Bequemlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bequemlichkeit · Nominativ Plural: Bequemlichkeiten
Aussprache
WorttrennungBe-quem-lich-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungbequemlich-keit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
a)
Annehmlichkeit, gewisser Komfort
Beispiele:
das Hotel bietet, hat jede Bequemlichkeit
das Zimmer ist mit allen Bequemlichkeiten ausgestattet, versehen
die Bequemlichkeit lässt zu wünschen übrig
alle Bequemlichkeit missen
jede Bequemlichkeit vermissen (lassen)
ohne die nötige Bequemlichkeit sein
es fehlt jede Bequemlichkeit
Behaglichkeit
Beispiel:
seine häusliche Bequemlichkeit schätzen
b)
angenehme Lebensweise
Beispiele:
auf seine Bequemlichkeit schauen
für jmds. Bequemlichkeit sorgen
wünschst du noch etw. zu deiner Bequemlichkeit?
der Bequemlichkeit halber liegt alles griffbereit
ganz nach deiner Bequemlichkeit! (= wie es dir angenehm ist!)
c)
umgangssprachlich
Beispiele:
in aller Bequemlichkeit (= Ruhe) zum Bahnhof gehen
er gab so viel, wie er mit Bequemlichkeit (= ohne Mühe, Schwierigkeit) entbehren konnte
2.
Trägheit
Beispiele:
er ist aus reiner Bequemlichkeit zu Hause geblieben
das ist nichts als Bequemlichkeit!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bequem · unbequem · Bequemlichkeit · bequemen
bequem Adj. ‘angenehm, behaglich, träge’, ahd. biquāmi (9. Jh.), mhd. bequæme ‘angemessen, passend, tauglich’, zu ahd. biqueman ‘passen, nützen’, nhd.bekommen (s. d.); vgl. mnd. bequēme, bequāme, mnl. bequame, afries. biquām. Verwandt ist aengl. gecwēme. In der Bedeutung ‘träge, faul’ erst seit dem 18. Jh. gebräuchlich. Dazu unbequem Adj. ‘nicht angenehm’, ahd. unbiquāmi (9. Jh.), mhd. unbequæme. Bequemlichkeit f. mhd. bequæmelicheit zu mhd. bequæmelich Adj. ‘passend’. Dazu die Neubildung zum Adjektiv bequemen Vb. ‘anfügen, anpassen’ (15. Jh., zuerst transitiv, selten), seit dem 17. Jh. sich bequemen ‘sich fügen, sich bereit finden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bequemlichkeit · ↗Gemütlichkeit · ↗Komfort
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Annehmlichkeit Behaglichkeit Desinteresse Egoismus Faulheit Feigheit Funktionalität Gedankenlosigkeit Gewohnheit Gleichgültigkeit Hang Höchstmaß Komfort Luxus Nachlässigkeit Opportunismus Pünktlichkeit Risikoscheu Sauberkeit Schlamperei Schnelligkeit Selbstzufriedenheit Trägheit Unkenntnis Unwissenheit Zeitersparnis Zeitmangel gewohnt häuslich pur

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bequemlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der Bequemlichkeit ist der Schuh optimal und er macht Technisch alles mit.
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2003
So gefährlich jene Zeiten waren - mit ihren klaren Strukturen haben sie auch eine verführerische Bequemlichkeit geschaffen.
Der Tagesspiegel, 26.07.1997
In den meisten Fällen wird es sich um Bequemlichkeit handeln.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22748
Da sie nichts wußte, so glaubte sie alles aus Bequemlichkeit.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30188
Bequemlichkeiten habe ich, von einem zu schriftlichen Arbeiten geeigneten Tische abgesehen, nicht.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4080
Zitationshilfe
„Bequemlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bequemlichkeit>, abgerufen am 24.07.2019.

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