Bedauern, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bedauerns · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBe-dau-ern (computergeneriert)
Grundformbedauern
Wortbildung mit ›Bedauern‹ als Erstglied: ↗bedauernswürdig
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von bedauern (Lesart 1 u. 2)
Beispiele:
sein Bedauern äußern, ausdrücken, zeigen
über etw. ein schmerzliches Bedauern empfinden, fühlen
zu meinem (größten, lebhaften, aufrichtigen) Bedauern habe ich gehört, dass ...
ich muss mit Bedauern (= leider) feststellen, dass ...
jmdn. mit tiefem Bedauern betrachten
Er brummte ein Wort des Bedauerns [HeyseI 4,55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dauern2 · bedauern · Bedauern
dauern2 Vb. ‘leid tun, Mitleid erregen’, mhd. tūren, mnd. dūren, ablautend zum Adjektiv ↗teuer (s. d.), mhd. tiure, daher ursprünglich ‘zu teuer, zu kostbar sein, dünken’, aber schon mhd. auch in der heute allein üblichen Bedeutung ‘schmerzen, leid tun’, vielfach in unpersönlicher Konstruktion. Der d-Anlaut begegnet seit dem 15. Jh. und setzt sich ebenso wie der seit dem 16. Jh. auftretende Wechsel von dauren zu dauern Ende 18. Jh. durch. bedauern Vb. ‘bemitleiden, Mitgefühl empfinden’, mhd. betūren ‘zu kostbar dünken, leid tun’, Präfixbildung zu tūren (s. oben); daneben auch mhd. betiuren (das formal heutigem beteuern, s. ↗teuer, entspricht). In unpersönlicher Konstruktion steht der Gegenstand des Mitleids, des Bedauerns ursprünglich (wie beim Simplex) im Genitiv, später im Nominativ. Die heutige Verwendung, die den Gegenstand des Bedauerns nur als Akkusativobjekt kennt, entwickelt sich im 17. Jh. Bedauern n. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bedauern · ↗Beileid · ↗Mitgefühl · ↗Mitleid (mit, für)
Synonymgruppe
Bedauern · ↗Bußfertigkeit · ↗Reue · ↗Reuegefühl · ↗Reumütigkeit · ↗Selbstanklage · Zerknirschtheit · ↗Zerknirschung
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (jemandem) leidtun · (sich seiner) Schuld bewusst sein · Reue zeigen · ↗bereuen  ●  (sich) Asche aufs Haupt streuen  fig. · Asche auf sein Haupt streuen  fig. · im Büßergewand herumlaufen  fig. · im Büßerhemd gehen  fig. · in Sack und Asche gehen  fig., variabel · ↗(jemanden) reuen  geh., veraltet · (sich) in Zerknirschung üben  geh., ironisierend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Ausdruck Bekundung Entschuldigung Kenntnis Mitgefühl Mitleid Reue Seufzer Unterton Unverständnis Vorfall Wort Zwischenfall allergrößt aufrichtig ausdrücken aussprechen bekunden durchklingen feststellen heucheln höflich lebhaft leise mitklingen mitschwingen tief vermerken äußern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bedauern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er ist ihnen in allem so weit voraus, daß er es sich leisten kann, ihre Fehler mit Bedauern zu sehen.
Der Tagesspiegel, 28.05.1998
Diese Behauptung nehmen wir mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.
Süddeutsche Zeitung, 20.10.1995
Da sie jedoch bereits für diesen Abend vergeben sind, werden sie zu ihrem großen Bedauern nicht anwesend sein können.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 378
Ich kann zu meinem Bedauern nicht umhin, an meinen früher geäußerten Bedenken festzuhalten.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 144
Zu meinem großen Bedauern würden dadurch einige tausend Arbeiter brotlos werden.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 23070
Zitationshilfe
„Bedauern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bedauern>, abgerufen am 13.11.2019.

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