Befehl, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Befehl(e)s · Nominativ Plural: Befehle
Aussprache
WorttrennungBe-fehl
Wortbildung mit ›Befehl‹ als Erstglied: ↗Befehlsausgabe · ↗Befehlsbereich · ↗Befehlsempfang · ↗Befehlsempfänger · ↗Befehlsform · ↗Befehlsgebung · ↗Befehlsgewalt · ↗Befehlshaber · ↗Befehlsnotstand · ↗Befehlsstab · ↗Befehlston · ↗Befehlsverweigerer · ↗Befehlsverweigerung · ↗Befehlsüberbringer · ↗Befehlsübermittlung · ↗befehlsgemäß · ↗befehlswidrig
 ·  mit ›Befehl‹ als Letztglied: ↗Abfahrtbefehl · ↗Abfahrtsbefehl · ↗Angriffsbefehl · ↗Armeebefehl · ↗Arrestbefehl · ↗Ausweisungsbefehl · ↗Bataillonsbefehl · ↗Bremsbefehl · ↗Divisionsbefehl · ↗Durchsuchungsbefehl · ↗Einberufungsbefehl · ↗Einrückungsbefehl · ↗Freilassungsbefehl · ↗Gegenbefehl · ↗Geheimbefehl · ↗Gestellungsbefehl · ↗Heeresbefehl · ↗Marschbefehl · ↗Menübefehl · ↗Mobilmachungsbefehl · ↗Oberbefehl · ↗Parteibefehl · ↗Regierungsbefehl · ↗Räumungsbefehl · ↗Rückzugbefehl · ↗Rückzugsbefehl · ↗Schießbefehl · ↗Startbefehl · ↗Streikbefehl · ↗Tagesbefehl · ↗Vollstreckungsbefehl · ↗Zahlungsbefehl
eWDG, 1967 und WDG/DWDS, 2014

Bedeutungen

1.
bindender Auftrag eines Vorgesetzten, Anordnung
Beispiele:
einen Befehl geben, erteilen, erlassen
einen Befehl empfangen, erhalten, einholen, entgegennehmen, befolgen, erfüllen, ausführen, verweigern
ein ausdrücklicher, eindeutiger, unwiderruflicher, geheimer, dienstlicher, schriftlicher Befehl liegt vor, ergeht an alle
sie hatten den Befehl, die Stadt zu verteidigen
ein Befehl zur Feuereinstellung
einem Befehl zuwiderhandeln
auf (höchsten) Befehl etwas tun
das geschieht auf meinen Befehl
Befehl ist Befehl (= entgegen anderer Überzeugung muss gehorcht werden)
2.
Informations- und Telekommunikationstechnik Anweisung an einen Rechner, eine bestimmte Operation auszuführenQuelle: DWDS, 2014
Beispiele:
Börsenhändler tippen Befehle in ihre Rechner, und vielleicht sitzt irgendwo ein Ökonom und feilt an einer neuen Theorie. [Die Zeit, 25.02.2013, Nr. 08]
Am Rechner gibt es einen Befehl, der heißt: »Neues leeres Dokument anlegen«. Wählt man ihn aus, erhält man eine blütenweiße Seite. [Süddeutsche Zeitung, 29.09.2003]
Eine Shell ist ein Programm, das die eingegebenen Befehle entweder selbst ausführt oder zur Ausführung weitergibt. [C’t, 2001, Nr. 22]
3.
Gewalt, Anordnungen zu geben, Kommando
Beispiele:
den Befehl haben, führen, übernehmen
der Kapitän hat den Befehl über das Schiff
einem Befehl unterstehen
unter dem Befehl eines Generals handeln, etwas ausführen
er hat 100 Mann unter seinem Befehl
der Befehl liegt bei ihm

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

befehlen · Befehl · befehligen
befehlen Vb. ‘anordnen, gebieten’. Ahd. bifel(a)han ‘anvertrauen, begraben, empfehlen’ (8. Jh.), mhd. bevelhen ‘anvertrauen, übergeben’, asächs. bifelhan, mnd. bevēlen, afries. bifela, aengl. befēolan ‘anvertrauen, verbergen’ sind Präfixbildungen zu einem germ. Simplex, das in ahd. fel(a)han ‘zurechtlegen, einsäen, anvertrauen’ (8./9. Jh.), aengl. fēolan ‘eindringen’, anord. fela ‘verbergen’, got. filhan ‘begraben, verbergen’ (germ. *felhan) und auch in nhd. ↗empfehlen (s. d.) erhalten ist. Weitere Herkunft ungewiß. Außergerm. finden sich keine sicheren Verwandten. Ein Vergleich mit griech. pélas (πέλας) ‘Haut, Fell’, apreuß. pelkis ‘Mantel’, der die germ. Formen als k-Erweiterungen der Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen’ erklären würde, ist wenig wahrscheinlich. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘eindringen’ und ‘verbergen, begraben, der Erde anvertrauen’, die zu ‘anvertrauen’ im allgemeinen Sinne weiterentwickelt; über ‘ein Amt, einen Auftrag anvertrauen, geben’ wird das Verb synonym mit ‘gebieten’. Nur in religiöser Sprache (etw. Gott befehlen) wird die alte Bedeutung ‘anvertrauen’ bis heute bewahrt. Vom Verbum abgeleitet Befehl m. ‘Auftrag, Gebot’, spätmhd. bevelch, bevel ‘Übergebung, Obhut’, frühnhd. auch Befehlich, Befehlig m., wovon befehligen Vb. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Befehl · ↗Gebot · ↗Kommando
Synonymgruppe
Anweisung · Befehl · ↗Diktat · ↗Order · ↗Zwang  ●  ↗Weisung  fachspr.
Unterbegriffe
  • Erster Wiener Schiedsspruch · Wiener Diktat
Assoziationen
  • Zwangsassimilation · Zwangsassimilierung
Synonymgruppe
Anordnung · ↗Anweisung · ↗Arbeitsanweisung · ↗Arbeitsauftrag · ↗Aufgabe · ↗Aufgabenstellung · ↗Auftrag · Befehl · ↗Dienstanweisung · ↗Direktive · ↗Geheiß · ↗Mandat · ↗Order · ↗Weisung  ●  ↗Quest(e)  geh., veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anweisung Ausführung Befehl Durchführung Erschießung Führer Gehorsam General Kommandant Militäradministration Oberkommando Vorgesetzter Weisung ausdrücklich ausfahren ausführen befolgen entgegennehmen entsprechend ergehen erlassen erteilen erteilt gegeben gehorchen richterlich schriftlich verbrecherisch verweigern widersetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Befehl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie geben dem Stick nur den Befehl, sie sich gefälligst selbst aus dem Web zu holen.
Die Zeit, 25.07.2013, Nr. 31
Heute abend sollten wir fortkommen, wir hatten alles feldmarschmäßig gepackt, da kam der Befehl, dass wir erst morgen fahren würden.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 17.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Und heute morgen habt Ihr den Befehl bekommen, gegen den Gegner zu marschieren.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 05.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Diese Ausrichtung habe nichts zu tun mit einer Forschung auf Befehl.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1937]
Ich sagte nur, da der Mann zögerte, meinem Befehle Folge zu geben, ich befehle Ihnen dienstlich, mir zu folgen.
Friedländer, Hugo: Eine Bluttat in Essen vor dem Marinekriegsgericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 895
Zitationshilfe
„Befehl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Befehl>, abgerufen am 23.02.2019.

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