Barchent, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Barchent(e)s · Nominativ Plural: Barchente
Aussprache
WorttrennungBar-chent (computergeneriert)
HerkunftArabisch
Wortbildung mit ›Barchent‹ als Erstglied: ↗Barchentbettuch · ↗Barchentbluse · ↗Barchenthemd · ↗Barchenthose · ↗Barchentjacke · ↗Barchentkittel
 ·  mit ›Barchent‹ als Letztglied: ↗Futterbarchent
eWDG, 1967

Bedeutung

einseitig gerautes, dichtes Gewebe, Baumwollgewebe
Beispiel:
ein Betttuch, eine Bluse, Jacke aus Barchent
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Barchent m. ‘dichtes, einseitig angerauhtes (Baumwoll)gewebe’. Arab. barrakān ‘Stoff aus Kamelhaar’ gelangt wohl über Spanien, wo diese Gewebeart schon im 9. Jh. gebraucht worden sein soll (vgl. span. barragán, port. barregana, älter barragam), in die westeurop. Sprachen. Mlat. barrac(h)anus, barrachanum, parchanus bzw. afrz. barragan ‘Wollstoff’ ergibt mhd. barkān, barragān (12. Jh.), spätmhd. barchan(t), barchent ‘dichtes Wollgewebe (aus Ziegen-, Kamelhaar)’; in diesem Sinne noch nhd. Berkan (18. Jh., fachsprachlich bis ins 20. Jh.). Dagegen bezeichnet frühnhd. Barcha(n)t, Barche(n)t, Barchen, auch Parcha(n)t, Parchan, Parchent in der Regel bereits ein dichtes Gewebe aus Baumwolle oder ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen (oft als wertvoller Preis bei Wettkämpfen, vgl. im älteren Nhd. die Redenart um den Barchent laufen, jagen u. ä. ‘in Wettstreit treten, einen Vorteil zu erringen suchen’).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Zug, auf dem ich fuhr, hatte statt Glasfenster Vorhänge aus Barchent, die zugezogen werden konnten.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 20374
Nicht richtig ist die weitgehende wirtschaftliche Interpretation von Salamancas Vorgehen, Landsknechte mit Barchent auf Abschlag zu entlohnen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 405
Später, um 1570, kam syrische und erste brasilianische Baumwolle, als Barchent verarbeitet, in den Handel und begründete den Reichtum Ulms im Mittelalter.
Die Zeit, 11.10.1974, Nr. 42
Blut floss und Konsonantenspucke, Leder und Kiefer knirschten, breit wölbten sich die Tiroler Hosengürtel, und in schwarzsteifem Barchent wie aus der Volkskundekammer schritt die Altbäuerin.
Süddeutsche Zeitung, 27.04.2002
Zitationshilfe
„Barchent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Barchent>, abgerufen am 23.08.2019.

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