Beelzebub, der

GrammatikEigenname (Maskulinum)
WorttrennungBeel-ze-bub (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

hebräischer Gott der bösen Geister; oberster Teufel
Beispiel:
den Teufel durch, mit Beelzebub austreiben (= ein Übel durch ein anderes Übel bekämpfen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beelzebub m. In der Bibel (Neues Testament) ‘oberster Teufel’, mit dessen Hilfe Jesus nach Vorstellung der Pharisäer die bösen Geister austreibt, vgl. den Teufel durch, mit Beelzebub austreiben ‘ein Übel durch ein anderes Übel bekämpfen’, kirchenlat. Beelzebūb. Es gibt unterschiedliche Deutungsversuche. Nach einigen wäre der Teufelsname gleichzusetzen mit dem im Alten Testament belegten Baal-Zebūb, dem Namen der Orakelgottheit von Ekron, hebr. Ba‛al zewūw, wörtlich ‘Herr der Fliegen’. Nach anderen stellt die neutestamentliche Variante Beelzebūl (griech. Βεελζεβούλ neben im Neuen Testament üblichem Βεεζεβούλ, das wohl auf nachlässige palästinensische Volksaussprache zurückgeht, kirchenlat. Beelzebūl) die ursprüngliche Namensform des Teufels dar, die erst nachträglich an den Götternamen angeglichen wurde. Sie wird entweder (als verächtlich machende rabbinische Bezeichnung) zu hebr. zibbēl ‘düngen’, auch ‘Götzendienst leisten’ (eigentlich ‘Mist darbringen’) gestellt. Beelzebūl wäre danach ‘Herr des Mistes’, d. h. ‘Teufel’, dem letztlich jeder Götzendienst dargebracht wird. Oder sie ist Wiedergabe von hebr. Ba‛al zewūl ‘Herr des Himmels’. Die Namensform Beelzebub kommt mit der Übersetzung des lat. Bibeltextes ins Dt., vgl. ahd. Beelzebub (Tatian).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) große Tier · ↗(der) Leibhaftige · 666 · ↗Antichrist · Beelzebub · ↗Deibel · ↗Diabolo · ↗Dämon · Fürst der Finsternis · ↗Gottseibeiuns · ↗Luzifer · Mephistopheles · ↗Satan  ●  ↗Teufel  Hauptform · Düvel  ugs., plattdeutsch · ↗Mephisto  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Satan Teufel austreiben vertreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Beelzebub‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Beelzebub wird mal wieder ausgetrieben, dieses Mal jedoch, bevor er sich richtig gezeigt hat.
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2000
Daß ihr dabei ausgerechnet der Beelzebub, das Fernsehen, zur Hilfe kam, erheitert sie.
Die Zeit, 28.01.1985, Nr. 04
Man treibt bekanntlich den Teufel nicht mit dem Beelzebub aus.
Die Welt, 13.08.1999
Im Rennen um das härteste Bewußtsein von den harten Tatsachen schulten sich Teufel und Beelzebub aneinander.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 6
Und der Teufel ist bekanntlich im Sozialismus mit dem Beelzebub ausgetrieben worden.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 267
Zitationshilfe
„Beelzebub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Beelzebub>, abgerufen am 16.10.2019.

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