Barschaft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Barschaft · Nominativ Plural: Barschaften · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBar-schaft
Wortbildung mit ›Barschaft‹ als Letztglied: ↗Reisebarschaft
eWDG, 1967

Bedeutung

das gesamte bare Geld eines Menschen, einer Firma
Beispiele:
er überzählte seine Barschaft
ihre Barschaft reichte nicht weit
ihre schwindende Barschaft
der Strolch hatte es auf die Barschaft des Reisenden abgesehen
der Kassierer ist mit der ganzen Barschaft durchgegangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. ↗barfuß, ↗barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. ↗bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Barschaft · ↗Besitz · ↗Geld · ↗Vermögen
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandes) Barvermögen · ↗Bargeld  ●  (jemandes) Barschaft  geh. · Bares  ugs. · ↗Cash  ugs.
Oberbegriffe
  • Geld  ●  klingende Münze  fig. · ↗Asche  ugs. · Bares  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Flöhe  ugs. · ↗Heu  ugs. · ↗Kies  ugs. · ↗Knete  ugs. · ↗Kohle  ugs. · Kröten  ugs. · ↗Mammon  geh., abwertend, biblisch · ↗Moneten  ugs. · ↗Moos  ugs. · Mäuse  ugs. · Ocken  ugs. · ↗Patte  ugs. · ↗Penunze  ugs. · ↗Piepen  ugs. · ↗Pulver  ugs. · ↗Rubel  ugs. · ↗Schotter  ugs. · Steine  ugs. · ↗Taler  ugs. · ↗Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Banknote · ↗Geldschein · ↗Note · Notenschein · ↗Papiergeld  ●  ↗Lappen  derb · Nötli  ugs., schweiz. · ↗Schein  ugs.
  • bar · bar auf die Hand · in Cash · in bar  ●  (bar) auf den Tisch des Hauses  ugs. · auf die Kralle  ugs. · ↗cash  ugs., engl.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Herrschaft Mark Rest abnehmen berauben bescheiden erleichtern gesamt stehlen überzählen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Barschaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dessen Personal kam die Barschaft ebenso exotisch vor, man betrachtete sie mit großen Augen.
Die Welt, 13.09.2003
Von der Barschaft des Opfers fehlt bis heute jede Spur.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2000
Den Verlust meiner Barschaft habe ich erst zu Hause entdeckt.
Friedländer, Hugo: Massenmörder Hugo Schenk und Genossen vor einem Wiener Ausnahmegerichtshof. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 15492
Sie flüsterten nur noch miteinander und zählten immer wieder ihre kleinen Barschaften.
Kant, Hermann: Die Aula, Berlin: Rütten & Loening 1965, S. 65
Mit dieser Barschaft machte ich mich dann in Richtung Oranienburg auf den Weg.
Bürgel, Bruno H.: Vom Arbeiter zum Astronomen, Berlin: Ullstein 1925 [1919], S. 70
Zitationshilfe
„Barschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Barschaft>, abgerufen am 25.06.2019.

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