Bastard, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bastard(e)s · Nominativ Plural: Bastarde
Aussprache
WorttrennungBas-tard (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Bastard‹ als Erstglied: ↗Bastardschrift
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Mischling
Beispiele:
das Maultier ist ein Bastard aus Eselhengst und Pferdestute
pflanzliche Bastarde (= Hybriden)
2.
historisch uneheliches Kind eines hochgestellten Vaters und einer nicht standesgemäßen Mutter
Beispiel:
Ein Ritter kommt und spricht einige Worte leise mit dem Bastard [mit Graf Dunois, Bastard von Orleans] [SchillerJungfr. v. OrleansI 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bastard m. in feudalistischer Zeit ‘außerehelich geborenes Kind eines Adligen und einer Frau niedrigeren Standes’, in der Biologie ‘Tier oder Pflanze aus einer Kreuzung unterschiedlicher Rassen oder Arten’. Ende des 12. Jhs. in den Formen mhd. basthart, basthert und baster aus gleichbed. afrz. bastart, mfrz. bastard (frz. bâtard) entlehnt. Das frz. Wort ist wie seine Entsprechung mlat. bastardus ein Rechtsausdruck, der der Sprache der fränkischen Eroberer entstammen muß, doch stoßen alle Deutungen auf Schwierigkeiten. Man hat afrz. bastart teils mit got. bansts ‘Scheune’ verbunden und als ‘den in der Scheune Gezeugten’ interpretiert, teils zu afries. bōst ‘eheliche Verbindung’ (germ. *banstu- ‘Ehe mit einer zweiten Frau niederen Standes’), einem Abstraktum zu dem unter ↗binden (s. d.) behandelten Verb, gestellt. Dann wäre jedoch für das Frz. eine Variante afries. *bāst (ohne Verdumpfung von ā zu ō) oder eine Form anord. *bāstr vorauszusetzen. Auch die Endung -art, -ard ist germ. Herkunft. Sie entspricht nhd. -hard in Eigennamen (zum Adjektiv ↗hart, s. d.), erscheint in frz. Personennamen, die aus dem Germ. entlehnt sind, vgl. Gérard und renard ‘Fuchs’ (entsprechend Reinhart Fuchs), und bekommt früh Suffixcharakter in Personenbezeichnungen (vgl. vieillard ‘Alter’ zu vieux, vieille ‘alt’). Knobloch in: Balkansko ezikoznanie 27 (1984) 57 ff. hält Bastard für ein altes Wanderwort iran. Ursprungs und erklärt es als ‘Kind vom Bündel’, d. h. ‘Kind von Leuten, die mit Sack und Pack reisen’, aus osset. bast ‘Bündel’ und -ard, dem Partizip von aryn ‘gebären’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Halbblut · ↗Hybrid · ↗Mischling  ●  Bastard  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
Kind ohne Vater · uneheliches Kind  ●  ↗Bankert (beleidigend)  veraltet · Bastard (beleidigend)  veraltet · außereheliches Kind  juristisch · nichteheliches Kind  juristisch · illegitimes Kind (Genealogie)  fachspr.
Oberbegriffe
Biologie
Synonymgruppe
Bastard  veraltet · Blendling  veraltet · ↗Kreuzung  Hauptform · ↗Mischling  veraltet · ↗(die) Hybride  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Club Konzert Party architektonisch beschimpfen bezeichnen bizarr fett fruchtbar gebären gierig hervorbringen klein rothaarig schmutzig schwarz seltsam ungeliebt zeugen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bastard‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meine beiden Kinder haben sich zu Tode geängstigt vor dem Bastard im ersten Stock.
Die Welt, 28.06.2000
Weder für die Malerei noch für die Literatur ist sie mehr als ein Bastard.
Der Tagesspiegel, 30.10.1998
Die Frau saß heulend auf dem Esel, den kleinen Bastard im Arm.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 266
Man habe ihr immer wieder unter die Nase gerieben, dass sie froh sein könne, mit ihrem Bastard in Falkenfelde bleiben zu dürfen.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 187
Nicht genug, daß sie das tun, sie zeugen ein Geschlecht von Bastarden.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 69
Zitationshilfe
„Bastard“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Bastard>, abgerufen am 18.10.2019.

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