Beklemmung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beklemmung · Nominativ Plural: Beklemmungen
Aussprache
WorttrennungBe-klem-mung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Beklemmung‹ als Letztglied: ↗Atembeklemmung
eWDG, 1967

Bedeutung

beengendes Gefühl
Beispiele:
eine quälende, seltsame, innere Beklemmung
er fühlte eine unsägliche Beklemmung
es befiel ihn eine dunkle Beklemmung
eine ängstliche Beklemmung ergriff ihn
er spürte eine lähmende Beklemmung auf der Brust
Ihm schlug das Herz in einer ganz ungewohnten Beklemmung [HesseUnterm Rad1,445]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beklommen · Beklemmung · Beklommenheit
beklommen Part.adj. ‘bedrückt, ängstlich’. Das seit Mitte des 18. Jhs. gebräuchliche Adjektiv folgt entsprechenden Verwendungen von mhd. frühnhd. (bis 16. Jh.) beklummen, Part. Prät. eines im Nhd. untergegangenen starken Verbs spätmhd. beklimmen ‘umklammern’, das sich als Präfixbildung zu dem unter ↗klimmen (s. d.) behandelten Verb stellt. Dazu gehört als Kausativum das schwache Verb mhd. klemmen ‘mit den Klauen packen, einzwängen, kneipen’ (s. ↗klemmen) und präfigiertes ahd. biklemmen ‘versperren, verstopfen’ (10./11. Jh.), mhd. nhd. beklemmen ‘zusammenpressen, beengen’ (vgl. asächs. biklemmian ‘einschließen’, aengl. beclemman ‘fesseln, binden’), das heute vor allem im Part. Präs. beklemmend ‘beängstigend, bedrückend’ vorkommt, dessen Part. Prät. beklemmt im älteren Nhd. aber anstelle von mhd. frühnhd. beklummen und später (18. bis 20. Jh.) neben beklommen auch adjektivisch verwendet wird. Zum schwachen Verb beklemmen ist Beklemmung f. ‘beengendes Gefühl’ (Mitte 17. Jh.) gebildet. Beklommenheit f. ‘Angst, seelische Bedrücktheit’ (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Angst · ↗Angstgefühl · ↗Bedenken · ↗Bedrohungsgefühl · ↗Befürchtung · Beklemmung · ↗Beklommenheit · ↗Furcht · ↗Scheu · ↗Sorge  ●  ↗Bammel  ugs. · ↗Flattermann  ugs. · ↗Fracksausen  ugs. · Manschetten  ugs. · ↗Muffe  ugs. · ↗Muffensausen  ugs. · ↗Schiss  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abscheu Angst Atemnot Befreiung Brust Düsternis Enge Furcht Gefühl Herzklopfen Ohnmacht Schweißausbruch Stolz anfänglich auslösen befallen beschleichen breitmachen dumpf entgegensehen gewiss hervorrufen seelisch spürbar spüren verspüren verursachen wachsend weichen würgend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beklemmung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber die Beklemmungen angesichts der unabsehbaren Tiefe unter mir ließen mich nicht los.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 239
Und plötzlich war da eine Dichte, eine Beklemmung, die man den ganzen schönen Abend vermisst hatte.
Süddeutsche Zeitung, 19.10.1999
Ich stelle mir diese Frage nicht ohne eine gewisse Beklemmung.
Die Zeit, 27.07.1979, Nr. 31
Am stärksten ist die Beklemmung immer abends zwischen sieben und neun.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 68
Ihr Blut kreist so lebhaft, daß sie sich dadurch beunruhigt fühlt, und auf ihrem Herzen lastet es wie Beklemmung.
Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1927], S. 47
Zitationshilfe
„Beklemmung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Beklemmung>, abgerufen am 24.04.2019.

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