Bedenkenlosigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungBe-den-ken-lo-sig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungbedenkenlos-igkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

Rücksichtslosigkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedenken · Bedenken · bedenklich · bedenkenlos · Bedenkenlosigkeit · Bedacht · bedächtig · Bedächtigkeit
bedenken Vb. ‘nachdenken, überlegen, erwägen’, ahd. bithenken (8. Jh.), mhd. bedenken ‘sein Denken worauf richten, überlegen, erwägen’, auch jmdn. mit etw. bedenken ‘für jmdn. sorgen, jmdn. mit etw. beschenken’ und in frühnhd. Zeit sich bedenken ‘mit sich zu Rate gehen, sich besinnen’, asächs. bithenkian, afries. bithanka, aengl. beþencan, got. biþagkjan. Zur Etymologie s. ↗denken. Dazu der substantivierte Infinitiv Bedenken n. ‘Überlegung, die Zweifel, Sorge, Vorbehalt enthält’, (15. Jh.); bedenklich Adj. ‘zweifelnd, voll Sorge, Vorbehalt’ (15. Jh.), dann auch ‘zweifelhaft, besorgniserregend’. bedenkenlos Adj. ‘ohne Bedenken, rücksichtslos’ und Bedenkenlosigkeit f. sind Ableitungen jüngster Zeit (19. Jh.). Bedacht m. nur noch in festen Wendungen mit, voll, ohne Bedacht ‘mit, voll, ohne Bedenken, Überlegung, Sorgfalt’, mhd. bedāht ‘Erwägung, Bedenkzeit’, Verbalsubstantiv zu bedenken (s. oben und s. ↗Andacht); bedächtig Adj. ‘vorsichtig, umsichtig, langsam, gemächlich’, mhd. bedæhtic, ahd. bithāhtīg (8. Jh.). Bedächtigkeit f. mhd. bedæhticheit.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so darf man sich schon über seine antimoderne Bedenkenlosigkeit wundern.
Die Zeit, 10.02.2005, Nr. 07
In dieser Hinsicht besitzt er die Bedenkenlosigkeit des ausgebufften Politikers.
Schwarz, Hans-Peter: Anmerkungen zu Adenauer, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005 [2004], S. 54
Der Nationalsozialismus hat darin das Äußerste getan, schon durch die Bedenkenlosigkeit, mit der er die Ideen je nach Lage und Zweck gewechselt hat.
Freyer, Hans: Gesellschaft und Kultur. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 25000
Die intellektuelle Unredlichkeit und Schlichtheit dieses Beschlusses paßte zu der naßforschen Bedenkenlosigkeit des Schwurgerichtsurteils.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 139
Sie holt jetzt ihre Jugend nach, alles Versäumt-Geglaubte, alle unbegrenzte Hoffnung einer Zwanzigjährigen, alle unschuldsvolle Bedenkenlosigkeit im Griff nach Geltung, Wirkung und Erfolg.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 333
Zitationshilfe
„Bedenkenlosigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bedenkenlosigkeit>, abgerufen am 22.04.2019.

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