Beleg, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Beleg(e)s · Nominativ Plural: Belege
Aussprache
WorttrennungBe-leg
Wortbildung mit ›Beleg‹ als Erstglied: ↗Belegarzt · ↗Belegleser · ↗Belegnachweis · ↗Belegnagel · ↗belegfrei
 ·  mit ›Beleg‹ als Letztglied: ↗Ausgabebeleg · ↗Ausgabenbeleg · ↗Corpusbeleg · ↗Hörbeleg · ↗Korpusbeleg · ↗Quellenbeleg · ↗Quittungsbeleg · ↗Spesenbeleg
eWDG, 1967

Bedeutung

Beweisstück
Beispiele:
ein schriftlicher, urkundlicher, historischer Beleg
einen Beleg finden, vorzeigen, anfertigen
gehoben einen Beleg beibringen
etw. als Beleg anführen, bringen
eine Quittung dient als Beleg
Nachweis
Beispiele:
ein Zitat, eine Textstelle dient als Beleg
einen Beleg für das Vorhandensein eines neuen Wortes bringen (= die Stelle nachweisen, wo das Wort vorkommt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belegen · Belegschaft · Belegung · Beleg · Belag
belegen Vb. ‘durch Darauflegen bedecken’, auch ‘auferlegen, besetzen, beweisen’. Ahd. bileggen ‘bedecken, umgeben’ (8. Jh.), mhd. belegen ‘besetzen, einhüllen, einschließen, belagern’, asächs. bileggian, mnd. mnl. nl. beleggen, afries. bilegga, aengl. belecgan ist eine Präfixbildung zu ahd. leggen, mhd. legen ‘legen, setzen’, dem Kausativum zum starken Verb ahd. liggen, mhd. ligen ‘liegen, sich befinden’ (s. ↗legen und ↗liegen). Daspräfigierte Verb, das ursprünglich das schmückende oder schützende Bedecken und Umkleiden eines Gegenstands bezeichnet, entwickelt im Dt. vielfältige Verwendungsweisen, z. B. ‘besetzen, belagern’ und ‘durch Zeugnis beweisen’ (beide schon mhd. und mnd.), ‘begatten’ (mnd. und frühnhd., heute noch von Tieren) sowie in der älteren Rechtssprache ‘auferlegen, entschädigen’ und ‘gewinnbringend anlegen’ (alle zuerst mnd. bezeugt). An ‘besetzen’ schließt sich im Bergbau der Sondergebrauch ‘ein Bergwerk mit Arbeitskräften versehen’ (16. Jh.) an, wozu als junge Ableitung Belegschaft f. ‘Gesamtheit der Arbeiter eines Bergwerks’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute überhaupt ‘alle Beschäftigten eines Betriebes’, gebildet ist. Belegung f. ‘der Vorgang und das Ergebnis des Belegens’, mnd. belegginge, frühnhd. belegunge stellt sich als Verbalsubstantiv zu den verschiedenen Bedeutungen von belegen; in älterer Zeit ist es vor allem ‘Belagerung’, dann ‘Bedeckung, Besetzung, Geldanlage, Entschädigung’ u. ä., jetzt meist ‘Zustand des Besetztseins, Auslastung’. Beleg m. ‘Beweisstück, dokumentarischer Nachweis’, Rückbildung aus belegen ‘durch Zeugnis beweisen’ (und nicht aus dem älteren Neutr. mnd. belech, belach ‘Belagerung’, frühnhd. belege ‘Belagerung’ und ‘Besatz am Rocksaum’ hervorgegangen), kommt seit Ende des 17. Jhs. namentlich im Rechtswesen (hier auch ‘dauerhafte Grenzmarkierung’) und im Geschäftsverkehr, vom 18. Jh. an auch allgemeiner vor. Der Plural wird im 18./19. Jh. häufig Beläge geschrieben, woraus sich fälschlich eine Nebenform Belag als Singular ergibt. Dagegen wird Belag m. ‘das Daraufliegende, Bedeckende’, zum heute nicht mehr gebräuchlichen starken Verb beliegen ‘liegen bleiben’ (ahd. biliggen, mhd. beligen) gehörend, in der 2. Hälfte des 19. Jhs. üblich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anzeichen · ↗Anzeiger · Beleg · ↗Hinweis · ↗Indikator · ↗Vorbote · ↗Vorzeichen
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Beleg · ↗Dokument · ↗Schriftstück · ↗Unterlage · ↗Urkunde  ●  ↗Archivale  Jargon
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beleg · ↗Bon · ↗Kassenbon · ↗Kassenzettel · ↗Quittung
Assoziationen
Synonymgruppe
Beleg · ↗Beweis · ↗Beweismaterial · ↗Beweismittel · ↗Beweisstück · ↗Corpus Delicti · ↗Nachweis
Unterbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Argument · ↗Begründung · Beleg · ↗Beweis · ↗Beweisgrund · ↗Grund · ↗Prämisse
Unterbegriffe
  • Widerspruchsbeweis · indirekter Beweis
Assoziationen
Synonymgruppe
Beleg · ↗Originaldokument · ↗Quelle
Assoziationen
Synonymgruppe
Anführung · Beleg · ↗Belegstelle · ↗Textstelle · ↗Zitat · wörtliche Redewiedergabe · zitierte Stelle
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beleg(stelle) · ↗Fundstelle · ↗Literaturangabe · ↗Quellenangabe · ↗Quellennachweis · ↗Referenz

Typische Verbindungen
computergeneriert

Behauptung Fülle Quittung Richtigkeit These Thesis Wirksamkeit anführen aufbewahren beibringen dienen dokumentarisch eindeutig eindrucksvoll empirisch erbringen handfest heranziehen herhalten liefern sammeln schriftlich stichhaltig urkundlich weit werten wissenschaftlich zitieren zusammentragen überzeugend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beleg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Belege dafür fanden sich nicht, aber irgendwie leuchtete es ein.
Die Zeit, 19.03.2007, Nr. 12
Evidenzbasierte Medizin ist der vernünftige Gebrauch wissenschaftlicher Belege für Entscheidungen bei der Versorgung individueller Patienten.
Der Tagesspiegel, 10.03.2005
Dem fügte Bo die fünf Blätter mit den aufgeklebten Belegen bei.
Jentzsch, Kerstin: Iphigenie in Pankow, Erfurt: Desotron Verl.-Ges. 1998, S. 113
Belege für die D. reichen bis in die vorislamische Zeit Ägyptens zurück.
o. A.: D. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 21793
In gar manchem Fall dürften auch von ihm angezweifelte Belege verwendbar sein.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 348
Zitationshilfe
„Beleg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Beleg>, abgerufen am 24.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
belecken
Belebungsversuch
Belebungsbecken
Belebung
Belebtschlammverfahren
Belegarbeit
Belegarzt
belegbar
Belegbett
Belegbogen