Bemme, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bemme · Nominativ Plural: Bemmen
Aussprache
WorttrennungBem-me (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Bemme‹ als Erstglied: ↗Bemmchen  ·  mit ›Bemme‹ als Letztglied: ↗Wurstbemme
eWDG, 1967

Bedeutung

ostmitteldeutsch, umgangssprachlich gestrichene, belegte Scheibe Brot
Beispiele:
Bemmen zurechtmachen
eine Bemme mit Wurst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bemme f. ‘bestrichene Brotschnitte’. Die im Omd. heimische und in der Umgangssprache weiter vorgedrungene, in älterer Zeit Bamme und Bomme lautende Bezeichnung ist seit dem 16. Jh. belegt (zuerst bei Luther 1525 putterpomme, 1532 butterbam). Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet stützt die Herleitung von gleichbed. obsorb. pomazka (zu obsorb. pomazać ‘beschmieren, bestreichen’; vgl. auch nsorb. pomazka ‘Schmiere’), das zu einem mit griech. mássein (μάσσειν) ‘drücken, streichen’ verwandten Verb aslaw. mazati ‘schmieren’ gehört. Der Schwund von -zka bei der Übernahme des sorb. Wortes ins Dt. erklärt sich wohl aus Vermischung dieses Lautkomplexes mit dem dt. Verkleinerungssuffix -chen, so daß zunächst Bemmchen als häufig gebrauchtes Deminutivum (mit e als Umlaut von a oder entrundetem Umlaut von o) neben Bamme, Bomme steht und sich dann in Analogie zum Deminutivum die heutige Form Bemme entwickelt; vgl. Bielfeldt Entlehnungen (1965) 44. Dagegen erwägt Eichler Etym. Wb. der slaw. Elemente (1965) 23 ff. wie bereits Stieler Sprachschatz (1691) 90 Anschluß von Bemme an ein lautnachahmendes mundartliches Verb bammen, bampen ‘essen’. Oder ist von nl. boterham ‘Brotschnitte (mit Butter)’ (seit 16. Jh.) auszugehen, das rhein. Botterramm ergibt? Dann müßte sich freilich das kindersprachlich daraus entwickelte rhein. Bamme, Bemme schon sehr früh nach Osten hin verbreitet haben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Butterbrot · ↗Scheibe · belegtes Brot  ●  Bemme  ugs., regional · Knifte  ugs. · ↗Schnitte  ugs. · ↗Stulle  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Salman zwang der Hunger jetzt auch, zwischendurch Bemmen (sein Wort) nachzulegen.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 949
Auch hier wurde uns ein Glas Zuckerbier zu unserer »Bemme« vorgesetzt.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7124
Es ist gut für die Selbstzucht, bis zum Morgen warten zu müssen, um den Hunger auf Buch oder Bemme zu stillen.
Die Zeit, 12.07.2006, Nr. 29
Und Jens Bemme ist der Verräter aus der Studentenschaft, den das Kapital gekauft hat.
Der Tagesspiegel, 11.02.2003
Zitationshilfe
„Bemme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bemme>, abgerufen am 19.08.2019.

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