügen) zu -ü- vereinheitlicht. Endgültig setzt sich trügen, trügst, trügt im 19. Jh. durch. Trug m. ‘Betrug, Täuschung, falscher Schein’, mhd. truc, für mhd. trüge ‘Trug, Betrug’ eintretend. Trug ist vor allem lebendig in der Fügung Lug und Trug (16. Jh.). Trugbild n. ‘Täuschung’, ahd. trugibilidi ‘Teufelsbild, Gespenst’ (um 900), mhd. trüge-, trugebilde ‘täuschendes Bild’; geläufig seit dem 18. Jh. und wohl von Herder neu gebildet als Verdeutschung von Phantom im Sinne von ‘Sinnestäuschung, von der Phantasie geschaffene Vorstellung, Selbsttäuschung, Irrtum’. Trugschluß m. Terminus der Logik ‘unrichtiger, von einer falschen Prämisse ausgehender Schluß’ (1743 bei Gottsched für frz. un grand sophisme), allgemein ‘auf einem Denkfehler beruhende Schlußfolgerung, Irrtum’ (Ende 18. Jh.); zuvor Betrugsschluß (1. Hälfte 17. Jh.). trügerisch Adj. ‘betrügerisch, hinterlistig, heuchlerisch’ (16. Jh.), ‘täuschend, irreführend’ (18. Jh.), zu ahd. triogāri ‘Heuchler’ (um 800), mhd. trigære, trieger. betrügen Vb. ‘(be)schwindeln, sich einen Vorteil durch Täuschung ergaunern’, (reflexiv) ‘sich nicht die Wahrheit eingestehen’, ahd. bitriogan ‘betrügen, täuschen’ (8. Jh.), mhd. betriegen ‘verlocken, betrügen, betören, verblenden’; Betrüger m. (15. Jh.); Betrug m. ‘Schwindel, Täuschung, Lüge’ (15. Jh.); vgl. ahd. bitrog (11. Jh.), mhd. betroc.

Thesaurus

Synonymgruppe
Betrüger · ↗Hochstapler · ↗Schwindler · ↗Windei
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abzocker · Betrüger · ↗Rosstäuscher · ↗Scharlatan · ↗Schwindler  ●  schwarzes Schaf  fig. · ↗Bauernfänger  ugs. · ↗Nepper  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Betrüger · ↗Falschspieler · ↗Schwindler
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrogene Dieb Fälscher Gauner Hochstapler Leim Lügner Masche Mörder Scharlatan Schlich Schwindler abzocken aufsitzen betrogen dreist entlarven ergaunern ertappt gerissen gesucht hereinfallen mutmaßlich notorisch prellen raffiniert reinfallen verurteilt vorbestraft überführt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Betrüger‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sonst würde ich mir als Betrüger an meinem Job vorkommen.
Bild, 12.11.2005
Die Evolution unterstützt zwar einerseits Betrüger, ermutigt aber auch ihre Gegner.
Der Tagesspiegel, 04.09.2001
Der neuere Sprachgebrauch bezeichnet mit unserem Wort vor allem einen Betrüger.
Röhrich, Lutz: Schelm. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 8954
Die abenteuernden Spieler des Großen Spiels wurden in jedem Fall zu betrogenen Betrügern.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 321
Aber er ging aus dem Leben, wie er gelebt hatte, als Betrüger.
o. A.: Einhundertsiebenundachtzigster Tag. Freitag, 26. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18462
Zitationshilfe
„Betrüger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Betrüger>, abgerufen am 23.08.2019.

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