Beifall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Beifalls · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBei-fall
Wortbildung mit ›Beifall‹ als Erstglied: ↗Beifallklatschen · ↗Beifallsbezeugung · ↗Beifallsdonner · ↗Beifallsgejohl · ↗Beifallsgejohle · ↗Beifallsgeschrei · ↗Beifallsgetrampel · ↗Beifallsgetös · ↗Beifallsgetöse · ↗Beifallsjubel · ↗Beifallsklatschen · ↗Beifallskundgebung · ↗Beifallslachen · ↗Beifallsorkan · ↗Beifallsruf · ↗Beifallssturm · ↗Beifallsäußerung · ↗beifallfreudig · ↗beifallheischend · ↗beifallsfreudig · ↗beifallspendend · ↗beifällig
 ·  mit ›Beifall‹ als Letztglied: ↗Sonderbeifall
eWDG, 1967 und DWDS, 2018

Bedeutung

Klatschen und andere Gefühlsäußerungen des Publikums als Zeichen des Gefallens, der Zustimmung, Applaus
Beispiele:
begeisterter, brausender, donnernder, tosender, stürmischer, frenetischer, rauschender, spontaner, starker, (lang)anhaltender, minutenlanger, reicher, herzlicher, verdienter, lauter, erneuter, schwacher, karger, spärlicher Beifall
gehoben nicht enden wollender Beifall
jmdm. Beifall klatschen
gehoben jmdm. Beifall bekunden, spenden
die Menge rief, trampelte Beifall
abwertend die Menge brüllte, johlte, grölte Beifall
in Beifall ausbrechen
mit Beifall geizen
die Zuschauer überschütteten den Sänger mit Beifall
das Publikum nahm die Aufführung mit Beifall auf
der Beifall setzt ein, braust auf, hält an, nimmt zu, ebbt ab, verebbt, verklingt
gehoben der Beifall brandet auf
Beifall ertönt
der Redner erhielt, erntete Beifall
die Darbietungen lösten Beifall aus
der Bericht wurde durch Beifall unterbrochen
Zustimmung, Anerkennung
Beispiele:
der Vorschlag fand den allgemeinen, ungeteilten Beifall der Versammlung
seine Leistungen nötigten auch den Gegnern Beifall ab
die Ausstellung erfreut sich des Beifalls aller Besucher
gehoben jmdm. Beifall zollen
Der Auftritt des französischen Präsidenten […] vor beiden Parlamentskammern in Versailles hat in den französischen Medien wenig Beifall gefunden. [Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2017]Quelle: DWDS, 2018
Die USA zollten der Bereitschaft beider Seiten zu einer »friedlichen und ordentlichen« Beilegung der politischen Krise Beifall, erklärte das Weiße Haus. [Die Zeit, 24.04.2011, Nr. 17]Quelle: DWDS, 2018
So erntete Konrad Lorenzen, Vorstand der Berliner Verkehrs-Betriebe, mit seinem Konzept U-Bahn 2000 internationalen Beifall. [Der Spiegel, 24.10.1994, Nr. 43]Quelle: DWDS, 2018

