Befugnis, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Befugnis · Nominativ Plural: Befugnisse
Aussprache
WorttrennungBe-fug-nis
eWDG, 1967

Bedeutung

Ermächtigung, Berechtigung
Beispiele:
jmd. hat, erhält, nimmt sich die Befugnis, etwas zu tun
sich große, hohe Befugnisse anmaßen
seine Befugnisse überschreiten
jmdm. die Befugnis zu etw. geben
jmds. Befugnisse abgrenzen
die Befugnis eines Direktors, Generals
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fügen · fugen · verfügen · Verfügung · Fuge2 · Fug · Befugnis · befugt · füglich · Unfug · fügsam · Fügung · Gefüge · gefügig · ungefüge
fügen Vb. ‘passend zusammensetzen, verhängen, bewirken’, reflexiv ‘sich unterordnen’, ahd. fuogen ‘verbinden, vereinigen, ineinanderpassen’ (8. Jh.), mhd. vüegen, vuogen, auch ‘bewerkstelligen, sich anpassen, machen, daß etw. geschieht’, asächs. fōgian, mnd. vȫgen, vǖgen, mnl. voeghen, nl. voegen, aengl. fēgan, engl. to fay ‘passen, verbinden’ sind verwandt mit ↗Fach (s. d.) und den dort genannten Formen. Daneben steht fugen Vb. ‘fest zusammensetzen, mit einer Fuge verbinden’, die in der Handwerkersprache bewahrte obd. umlautlose Form von fügen; heute meist als Ableitung von Fuge (s. unten) empfunden. verfügen Vb. ‘an die richtige Stelle setzen, einfügen, anordnen’, reflexiv ‘sich begeben’, frühnhd. verfüegen (15. Jh.), mnd. vorvogen ‘einrichten’. Verfügung f. ‘Anordnung’ (16. Jh.). Fuge2 f. ‘Ritze, Verbindungslinie zwischen zusammengehörigen Bauteilen’, ahd. fuogī ‘Verbindung, Zusammensetzung, Verbindungsstelle’ (um 1000), mhd. vuoge ‘Zusammenfügung, Stelle eingreifender Verbindung zueinander’, aber auch (und damit in mhd. Zeit bedeutungsgleich mit dem folgenden Fug) ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’; vgl. auch (mit anderer Bildungsweise) ahd. fuoga ‘Geschicklichkeit’ (Hs. 13. Jh.). Fug m. ‘Zuständigkeit, Recht’, mhd. vuoc ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’, heute vor allem noch in der Wendung mit Fug und Recht (16. Jh.). Befugnis f. ‘Zuständigkeit, Recht’ (16. Jh.). befugt Part.adj. ‘zuständig, berechtigt’, vgl. befugt sein (15. Jh.), aus dem Part. Prät. von spätmhd. sich bevūgen ‘eine Zuständigkeit ausüben’ (14. Jh.). füglich Adj. ‘passend, schicklich, mit Berechtigung’, spätmhd. vuoclich, vüeclich; vgl. ahd. gifuog(i)līh (9. Jh.). Unfug m. ‘öffentliches Ärgernis erregendes Verhalten, Dummheiten, Schabernack’, mhd. unvuoc ‘Unanständigkeit, Roheit, Schande, Frevel’. fügsam Adj. ‘leicht lenkbar, anpassungsfähig’, spätmhd. vuoc-, vüecsam ‘schicklich, angemessen’ (14. Jh.). Fügung f. ‘Geschick, Schicksal’, mhd. vüegunge ‘Zusammenfügung, Art und Weise’, seit dem 17. Jh. Terminus der Syntax für lat. cōnstrūctio. Gefüge n. ‘Struktur, innere Ordnung’, von ahd. gifuogī̌ ‘Verbindung’ (8. Jh.) unabhängige Neubildung des 17. Jhs. gefügig Adj. ‘fügsam, passend’ (15. Jh.), mit anderer Endung anschließend an ahd. gifuogi, mhd. gevüege Adj., bewahrt in ungefüge Adj. ‘unförmig, unhandlich’, ahd. ungifuogi (11. Jh.), mhd. ungevüege, -vuoge ‘unartig, unhöflich, unbeholfen, plump’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Befugnis · ↗Bereich · ↗Kompetenz · Obliegenschaft · ↗Verantwortlichkeit · ↗Verantwortung · ↗Verantwortungsbereich · ↗Zuständigkeit
Assoziationen
Synonymgruppe
Befugnis · ↗Bevollmächtigung · ↗Ermächtigung · ↗Freibrief · ↗Handlungsvollmacht · ↗Mandat · ↗Prokura · ↗Vollmacht · Vollziehungsbefehl  ●  ↗Pouvoir  österr. · Kommittiv  fachspr., lat., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Befugnis · ↗Berechtigung · ↗Bevollmächtigung · ↗Billigung · ↗Einwilligung · ↗Ermächtigung · ↗Genehmigung · ↗Lizenz · ↗Plazet · ↗Recht · ↗Zulassung  ●  ↗Erlaubnis  Hauptform · ↗Segen  fig. · ↗Absegnung  ugs. · ↗Autorisation  geh. · ↗Autorisierung  geh. · ↗Konzession  fachspr. · ↗Okay  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausweitung Ausübung Bundeskriminalamt Einzelprokura Erweiterung Europol Prokurist Sicherheitsbehörde ausstatten ausweiten beschneiden eingeräumt eingeschränkt einschränken erweitern erweitert exekutiv gesetzgeberisch hoheitlich hoheitsrechtlich legislativ polizeilich reichend richterlich weitergehend weitreichend zustehend Übertragung überschreiten übertragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Befugnis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So viele Befugnisse wie heute hatte das FBI seit Jahrzehnten nicht gehabt.
Der Tagesspiegel, 12.06.2002
Dann werden sie ein richtiges Parlament mit richtigen Befugnissen haben wollen.
Süddeutsche Zeitung, 02.01.1999
Zum Aufbau der Kirche hat er eine gewisse Befugnis im Rahmen des positiven Rechtes.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21380
Ich hatte keine Befugnis zu sprechen darüber, und ich kann es nicht sagen, warum er noch nicht befaßt war.
o. A.: Einhundertzweiunddreißigster Tag. Freitag, 17. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25511
Also werden die Befugnisse sowohl von den Diplomaten als auch von den Militärs übertreten und ebenso gab es Überschneidungen.
o. A.: Neunundvierzigster Tag. Samstag, den 2. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21658
Zitationshilfe
„Befugnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Befugnis>, abgerufen am 16.10.2019.

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