Behagen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Behagens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBe-ha-gen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben geruhsame Zufriedenheit, inneres Wohlbefinden
Beispiele:
ein stilles, heimliches, häusliches, wohliges, sanftes Behagen
das reine, innere Behagen
mit großem, sichtlichem, unendlichem, äußerstem Behagen etw. genießen
mit breitem Behagen erzählen
die Katze schnurrte vor Behagen
in Ruhe und Behagen leben
Behagen fühlen, empfinden
etw. erregt, erweckt, verbreitet Behagen
Mich ergreift ... / Himmlisches Behagen [GoetheTischlied1,90]
[die] Tiere ... tranken mit Behagen das lautere Bergwasser [G. KellerSalander5,299]
er fand kein Behagen in diesem Ausstrecken [ViebigErde109]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behagen · Behagen · Wohlbehagen · behaglich · Behaglichkeit · Behäglichkeit
behagen Vb. ‘zusagen, gefallen, angenehm sein’ (meist in der 3. Person), älter auch sich behagen ‘sich wohl fühlen’. Mhd. (be)hagen, asächs. bihagon ‘gefallen, behagen’, mnd. behāgen, mnl. behāghen, nl. behagen, aengl. gehagian, onhagian ‘gefallen, angemessen sein’, anord. haga ‘einrichten, anordnen’, hagar ‘es paßt, ziemt sich’ gehören wohl zu einem starken Verb germ. *hagan ‘schützen, hegen’, wenn dies aus dem Part. Prät. ahd. gihagan ‘gepflegt, genährt’, mhd. behagen ‘frisch, freudig’ erschlossen werden kann. Die weitere Verwandtschaft ist nicht gesichert. Dazu das Verbalsubstantiv Behagen n. ‘geruhsame Zufriedenheit, inneres Wohlbefinden’ (17. Jh.); doch vgl. älteres Wohlbehagen n. ‘Gefallen, Gutdünken’ (15. Jh.), danach, das Simplex verstärkend, ‘Wohlgefallen, Wohlbefinden’ (17. Jh.). behaglich Adj. ‘Wohlbehagen erweckend, empfindend, gemütlich’, älter (mit Umlaut) behäglich (beide Formen bei Goethe), mhd. behagelich, meist behegelich ‘was behagt, wohlgefällig’, mnd. behēgelīk, nl. behaaglijk; Behaglichkeit, Behäglichkeit f. mhd. behegelicheit ‘Wohlgefallen’, mnd. behēgelichēt, nl. behaaglijkheid.

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Wohl und Wehe · Behagen · ↗Wohl · ↗Wohlbefinden · ↗Wohlbehagen · ↗Wohlergehen · Wohlfühlen · ↗Wohlgefühl · ↗Wohlsein
Synonymgruppe
Behagen · stilles Vergnügen · wohliges Gefühl der Zufriedenheit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Heiterkeit Leib Lust Unbehagen Unkultur Witz Wohlstand ausstrahlen bereiten bürgerlich empfinden erkennbar essen genießen gewiss häuslich inner innig materiell offensichtlich registrieren satt sichtbar sichtlich spürbar still trinken verzehren wohlig zitieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Behagen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es genügt, sie zu streifen. Auch im Behagen breitet er sich nie aus.
Die Zeit, 12.02.2001, Nr. 07
Der sogenannte normale Bürger freilich vernimmt solche Geschichten mit einem gewissen schaudernden Behagen.
Süddeutsche Zeitung, 27.01.2000
Ich hatte nicht einmal Zeit, mich zu schämen für mein Behagen.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 220
Es bereitete ihm ein finsteres Behagen, sich diesen Gesetzen zu fügen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 657
Zitationshilfe
„Behagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Behagen>, abgerufen am 17.10.2019.

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