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beifall · beifallen · beifällig · Beifallsbezeugung
Beifall m. ‘Händeklatschen, zustimmende Äußerungen des Publikums, Applaus, Zustimmung, Anerkennung’. Im Anschluß an vorher bezeugtes mnd. bīval ‘Hilfe, Unterstützung, Anhang, Zustimmung’, auch (in der Rechtssprache) ‘das Zufallende wie Nebeneinkünfte, Erbschaft aus der Seitenlienie’ (14. Jh.), erscheint nhd. Beifall seit dem 15. Jh. ‘Übertritt zu einer Partei, politische Parteinahme’ (im Gegensatz zu Abfall ‘Loslösung, Treubruch’), aber auch in der Bedeutung ‘Zustimmung’, die bis in die Gegenwart fortlebt. Zur Etymologie s. ↗fallen. Heute ungebräuchlich ist das Verb beifallen ‘einfallen, in den Sinn kommen, zustimmen’. An mhd. bīvallen ‘ab-, danebenfallen’ schließt sich gleichbed. frühnhd. beifallen an, das unter Einfluß von mnd. bīvallen ‘zustimmen, beistehen, jmds. Partei nehmen’ im 16. Jh. außerdem die Bedeutung ‘zustimmen, beipflichten’ entwickelt und bis ins jüngere Nhd. bewahrt. Im 18. Jh. steht beifallen häufig für ‘in den Sinn kommen, einfallen’. beifällig Adj. ‘zustimmend, anerkennend’; Ende des 15. Jhs. im Sinne von ‘zustimmend, günstig’, im 16. Jh. auch ‘zufällig, beiläufig’, im 18. Jh. setzt sich die heutige Bedeutung durch. Beifallsbezeugung f. (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akklamation · ↗Applaus · Beifall · ↗Beifallklatschen · Beifallsbezeigung · ↗Beifallsorkan · Beifallsrauschen · ↗Beifallssturm · ↗Beifallsäußerung · Handgeklapper · ↗Jubel · ↗Klatschen · ↗Ovation · ↗Standing Ovations · stehende Ovationen (es gibt ...) · tosender Beifall  ●  Beifallsbekundung  geh. · ↗Beifallsbezeugung  geh.
Assoziationen
  • (das Publikum) von den Sitzen reißen · (die Zuschauer) zu Beifallsstürmen hinreißen · (einen) Beifallssturm entfachen
  • Applaus spenden · Beifall spenden · ↗beklatschen · ↗klatschen  ●  ↗akklamieren  österr. · ↗applaudieren  Hauptform · (die) Hände rühren  geh. · (mit) Beifall bedenken  geh. · Beifall zollen  geh. · in die Händchen patschen  ugs., abwertend
  • (bezahlter) Beifallklatscher · ↗Claqueur  ●  (die) Claque (Theat.)  fachspr. · Klatschvieh  derb, stark abwertend
  • Freudengeheul · ↗Freudengeschrei · Freudenschreie · ↗Gejohle (oft abwertend 'unter dem Gejohle') · Gejubel · Gejuchze · Hochrufe · Hurra-Rufe · ↗Hurrageschrei · Hurrarufe · ↗Jauchzer · ↗Jubel · ↗Jubelgeschrei · Jubelrufe · ↗Juchzer · ↗Triumphgeschrei · Vivat-Rufe · Vivatrufe  ●  Frohlocken  veraltend · Hurra-Geschrei  abwertend
  • Begeisterungssturm · Begeisterungsstürme (auslösen) · Sturm der Begeisterung · Woge der Begeisterung · frenetischer Jubel · tosender Applaus
  • begeistert aufgenommen werden · begeisterte Aufnahme finden · gefeiert werden · mit Preisen überhäuft werden
  • (jemanden/etwas) frenetisch bejubeln · (jemanden/etwas) frenetisch feiern · begeistert aufgenommen werden (von) · begeistert gefeiert werden · begeisterte Aufnahme finden (bei) · zu Begeisterungsstürmen hinreißen  ●  (sich) vor Begeisterung überschlagen  fig.
Antonyme
  • Beifall

Typische Verbindungen
computergeneriert

Delegierte Pfiff Publikum Zuhörer anhaltend aufbranden bedachen bedenken begeistert brausend demonstrativ donnernd ernten frenetisch freundlich herzlich höflich klatschen langanhaltend laut lebhaft minutenlang quittieren rauschend spenden spontan stürmisch tosend ungeteilt zollen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beifall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht musste deshalb der Beifall für die beiden gerade am Tag der deutschen Einheit besonders herzlich ausfallen.
Der Tagesspiegel, 04.10.2003
Nur wenn wir so denken, erhalten wir auch den Beifall der anderen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 467
Ich mußte meine Hände zurückhalten, sonst hätten sie ihm Beifall geklatscht!
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 170
Und die andern, müde wie sie waren, schmunzelten ihm Beifall zu.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 145
Zitationshilfe
„Beifall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Beifall>, abgerufen am 20.08.2019.

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